Einlagensicherung der Banken

Einlagensicherung - wirklich so sicher wie gedacht?

Die Frage nach der Einlagensicherung sollten Sie nicht außer Acht lassen!

In der Vergangenheit hat die Kanzlei CDR-Legal öfter über insolvente Unternehmen berichtet, bei denen zumindest die Gefahr bestand oder aktuell noch besteht, dass Anleger einen Großteil ihres Kapitals verlieren. Aufgrund solcher Ereignisse ist es allzu verständlich, dass zahlreiche Kunden gezielt eine äußerst sichere Anlageform wählen, wie zum Beispiel Tages- oder Festgeld.

Der allgemeine Tenor lautet diesbezüglich, dass zumindest bis 100.000 Euro an Guthaben durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt sind. Doch ist diese staatlich verordnete Einlagensicherung tatsächlich so gut, wie viele Anleger landläufig meinen?

Die Einlagensicherung in Deutschland

Die gesetzliche Einlagensicherung gilt im gesamten EU-Raum und somit für sämtliche Banken, deren Hauptsitz sich innerhalb der Europäischen Union befindet. Dies führt dazu, dass die Sicherung der Einlagen selbstverständlich auch für Anlagen bei deutschen Banken gilt. Allerdings bezieht sich die Einlagensicherung nur auf wenige Anlageformen, nämlich:

  • Spareinlagen
  • Tagesgeldkonten
  • Festgeldkonten
  • Sichteinlagen (Girokonto)

Sollte es sich um eine solche Anlageform handeln, sind Ihre Guthaben pro Person und Bank mittels der gesetzlichen Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro geschützt. Paare können auf einem Konto sogar insgesamt 200.000 Euro anlegen. Darüber hinaus muss gewährleistet sein, dass im Schadensfall eine Entschädigung binnen sieben Arbeitstagen vorgenommen wird.

Nach einhelliger Meinung ist die Einlagensicherung in Deutschland tatsächlich so gut, wie es in den Medien berichtet wird. Dazu kommt hierzulande noch eine Besonderheit. Diese besteht darin, dass die weitaus meisten Banken nicht nur der gesetzlichen Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) verpflichtet sind, sondern auf freiwilliger Basis weiteren Sicherungssystemen angehören.

Dazu gehört insbesondere der freiwillige Sicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB). In diesem Fall sind die Einlagen der Kunden oftmals in einer Höhe von mehreren Millionen Euro geschützt, selbstverständlich pro Gläubiger.

Niederlassung ausländischer Banken in Deutschland

Während es bei einer deutschen Bank eindeutig ist, dass die gesetzliche Einlagensicherung hierzulande greift, ist die Frage etwas differenzierter zu beantworten, falls es sich um eine ausländische Bank handelt. Hat dieses Kreditinstitut eine Niederlassung in Deutschland und agiert als selbstständige Bank mit deutscher Banklizenz, dann greift in diesem Fall ebenfalls die deutsche Einlagensicherung.

Anders verhält es sich allerdings, falls die Auslandsbank hierzulande lediglich eine Zweigstelle unterhält. In dem Fall ist die Einlagensicherung des entsprechenden Landes zuständig, in welchem sich der Hauptsitz des ausländischen Kreditinstitutes befindet. Gleiches gilt übrigens auch unter der Voraussetzung, dass Sie Ihr Geld über sogenannte Zinsportale bei einer ausländischen Bank anlegen. Auch in diesem Fall fällt die Einlagensicherung in den Zuständigkeitsbereich des ausländischen Staates.

Keine echte gemeinsame Einlagensicherung innerhalb der EU

Zwar gibt es innerhalb der EU die Regelung, dass die Einlagen der Kunden bis zu 100.000 Euro geschützt sein müssen. Dennoch existiert im eigentlichen Sinne keine gemeinsame Einlagensicherung. Zwar gibt es die Maßgabe, dass alle Banken innerhalb der EU bzw. Staaten eigene Sicherungsfonds einrichten müssen, in die mindestens 0,8 Prozent der Guthaben hinterlegt werden sollen. Verpflichtend ist dies allerdings erst ab Mitte 2024.

