Fortwirkende Aufklärungspflicht des Anlageberaters

Pflicht zur Risikoaufklärung gilt auch für spätere Anlageentscheidungen

Die Aufklärungspflicht eines Anlageberaters wirkt auch für spätere Anlageentscheidungen des Kunden, nicht nur einmalig. So entschied der BGH mit dem Urteil vom 21.11.2019 – III ZR 244/18. Mehr zu den Hintergründen dieses Falles erfahren Sie in diesem Artikel.

Hintergrund zur Entscheidung des BGH

Der Fall: Ein Kunde und sein Anlageberater pflegten eine langjährige geschäftliche Verbindung. In dieser Zeit hatte der Anlageberater seinem Kunden einmalig ein bestimmtes Produkt empfohlen. Der Kunde jedoch zeichnete dieses im Laufe der Zeit mehrere Male, ohne dass der Anlageberater davon wusste. Die Investition erwies sich als Verlust, weswegen der Kunde das Unternehmen seines Anlageberaters aufgrund der vermeintlichen Falschberatung auf Schadensersatz verklagte.

Der Kläger behauptete, dass der Anlageberater ihm die genannte Anlagemöglichkeit als vertrauenswürdig und seriös empfohlen und eine Rendite von 8 % in Aussicht gestellt habe. Die Beklagte sagte hingegen aus, dass sie den Kläger nur auf die Investitionsmöglichkeit hingewiesen und den Kontakt hergestellt habe und keine konkrete Empfehlung oder Vermittlung erfolgt sei.

Ansicht des Anlageberaters im Hinblick auf die Aufklärungspflicht

Die Beklagte ist der Ansicht, dass der „Zurechnungszusammenhang zwischen dem geltend gemachten Schaden und der Beratungspflichtverletzung“ fehle. Dadurch, dass der Kunde die Investition mehrere Male ohne das Wissen des Beraters gezeichnet habe, könne die Aufklärungspflicht nicht verletzt worden sein. Schließlich könnten sich die Umstände im Zeitverlauf ändern, durch die der Anlageberater eine differenzierte Empfehlung abgegeben hätte.

Entscheidung des BGH

Der BGH jedoch entschied sich gegen diese Argumentation und gab dem Kläger Recht. Der Schutzzweck einer Beratungspflicht ist nicht nur auf den ersten Erwerb einer Anlage begrenzt. Der Vertrag zwischen Anleger und Anlageberater ist umfassender. Die Auslegung müsse deshalb im Einzelfall geprüft werden. Im vorliegenden Fall hat der Anlageberater somit seine Aufklärungspflicht verletzt und muss Schadensersatz leisten.

Unterstützung im Falle einer Falschberatung

Der Fall zeigt, wie weitreichend ein Anlageberater haftet. Sollten Sie aufgrund einer Falschberatung einen Vermögensverlust erlitten haben, wenden Sie sich daher an einen erfahrenen Rechtsanwalt des Bank- und Kapitalmarktrechts. Wir von CDR Legal unterstützen Sie bei der Durchsetzung Ihrer Rechte. In einem ersten kostenlosen Beratungsgespräch bewerten wir gemeinsam mit Ihnen Ihre Ausgangslage und besprechen das weitere Vorgehen.

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Die Autorin

Corinna Ruppel – Rechtsanwältin für Bankrecht und Kapitalmarktrecht in Rosenheim (Oberbayern)

Corinna Ruppel nutzt ihre Fachexpertise aus ihrer langjährigen Tätigkeit als Kreditspezialistin und Syndikusanwältin, um Privatpersonen in allen Fragen rund um Bank- und Kapitalmarktrecht zu beraten und zu vertreten. Dabei legt Sie besonderen Wert auf Transparenz und eine vertrauensvolle Basis dem Mandanten gegenüber.

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