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Corona / COVID-19 Insolvenzen [2020/2021]

Statistiken, Zahlen und Prognosen

Ein Kooperationsbeitrag zwischen Business Angel Dr. Gisbert Schulze & Rechtsanwältin Corinna Ruppel von CDR Legal

Die jährliche Anzahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist 2015 bis 2019 von 23.000 auf 19.000 gesunken. Dann kam 2020 Corona und die drastischen Maßnahmen der Regierung.

Beides hat dazu geführt, dass viele Unternehmen praktisch gar nicht mehr oder nur noch sehr eingeschränkt tätig sein konnten. Besonders betroffen Branchen waren der Handel, Tourismus mit Hotel- und Gaststättengewerbe, viele Dienstleister und Lieferanten der dieser Branchen.

Unternehmensinsolvenzen kurz erklärt

Wegbrechende Umsätze und weiterlaufende Fixkosten wie Gehälter und Mieten sorgen für schnell wachsende Verluste und bringen die Unternehmen rasch in Zahlungsschwierigkeiten. Wird die mangelnde Liquidität mit Fremdkapital (Kredite, Lieferantenkredite, Mietstundungen etc.) finanziert droht die Überschuldung. Beide Umstände – Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung sind Gründe, die zwingend zur Beantragung eines Insolvenzverfahrens führen müssen (Lesen Sie hier mehr zu Insolvenzgründen).

Unterlassen Geschäftsführer, Vorstände oder die Verantwortlichen in Personengesellschaften die Beantragung, machen sie sich strafbar. Hier greift der Gesetzgeber zu den Mitteln des Strafrechts, um den Ausgleich der Interessen aller Parteien sicherzustellen.

Ausbleibende Insolvenzen 2020

In Anbetracht der harten Maßnahmen schon im Frühjahr 2020 und dem tatsächlichen Einbruch der wirtschaftlichen Tätigkeit in der Folge würde man eine Flut von Unternehmensinsolvenzen erwarten. Insbesondere wenn man die oft recht schwache Finanzierung der Unternehmen in den betroffenen Unternehmen bedenkt. Schaut man sich die tatsächliche Zahl der Insolvenzen an, ist dies allerdings auf den ersten Blick überraschend:
Unternehmensinsolvenzen in Deutschland 2015 bis 2020

Mögliche Ursachen für die ausbleibenden Insolvenzen

Tatsächlich ist die Zahl der Insolvenzen auf 16.300 für das gesamte Jahr 2020 gesunken. Wo liegen hier die Ursachen? Haben wir es mit einer Vielzahl von Straftätern zu tun?

Die ehrliche Antwort lautet: so ganz genau kann man das nicht wissen.

Die Regierung hat zwei Dinge getan, um eine Insolvenzwelle zu vermeiden:

  1. Zusage von massiven Finanzhilfen und …
  2. die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht.

Ersteres kann vielleicht kurzfristig helfen eine Insolvenz abzuwenden, Letzteres aber nicht. Die Aussetzung der Antragspflicht und damit der Strafandrohung ist in großer Eile und mit vielen bekannten und später erst bekannt gewordenen Bedingungen verknüpft. Die verantwortlichen Unternehmer sind mit ihrer Entscheidung in großer Unsicherheit alleine gelassen. Sicher werden die Gerichte in den nächsten Jahren dazu viel zu entscheiden haben.

Mögliche Entwicklung der Insolvenzen für 2021 – Was ist zu erwarten?

Wir gehen davon aus, dass die Aufhebung der Antragspflicht bis aktuell Ende April 2021 das Problem der in Schwierigkeiten steckenden Unternehmen überwiegend verschärft.

Je länger eine Insolvenz verschoben wird, desto größer werden die Probleme die von den dahinter steckenden Gründen verursacht werden.

Wie die Politik mit dem Thema umgeht

Die von der Politik verursachte Krise der Unternehmen lässt sich so nur entschärfen, wenn sie von kurzer Dauer ist. Nichts deutet darauf hin. Vielmehr scheint es der Politik darauf anzukommen, den Anschein einer Krise möglichst lange hinauszuschieben. Selbst wenn die Beschränkungen der wirtschaftlichen Tätigkeit eines Tages vollständig aufgehoben werden, rechnen wir damit, dass viele Unternehmen endgültig untergehen werden.

Wie Banken damit umgehen

Hinweise dazu liefern bereits Äußerungen von Banken, die begonnen haben Rückstellungen für faule Unternehmenskredite zu bilden.

Modellrechnungen

Auch liefern Modellrechnungen von Wirtschaftsforschungsinstituten gute Hinweise. Hier eine Berechnung des IW:

Unternehmensinsolvenzen Prognose für 2021

Das IW geht davon aus, das mindestens 4.500 Unternehmen nicht überlebensfähig sind und eigentlich insolvent sein müssten.

Prognose

Trotz aller Maßnahmen wird das auf Dauer auch nicht zu verhindern sein. Man spricht hier von sogenannten Zombieunternehmen, also hochverschuldeten und unprofitablen Firmen.

Wir gehen davon aus, dass dazu auch Unternehmen gehören, die vor der Krise schon sinkende Erträge aber noch ausreichende Erträge erwirtschaftet haben.

Die Krise wird viele Trends dauerhaft beschleunigen.

Beispielhaft nennen wir hier Kaufhäuser in Innenstädten und Reisebüros. Zum Abschluss dieses Abschnittes noch eine Prognose der Bundesbank vom Juni 2020, die basierend auf der erwarteten wirtschaftlichen Entwicklung die Unternehmensinsolvenzen pro Quartal vorhersagt. Es wurde dabei bewusst auf die möglichen Auswirkungen der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht verzichtet:

Insolvenzprognose für das erste Quartal 2021

Auch hieraus erkennt man, dass wir es mit einer Verschiebung des Problems zu tun haben. Und das entspricht auch dem Ergebnis einer jeden Nahfelduntersuchung: Wenn wir als Rechtsanwälte und Unternehmensberatern mit lokalen betroffenen Unternehmern sprechen dann sehen wir das Ausmaß des Problems sehr deutlich.

Anwältin & Autorin Corinna Ruppel – Lassen Sie sich helfen

Anwältin Corinna Ruppel Portrait

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Die Autorin

Corinna Ruppel – Rechtsanwältin für Bankrecht und Kapitalmarktrecht in Rosenheim (Oberbayern)

Corinna Ruppel nutzt ihre Fachexpertise aus ihrer langjährigen Tätigkeit als Kreditspezialistin und Syndikusanwältin, um Privatpersonen und Unternehmen in allen Fragen rund um Bank- und Kapitalmarktrecht sowie Insolvenzrecht zu beraten und zu vertreten. Dabei legt sie besonderen Wert auf Transparenz und eine vertrauensvolle Basis dem Mandanten gegenüber.

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