Geno eG – Falschberatung 

Geno eG & Falschberatung – Die Geno eG ist insolvent. Die Mitglieder erwarten einen Ausfall ihrer Einlagen. Es stellt sich daher die Frage, ob nicht auch Dritte für den Ausfall mitverantwortlich sind. Z. B. die Vermittler der Anlage. Diese haben ihnen die Anlage schließlich als sicheren Weg zum Erwerb des Eigenheims angepriesen. Ein solcher Schadensersatzanspruch könnte dann gegeben sein, wenn der Vermittler bei sorgfältiger Prüfung hätte erkennen können, dass das Anlagemodell nicht plausibel ist.

Das Anlagemodell der Geno eG

Die Geno eG warb mit den Schlagworten „Mietkauf“ und „Konzept der Bausparkasse“. Was aber verbirgt sich dahinter? Anleger zeichneten einen Genossenschaftsanteil zwischen EUR 10.000 und EUR 40.000. Nach einer Wartezeit zwischen 1 und 7 Jahren konnte der Genosse sich eine Immobilie aussuchen und der Geno eG als Investitionsobjekt vorschlagen. Allerdings war nicht garantiert, dass die Geno eG das Objekt finanziert. Ziel der Geno eG war es schließlich sämtliche Investitionen aus dem Genossenschaftskapital zu finanzieren. Bankkredite sollten nicht aufgenommen werden. D.h. Käufe waren abhängig von der Einwerbung neuer Genossen, erzielter Mieten und Erlösen aus Immobilienverkäufen. Klappt alle, kauft die Geno eG die Wohnung. Der Genosse schließt mit der Geno eG einen notariellen Mietkaufvertrag. Dieser berechtigt ihn frühestens nach 2 und spätestens nach 25 Jahren die Immobilie zu kaufen. Der Kaufpreis steht von Anfang an fest und entspricht den ursprünglichen Investitionskosten. 

Nach Einzug in die Immobilie zahlt der Genosse 4,5 % vom Immobilienpreis p.a. an Miete. Daneben muss er einen jährlichen Ansparvertrag von 1,1 % und kann er einen Ergänzungssparvertrag von 0,9 % jeweils vom Immobilienwert abschließen. Hierfür setzt die Geno eG eine Verzinsung von 3,5 % bzw. 4,5 % an. 

Entschließt sich der Genosse dann zum Kauf, werden die Sparverträge zur Begleichung des Kaufpreises verwendet. Die Lücke allerdings muss er durch ein eigenes Bankdarlehen schließen. Gelingt ihm das nicht, muss er aus der Immobilie ausziehen. Die Miete ist „verloren“, die Ansparbeträge werden ihm ausbezahlt. 

Kritik an dem Anlagemodell der Geno eG

Die Zeitung Finanz Test hat bereits in ihrer Ausgabe 3/2006 das Modell der Geno eG einer Überprüfung unterzogen und folgende Kritikpunkte aufgeführt:

  • Das Modell setzt den fortdauernden Beitritt von Genossen voraus. Bis 2012 sollten rund 46.000 Genossen eingeworben werden. Damit wollten die Geno eG innerhalb von 7 Jahren eine der größten Genossenschaften in Deutschland sein. 
  • Der Mietkauf ist schließlich teuer als der Bankkredit. Selbst wenn die prognostizierte Verzinsung der Sparverträge erreicht wird,bleibt nach 25 Jahren eine Finanzierungslücke. Gelingt es dem Mieter nicht, diese zu schließen, muss er aus der Immobilie ausziehen.
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Aus unserer Sicht ergeben sich noch weitere Kritikpunkte die für Geno eG und Falschberatung sprechen:

  • Bereits 2006 war eine Verzinsung von 3,5 % bzw. 4,5 % auf die Spareinlage mit einer konservativen Anlage nicht mehr zu erzielen.
  • Die Geno eG vergleicht in ihrer Rechnung die Ansparverträge mit der Tilgung. Diese führt aber bei dem Bankdarlehen zu einer Tilgung und damit einer geringeren Zinsbelastung. 

Geno eG und Falschberatung durch den Anlagevermittler

Von einem Anlagevermittler wird verlangt, dass er sich über die einschlägigen, für sein Gebiet wichtigen Publikationen informiert. Es stellt sich daher die Frage, ob nicht spätestens nach dem Artikel der Finanz Test, eine gewisse Skepsis angebracht gewesen wäre. Bei der Geltendmachung von Ansprüchen gegenüber dem Vermittler der Geno eG und Falschberatung ist daher entscheidend, wie dieser aufgetreten ist und wie umfangreich er seinen Kunden über die Risiken der Anlage aufgeklärt hat. Mehr zum Thema Falschberatung durch Vermittler finden Sie hier.

Sollten also auch Sie Verluste erlitten haben, unterstützen wir Sie gerne bei der Geltendmachung Ihrer Interessen. In einem ersten Gespräch klären wir zusammen mit Ihnen die Geschehnisse und besprechen mit Ihnen, welche Rechte ihnen zustehen. 

Sprechen Sie uns an.

Update: Die Staatsanwaltschaft kümmert sich jetzt und die Geno eG wegen des Verdachts des Betrugs.

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