Darüber hinaus ist es keineswegs so wie viele Anleger meinen, dass jeder Staat innerhalb der EU helfend eintreten würde, falls eine Bank in einem anderen EU-Mitgliedsstaat insolvent werden sollte. Zwar könnte man von einer solchen Solidargemeinschaft ausgehen, verpflichtet es ist jedoch keineswegs, dass andere Länder finanziell aushelfen.

Starke und schwache Länder innerhalb der Europäischen Union

Vor dem genannten Hintergrund ist es für Sie als Anleger empfehlenswert, sich für ein möglichst sicheres und finanzstarkes EU-Land zu entscheiden, wenn Sie Ihr Geld auf einem Tages- oder Festgeldkonto bei einer ausländischen Bank anlegen möchten, beispielsweise über ein Zinsportal.

Wie sicher der entsprechende EU-Staat ist, darüber gibt das Rating Aufschluss, welches insbesondere von den Rating-Agenturen Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch veröffentlicht wird. Auf dieser Grundlage zählen aktuell die folgenden Länder zu den sichersten für Anleger:

  • Deutschland
  • Luxemburg
  • Niederlande
  • Schweden
  • Österreich
  • Finnland

All diese Länder haben ein Rating von mindestens „AA+“. Manche Staaten wie Deutschland erhalten sogar die beste Note „AAA (Triple A)“. Darüber hinaus gelten ebenfalls Länder wie Norwegen als sehr sicher, auch wenn diese lediglich dem Europäischen Währungsraum und nicht der EU angehören.

Gegenüber diesen sicheren Staaten gibt es eine Reihe von EU-Mitgliedsstaaten, bei denen bezweifelt werden muss, ob diese im Ernstfall tatsächlich dazu in der Lage wären, eine Bankenpleite in ihrem eigenen Land finanziell zu kompensieren.

Eine Reihe dieser ausländischen Banken aus nicht unbedingt sicheren Staaten präsentieren ihre Angebote auch über Zinsportale. Zu den EU-Staaten, bei denen eine ausreichende finanzielle Leistungskraft im Insolvenzfall einer Bank zumindest bezweifelt werden muss, zählen unter anderem:

  • Bulgarien
  • Griechenland
  • Litauen
  • Malta
  • Rumänien
  • Spanien
  • Zypern

Was müssen Anleger im Schadensfall tun?

Sollte innerhalb der EU eine Bank zahlungsunfähig bzw. insolvent werden, ist es aufgrund der gesetzlichen Einlagensicherung verpflichtend, dass Sie Ihre Guthaben bis zu einem Gegenwert von mindestens 100.000 Euro innerhalb von sieben Werktagen zurück erhalten.

Sollte dies nicht geschehen oder haben Sie Ihr Kapital vielleicht bei einer Bank angelegt, deren Hauptsitz sich außerhalb der EU befindet, kann es durchaus notwendig sein, dass Sie Ihre Ansprüche mithilfe eines Anwalts durchsetzen.

Die Kanzlei CDR-Legal hat sich auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisiert. Daher handelt es sich um einen sehr guten Ansprechpartner, falls Sie Ihre Ansprüche aufgrund einer Bankeninsolvenz gegenüber dem jeweiligen Kreditinstitut durchsetzen möchten.

Darüber hinaus hilft Ihnen die Anwaltskanzlei selbstverständlich ebenfalls, falls Sie Kapital außerhalb der Einlagensicherung investiert haben und das entsprechende Unternehmen – aus welchen Gründen auch immer – Ihre Einlagen nicht zurück zahlen kann oder möchte.

Anwältin & Autorin Corinna Ruppel – Lassen Sie sich helfen

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Die Autorin

Corinna Ruppel – Rechtsanwältin für Bankrecht und Kapitalmarktrecht in Rosenheim (Oberbayern)

Corinna Ruppel nutzt ihre Fachexpertise aus ihrer langjährigen Tätigkeit als Kreditspezialistin und Syndikusanwältin, um Privatpersonen und Unternehmen in allen Fragen rund um Bank- und Kapitalmarktrecht sowie Insolvenzrecht zu beraten und zu vertreten. Dabei legt sie besonderen Wert auf Transparenz und eine vertrauensvolle Basis dem Mandanten gegenüber.

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