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Adcada GmbH – die Insolvenzen in der Unternehmensgruppe

Am 12. Oktober 2020 wurde das vorläufige Insolvenzverfahren über die Adcada GmbH seitens des Amtsgerichts Rostocks eröffnet. Unter dem Aktenzeichen 60 IN 352/20 fand die Eröffnung des vorläufigen Insolvenzverfahren allerdings nicht nur über die Muttergesellschaft statt. Darüber hinaus sind diverse Tochtergesellschaften ebenfalls betroffen.

In unserem Beitrag möchten wir uns daher näher damit auseinandersetzen, welche Tochtergesellschaften aktuell insolvent sind bzw. die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragt haben. Weiterhin geht es darum, welche BaFin-Verfügungen gegenüber der Adcada GmbH in der jüngeren Vergangenheit erlassen wurden. Nähere Informationen zum Geschäftsmodell sowie zur Unternehmensstruktur finden Sie in unserem Beitrag: „Adcada GmbH – Geschäftsmodell und Unternehmensaufbau“. 

Adcada GmbH stellt Insolvenzantrag

Anfang Oktober hat die Adcada GmbH beim Amtsgericht Rostock einen Insolvenzantrag gestellt. Mittlerweile hat das Amtsgericht das vorläufige Insolvenzverfahren über die Muttergesellschaft und einige Tochtergesellschaften eröffnet. Wesentlicher Grund für den Insolvenzantrag ist, dass Adcada in weiten Teilen zahlungsunfähig ist. Unter anderem hat die BaFin bereits seit längerer Zeit vor einigen Anlageprodukten des Unternehmens gewarnt.

Aktuell sind es die folgenden Tochtergesellschaften, die ebenfalls von der Insolvenz betroffen sind und über die das Amtsgericht Rostock ebenfalls das vorläufige Insolvenzverfahren eröffnete:

  • Capital GmbH (Az.: 61a IN 373/20)
  • Fashion GmbH (Az.: 60 IN 374/20)
  • Finance GmbH (Az.: 62 IN 372/20)
  • Immo GmbH (Az.: 62 IN 371/20)
  • Marketing GmbH & Co. KG (Az.: 60 IN 370/20)
  • Shop GmbH & Co. KG (Az.: 60 IN 369/20)

Bereits am 24. September hatte vergangenen Monat die Muttergesellschaft, die Adcada GmbH, einen Insolvenzantrag gestellt. Nun folgten am 14. Oktober ebenso diverse Tochtergesellschaften, für die das vorläufige Insolvenzverfahren eröffnet wurde.

Zuständig ist zunächst der vorläufige Insolvenzverwalter Rechtsanwalt Prof. Dr. Tobias Schulze aus Bentwisch. Darüber hinaus verkündete die BaFin, dass ebenfalls gegen die Adcada Investments AG PCC vorgegangen wird. Diese ist in Liechtenstein ansässig. Hier existiert eine Abwicklungsverfügung, die insbesondere aufgrund der sogenannten Masken-Anleihe stattfand.

Welche Maßnahmen und Verfügungen gibt es gegen die Adcada GmbH?

Allein in diesem Jahr gab es seitens der BaFin verschiedene Verfügungen und Maßnahmen gegenüber der Adcada GmbH, insbesondere:

  • März 2020: Verbot des ohne Erlaubnis betriebenen Einlagengeschäftes (Immobilienanlage)
  • September 2020: BaFin bestellt Abwickler zur Abwicklung des unerlaubten Einlagengeschäftes
  • September 2020: Verbot des ohne Erlaubnis betriebenen Einlagengeschäftes (Adcada.Healthcare Anleihe 2020)

Bereits im März dieses Jahres verfügte die BaFin zunächst, dass das Angebot eines sogenannten „festverzinslichen Immobiliendarlehens“ eingestellt werden müsse. Hier sagte das Unternehmen interessierten Anlegern zu, dass ein Investment in Immobilien mittels einer zu 110 Prozent besicherten Briefgrundschuld stattfinden würde. Allerdings lag anscheinend keine benötigte Erlaubnis seitens der BaFin vor. In dem Zusammenhang verfügte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ferner, dass sämtliches, angenommenes Kapital an die entsprechenden Anleger zurückgezahlt werden müsse.

Im vergangenen Monat gab es eine weitere Verfügung seitens der BaFin. Sie bezieht sich diesmal auf eine Inhaber-Teilschuldverschreibung. Diese verbot die Aufsichtsbehörde ebenfalls, weil kein benötigtes Prospekt ausgegeben wurde.

In diesem Fall ging es darum, dass Anleger die Produktion von monatlich etwa 12 Millionen Atemschutzmasken finanzieren sollten. Zu diesem Zweck legte das Unternehmen die Adcada.Healthcare Anleihe 2020 auf. Hier ordnete die Aufsichtsbehörde jüngst die Abwicklung dieser Anleihe an. Damit muss auch in diesem Fall eine Rückzahlung an die Anleger erfolgen.

Welche Ansprüche haben Anleger?

Noch handelt es sich lediglich um ein vorläufiges Insolvenzverfahren, welches das Amtsgericht Rostock gegen die Adcada GmbH mit den genannten Tochtergesellschaften eröffnete. Dieses kann eventuell in ein reguläres Insolvenzverfahren übergehen. Dann haben Betroffene Anleger die Möglichkeit, ihre Ansprüche anzumelden und somit geltend zu machen.

Dabei geht es in erster Linie um Schadensersatzansprüche, die natürlich die Rückzahlung des investierten Kapitals beinhalten. Als mögliche „Empfänger“ der Schadensersatzansprüche kommen sowohl die Verantwortlichen im Unternehmen selbst als auch eventuelle Vermittler infrage. Diese haben vermutlich nicht ausreichend über die existierenden Risiken aufgeklärt.

Zunächst hat allerdings der Insolvenzverwalter die Aufgabe, ein Eröffnungsgutachten bzw. einen Eröffnungsbericht anzufertigen. Dies erfolgt, in dem die aktuelle wirtschaftliche Lage der Adcada GmbH ausgearbeitet wird. Im Ergebnis werden die entsprechenden Tochtergesellschaften entweder weitergeführt oder es findet die Eröffnung eines regulären Insolvenzverfahrens statt.

Die Situation ist für Anleger nicht unbedingt transparent und mit einigen Fragezeichen versehen. Daher ist es ratsam, rechtsanwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

In einem persönlichen und kostenfreien Erstgespräch können sich Anleger von der Kanzlei CDR-Legal unverbindlich beraten lassen, welche Vorgehensweise jetzt oder zu einem späteren Zeitpunkt ratsam ist.

Anwältin & Autorin Corinna Ruppel – Lassen Sie sich helfen

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Die Autorin

Corinna Ruppel – Rechtsanwältin für Bankrecht und Kapitalmarktrecht in Rosenheim (Oberbayern)

Corinna Ruppel nutzt ihre Fachexpertise aus ihrer langjährigen Tätigkeit als Kreditspezialistin und Syndikusanwältin, um Privatpersonen und Unternehmen in allen Fragen rund um Bank- und Kapitalmarktrecht sowie Insolvenzrecht zu beraten und zu vertreten. Dabei legt sie besonderen Wert auf Transparenz und eine vertrauensvolle Basis dem Mandanten gegenüber.

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