Insolvenz der Autark Capital Care GmbH

Risiken der Nachrangdarlehen und Namensschuldverschreibungen

Am 04. März 2019 eröffnete das Amtsgericht Lemgo bereits das Insolvenzverfahren über die Autark Capital Care GmbH. Der Rechtsanwalt Herr Martin Schmidt ist vorläufiger Insolvenzverwalter. Anleger des insolventen Unternehmens konnten in der Vergangenheit in Form von Namensschuldverschreibungen und Nachrangdarlehen investieren. Diese müssen allerdings nun um ihr angelegtes Vermögen bangen.

Hintergrund der Insolvenz der Autark Capital Care GmbH

2015 gründete Wolfgang Laufer das Unternehmen und startete im Juni 2016 mit einem Vermögen von bis zu 50 Millionen Euro. Einen Großteil hiervon finanzierte er durch nachrangige Namensschuldverschreibungen. Investiert werden sollte dieses Vermögen in Immobilien, den Ausbau von Glasfaser-Internetleitungen, Wertpapiere sowie technische Start-Ups mit starken Zukunftsvisionen.

Trotz der breiten Spanne der möglichen Investitionen gestattete die BaFin den Prospekt der Autark Capital Care GmbH. Nur drei Monate nach den ersten Emissionen fand schon der erste Inhaberwechsel statt. Im Unternehmen herrschte demnach von Beginn an Chaos.

Anlagemöglichkeiten: Nachrangige Namensschuldverschreibungen

Die Autark Capital Care GmbH bot zu ihren Zeiten nachrangige Namensschuldverschreibungen mit den Bezeichnungen „PRORENDITE“, „PRORENDITE PLUS“ und „PRORENDITE DIVISO“ an. Die Anleger konnten zwischen einer Einmalzahlung sowie einer Ratenzahlung wählen. Mit ihrer Investition beteiligten sich die Anleger über die Autark Capital Care GmbH an anderen Unternehmen.

Als Gewinn stellte das Unternehmen den Anlegern Zinsen von 4% p.a. bis zu 6% p.a. sowie zum Teil Bonuszinsen in Aussicht. Nach Ablauf der festgelegten Mindestlaufzeit sollten sie das Kapital wieder zurückerhalten.

Die Risiken der Anlage hätte schon dadurch auffallen können, dass es sich um ein neugegründetes Unternehmen ohne viel Erfahrungen mit Emissionen handelte. Zudem sei das Portfolio viel zu divers aufgestellt gewesen.

Worum handelt es sich bei nachrangigen Namensschuldverschreibungen?

Viele Unternehmen nutzen die Investitionsform von Nachrangdarlehen. Allerdings sind diese häufig äußerst riskant, da Inhaber der Schuldverschreibung im Falle einer Insolvenz nachrangig bedient werden. Anleger, die in Form einer nachrangigen Namensschuldverschreibung investiert hatten, werden demnach erst nach allen anderen Gläubigern bedient.

Dies jedoch nur, sofern noch genügend Vermögen in der Insolvenzmasse vorhanden ist. Viele Anleger bangen daher nun vor einem möglichen Totalverlust.

Was können Anleger der Autark Capital Care GmbH tun?

  1. Kündigungen der nachrangigen Namensschuldverschreibungen sind nun nicht mehr möglich, nachdem der Insolvenzverwalter nun die Arbeit aufgenommen hat.
  2. Fraglich ist, ob die Nachrangvereinbarung gültig ist. Wenn nicht, wäre der Anleger gleichrangig mit anderen Gläubigern zu befriedigen. Hier gilt es, die Verträge genau zu prüfen.
  3. Sie als Betroffener sollten außerdem erwägen, Ihren Finanzberater zur Rechenschaft zu ziehen. Hat dieser Sie nicht ausreichend über die Risiken dieser Investition informiert, muss er Schadensersatz leisten. So können Sie einen Totalverlust umgehen.

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Die Autorin

Corinna Ruppel – Rechtsanwältin für Bankrecht und Kapitalmarktrecht in Rosenheim (Oberbayern)

Corinna Ruppel nutzt ihre Fachexpertise aus ihrer langjährigen Tätigkeit als Kreditspezialistin und Syndikusanwältin, um Privatpersonen und Unternehmen in allen Fragen rund um Bank- und Kapitalmarktrecht sowie Insolvenzrecht zu beraten und zu vertreten. Dabei legt sie besonderen Wert auf Transparenz und eine vertrauensvolle Basis dem Mandanten gegenüber.

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