Eine Bankvollmacht zur Absicherung

Das Leben ist voller Überraschungen, Planungsänderungen und Schicksalsschlägen. Umso wichtiger ist es, beim Eintreten eines möglichen Notfalls abgesichert zu sein. Mit einer Bankvollmacht geben Sie einer vertrauten Person in der nötigen Situation den Zugriff auf Ihr Konto. Warum eine solche Vollmacht sinnvoll ist, welche Arten es auszuwählen gibt und worauf Sie besonders achten sollten, erfahren Sie in diesem Artikel.

Arten der Bankvollmachten

Generell wird zwischen der transmortalen, der prämortalen und der postmortalen Bankvollmacht unterschieden. Die transmortale Vollmacht ist zeitlich unbegrenzt. Stirbt also ein Kontoinhaber, kann die vertraute Person über seinen Tod hinaus auf sein Konto zugreifen.

In der Praxis handelt es sich dabei meistens um den Ehepartner. Eine prämortale Bankvollmacht gilt hingegen nur bis zum Zeitpunkt des Todes. Dies ist besonders bei Pflegefällen von Vorteil. Bei der Verwendung einer solchen Vollmacht müssen die Banken stets prüfen, ob der Vollmachtgeber noch lebt. Als logische Konsequenz greift die postmortale Bankvollmacht mit dem Tod des Vollmachtgebers. Sie erleichtert die Aufteilung des Erbes des Kontoinhabers.

Vor- und Nachteile einer Bankvollmacht

Eine Vollmacht ermöglicht es Ihrer vertrauten Person, Bankgeschäfte für Sie zu erledigen. So kann sie Geld abheben, Überweisungen tätigen, Konten für Anlagen eröffnen und über Kredite verfügen. Allerdings kann sie keine Entscheidungen treffen, die über den Kontenbereich hinausgehen. Das bedeutet, dass die Person keine Kündigung oder Änderung Ihres Kontos aussprechen darf. Wichtige Entscheidungen liegen also weiterhin bei Ihnen. Durch die verschiedenen Arten von Bankvollmachten können Sie die optimalste Möglichkeit für Sie auswählen.

Ein abschreckender Nachteil ist die Möglichkeit des Missbrauchs. Da der Bevollmächtigte unter Umständen auch Börsengeschäfte vornehmen kann, könnte sich Ihr Kontostand ungewollt verringern. Er ist Ihnen keine Rechenschaft schuldig, da der Gesetzgeber von einem besonderen Vertrauensverhältnis ausgeht.

In der Regel beinhaltet die Bankvollmacht lediglich das Verwalten des Kontos, nicht aber die Haftung dafür. Allerdings können ordnungswidrige Taten, wie zum Beispiel kriminelle Handlungen oder Überweisungen an sich selbst, strafrechtlich verfolgt werden. Und selbstverständlich können Sie den Vollmachtgeber auf Schadensersatz verklagen, wenn er über die ihm eingeräumten Rechte hinausgegangen ist.

Worauf bei einer Bankvollmacht zu achten ist

Eine Bankvollmacht kann nach §167 BGB formlos erteilt werden. Die meisten Banken besitzen allerdings ein vorgefertigtes Formular, um Konflikte im Vorhinein zu vermeiden. Allein der Kontoinhaber, somit der Vollmachtgeber, entscheidet über die Inhalte der Vollmacht. Sie können die Berechtigungen und Regelungen individuell bestimmen. Es ist wichtig zu wissen, dass Sie die Vollmacht zu jeder Zeit ohne eine Angabe von Gründen widerrufen können. Überlegen Sie sich, aus welchem Grund Sie eine Bankvollmacht erteilen wollen und wählen Sie dementsprechend eine passende Art und eine würdige Vertrauensperson. Informieren Sie sich über Ihre Rechte und Pflichten.

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Über die Kanzlei

Corinna Ruppel – Anwältin für Bankrecht und Kapitalmarktrecht in Rosenheim

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