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Dr. Wiesent Sozial gGmbH stellt Insolvenzantrag

Wie geht es weiter für Anleger der Dr. Wiesent Sozial gGmbH?

Am 16. Dezember 2020 hat die Dr. Wiesent Sozial gGmbH beim Amtsgericht Bayeruth, Aktenzeichen IN 233/20, einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Dr. Graf Ulrich aus Bayreuth.

Ein Grund für die Insolvenz dürfte wohl gewesen sein, dass Auszahlungen an Genussrechtsinhaber in der Vergangenheit mehrfach verschoben und teilweise bis heute nicht geleistet werden konnten. Dabei geht es um eine Investitionssumme seitens der Anleger von insgesamt etwa 30 Millionen Euro, die in der Vergangenheit von der Dr. Wiesent Sozial gGmbH eingesammelt wurden.

Geschäftsgegenstand der Dr. Wiesent Sozial gGmbH

Der Geschäftsgegenstand der Dr. Wiesent Sozial gGmbH ist das Betreiben insbesondere von Pflegeeinrichtungen für Senioren sowie Einrichtungen der Kinderkrankenpflege und der Behindertenhilfe. Die Objekte befinden sich jeweils in Nordbayern.

Zur Finanzierung sammelte die Dr. Wiesent Sozial gGmbH in der Vergangenheit Kapital über Genussrechte ein.

Bereits seit 2012 – zur damaligen Zeit agierte das Unternehmen noch unter dem Namen Senivita Sozial gGmbH – wurden etwa 30 Millionen Euro von Anlegern eingesammelt. Die Ertragsversprechungen beliefen sich auf eine Verzinsung in Höhe von fünf Prozent plus einer gewinnabhängigen Vergütung.

Wurden die Auszahlungen in den ersten Jahren noch pünktlich vorgenommen, so traten die ersten Probleme in der zweiten Jahreshälfte 2017 auf. Seit diesem Zeitpunkt haben Anleger keine Auszahlungen aus ihren Genussrechten mehr erhalten. Anleger hatten bis dato die Möglichkeit, sich ab einer Mindestanlagesumme von 10.000 Euro in Form der Genussrechte an dem privaten Betreiber von sozialen Einrichtungen zu beteiligen.

Wie funktionieren Genussrechte als Geldanlage?

Genussrechte gehören zu den sogenannten mezzaninen Finanzierungsformen, ebenso wie:

  • Nachrangdarlehen
  • Stille Beteiligungen
  • Sonstigen Mischformen aus Eigen- und Fremdkapital

Typisch für Genussrechte ist, dass die Anleger keine Mitbestimmungsrechte erhalten, weil sie nicht zu Gesellschaftern werden. Somit besteht keine Möglichkeit, auf etwaige Entscheidungen einen Einfluss zu nehmen. Charakteristisch für Genussrechte ist ebenfalls, dass diese in der Regel mit einer nicht befristeten Laufzeit ausgegeben werden. Im Gegenzug wird ihnen eine höhere Verzinsung versprochen.

Zudem haben die Inhaber (Anleger) zum ersten Mal nach sechs Jahren die Möglichkeit, die Genussscheine zu kündigen. Im Gegensatz zu Anteilen an geschlossenen Fonds existiert für Genussrechte kein Zweitmarkt. Daher besteht für Anleger im Prinzip keine Möglichkeit, ihre Anteile vorzeitig zu veräußern.

Nachrangklausel bei Genussrechten

Besonders unerfreulich ist für Anleger im Fall der möglichen Insolvenz der Dr. Wiesent Sozial gGmbH, dass die Genussrechte mit einer Nachrangklausel verbunden sind. Das bedeutet, dass die Ansprüche der betroffenen Anleger im Vergleich zu denen anderer Gläubiger nachrangig zu betrachten sind. Anders ausgedrückt: Die Anleger würden die ihnen zustehenden Auszahlungen bzw. Rückzahlungen erst erhalten, wenn die Ansprüche aller anderen Gläubiger zuvor vollständig befriedigt sind.

Was können betroffene Anleger nun tun?

Da sich Anleger mittels der beschriebenen Genussscheine mit ihrem Kapital beteiligt haben, sind die Chancen nicht besonders groß, dass größere Teile der Forderungen erfüllt werden (können). Dies ist vor allem auf die erläuterten Nachrangklauseln zurückzuführen, da alle anderen Gläubiger Vorrang haben. Voraussetzung ist allerdings, dass die Nachrangklausel wirksam ist. An die Wirksamkeit stellt die Rechtsprechung aber sehr hohe Anforderungen. Die Nachrangklausel gilt es daher kritisch zu prüfen.

Deshalb ist die Situation keineswegs aussichtslos. Daher ist es den betroffenen Anlegern dringend zu empfehlen, sich an eine Anwaltskanzlei wie CDR-Legal zu wenden, die auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisiert ist.

Die Kanzlei CDR-Legal berät Sie gerne im ersten Schritt innerhalb eines kostenfreien Erstgesprächs. Auf ihren Wunsch hin prüft die Kanzlei anschließend ausführlich mögliche Schadensersatzansprüche und leitet die notwendigen Schritte in die Wege, damit Sie Ihre Forderungen an die Dr. Wiesent Sozial gGmbH in größtmöglichem Umfang durchsetzen können.

Anwältin & Autorin Corinna Ruppel – Lassen Sie sich helfen

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Die Autorin

Corinna Ruppel – Rechtsanwältin für Bankrecht und Kapitalmarktrecht in Rosenheim (Oberbayern)

Corinna Ruppel nutzt ihre Fachexpertise aus ihrer langjährigen Tätigkeit als Kreditspezialistin und Syndikusanwältin, um Privatpersonen und Unternehmen in allen Fragen rund um Bank- und Kapitalmarktrecht sowie Insolvenzrecht zu beraten und zu vertreten. Dabei legt sie besonderen Wert auf Transparenz und eine vertrauensvolle Basis dem Mandanten gegenüber.

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