Adcada Insolvenz

Adcada stellt Insolvenzantrag nach Aufforderung der BaFin zur Rückabwicklung des unerlaubt betriebenen Einlagengeschäfts

Anfang August 2020 erhielten Anleger von Adcada GmbH eine E-mail mit einer alarmierenden Mitteilung. Vorrangig aufgrund der Einbußen durch die Corona Krise wollte das Unternehmen bis auf Weiteres sämtliche Zins- und Kapitalrückzahlungen aussetzen. Dann hat die Bafin mit Bescheid vom 01.09.2020 die Adcada healthcare GmbH zur Abwicklung des unerlaubt betriebenen Einlagengeschäfts aufgefordert.

Jetzt erhielten die Anleger wieder eine e-mail von der Adcada. Die Gesellschaft teilte mit, dass sie am 22.09.2020 beim Amtsgericht Rostock ein Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt hat. Vorerst ist dabei nur die Rede von einer Insolvenz der Adcada GmbH.

Damit bestätigen sich die Befürchtungen, die schon seit Jahren immer wieder geäußert wurden. Die Gesellschaft kann die zugesagten Renditen nicht dauerhaft erwirtschaften.

Was bedeutet nun die Insolvenz für Sie als Anleger?

Geschäftsmodell der Adcada GmbH

Die Adcada GmbH versprach ein einzigartiges Handelskonzept zu entwickeln. Das Unternehmen bezeichnete sich als international aktiver Multihändler, der insbesondere in den Sparten Handel, Immobilien, Finanzen und Service über hervorragende Konzepte und Kompetenzen verfüge. Für jede Sparte gab es Tochtergesellschaften. Um die Geschäfte und Vorhaben der einzelnen Sparten und Tochtergesellschaften zu finanzieren, bot die ADCADA Gruppe verschiedene Beteiligungsmöglichkeiten an:

Nachrangdarlehen

Der Anleger eines Nachrangdarlehens beteiligte sich hier als Darlehensgeber, allerdings mit eigenkapitalähnlichen Charakter. Der Darlehensnehmer ist nur dann zur Rückzahlung verpflichtet, wenn genügend Geld vorhanden ist, alle anderen Gläubiger der Gesellschaft zu bedienen. Ist das nicht der Fall kann das Unternehmen die Rückzahlung verweigern.

Schuldverschreibungen

Hierbei handelt es sich um klassisches Fremdkapital. Zinsen und Rückzahlungen sind fest vereinbart und sind unabhängig von anderen Verpflichtungen der Gesellschaft zu zahlen.

Festverzinsliche Immobiliendarlehen

Auch hier handelt es sich um Fremdkapital. Den Anlegern der Adcada wurde abhängig von der Laufzeit (2-5 Jahre) eine Verzinsung von 6 % – 9 % versprochen. Diese Darlehen sollten außerdem noch mit einer Grundschuld abgesichert sein.

Ab einem bestimmten Umfang müssen solche Geschäfte von der BaFin erlaubt werden. Die Adcada hatte daher dieses Geschäft limitiert. Trotzdem hatte die BaFin im März 2020 die Gesellschaft zur Rückabwicklung aufgefordert. Die Bafin hat dem Unternehmen aufgegeben die eingenommenen Gelder unverzüglich und vollständig an die Kapitalgeber zurückzuzahlen.

Es ist zu vermuten, dass die Gesellschaft dazu nicht in der Lage war und deswegen nunmehr die Insolvenz folgt.

Was bedeutet die Adcada Insolvenz für die Anleger?

Für alle Anleger gilt, dass sie ihre Forderung in dem Insolvenzverfahren anmelden müssen. Abhängig davon, wie sich die Anleger bei der Adcada beteiligt haben, gilt es jedoch folgendes zu beachten:

Anleger von Nachrangdarlehen sollten prüfen lassen, ob die Nachrangklausel wirksam ist. Die Rechtsprechung stellt strenge Voraussetzungen an die Wirksamkeit einer Nachrangklausel. Die Klausel muss klar und deutlich sein. Dem Anleger muss es allein anhand der Formulierung der Klausel möglich sein zu erkennen, wann er einen Anspruch auf Zahlung hat. Daran mangelt es regelmäßig.

Die Folge: Ist die Klausel wirksam, wird der Anleger bei einer späteren Verteilung der Insolvenzmasse erst nach allen anderen Gläubigern berücksichtigt. Ist sie unwirksam rückt er in die Stellung der übrigen Gläubiger auf und die Chance steigt, dass er bei der Verteilung berücksichtigt wird.

Anleger mit Schuldverschreibungen sollten ihre Forderung beim Insolvenzverwalter anmelden.

Anleger von Darlehen mit einer Grundschuldbesicherung sollten prüfen, ob die Sicherheit wirksam bestellt wurde. Wenn ja, können sie bevorrechtigt Befriedigung aus der Grundschuld verlangen.

Völlig unklar ist noch, wie sich die Rückabwicklungsanordnung der BaFin auf die Forderung der Anleger in der Adcada Insolvenz auswirkt. Gibt dies den Anlegern einen selbständigen Anspruch und damit einen besseren Rang im Insolvenzverfahren? Wird dadurch die Frage, wie sie sich beteiligt haben irrelevant? Hier wird es sicherlich zu rechtlichen Diskussionen kommen.

Weiter gilt es zu prüfen, ob der Anleger Ansprüche gegen Dritte, z.B. seinen Vermittler geltend machen kann. Hat dieser ihn nicht ordnungsgemäß über die Anlage aufgeklärt, z.B. die Nachrangigkeit der Anlage, so ist er zum Schadenersatz aus Falschberatung verpflichtet.

Was können Anleger jetzt tun?

Sind auch Sie von der Adcada Insolvenz betroffen?

Wenn ja, steht Ihnen die auf dem Gebiet des Bank- und Kapitalmarktrecht tätige Kanzlei gerne zur Verfügung. Mit der Geltendmachung von Ansprüchen und Wahrung der Interessen von Anlegern in der Insolvenz ist die Kanzlei bestens vertraut.

In einem unverbindlichen und kostenfreien Erstgespräch geht CDR-Legal mit Ihnen gerne die möglichen Optionen durch und unterstützt Sie bei der Wahrung Ihrer Interessen.

Anwältin & Autorin Corinna Ruppel – Lassen Sie sich helfen

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Die Autorin

Corinna Ruppel – Rechtsanwältin für Bankrecht und Kapitalmarktrecht in Rosenheim (Oberbayern)

Corinna Ruppel nutzt ihre Fachexpertise aus ihrer langjährigen Tätigkeit als Kreditspezialistin und Syndikusanwältin, um Privatpersonen und Unternehmen in allen Fragen rund um Bank- und Kapitalmarktrecht sowie Insolvenzrecht zu beraten und zu vertreten. Dabei legt sie besonderen Wert auf Transparenz und eine vertrauensvolle Basis dem Mandanten gegenüber.

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