Insolvenz der COSMA Gruppe – Gold Anlagen und Wertpapiere

Gold genießt einen Ruf als sichere Wertanlage. Auch und gerade in Krisenzeiten. Diesen Umstand hat sich die COSMA Gruppe zu eigen gemacht und über Kooperationspartner und Vermittler Gelder eingeworben. Das Geld wollten sie zu 70 % in Gold investieren. Die restlichen 30 % sollten in Aktien und Wertpapiere fließen. Damit wollte COSMA für die Anleger eine auskömmliche Rendite von bis zu 8 % erwirtschaften.

Ende 2016 wurde es dann offensichtlich, das Konzept ging nicht auf. Es wurden wohl nicht alle Gelder wie versprochen in Gold investiert. Alle drei Gesellschaften der COSMA Gruppe sind insolvent Die Staatsanwaltschaft hat Gold und Geld beschlagnahmt.

Zur COSMA Gruppe Stuttensee

Die COSMA Gruppe besteht aus den drei Firmen COSMA Deutschland AG, COSMA Service GmbH und COSMA Verwaltung GmbH. Wer Vertragspartner des Anlegers wurde, ist nicht einfach zu erkennen. Keinesfalls kann man davon ausgehen, dass dies der Empfänger des Geldes ist oder derjenige, der die Bestätigung für den Anteilskauf versandt hat. Selbst nach Prüfung der Unterlagen kann dies oftmals nicht abschließend festgestellt werden.

Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens

Mittlerweile wurde über das Vermögen der drei COSMA Gesellschaften das Insolvenzverfahren eröffnet. Die Anteilszeichner sollen, ihre Forderungen zur Tabelle anmelden. Einer Reihe von Anlegern fällt dies schwer, da sie nicht nachvollziehen und darlegen können, mit welchen der drei COSMA Firmen sie einen Vertrag geschlossen haben. Doch um an der Verteilung des verbleibenden Vermögens teilzunehmen, ist die Anmeldung und Anerkennung der Forderung zur Tabelle wichtig. Gelingt es nicht, den Vertragspartnern nachzuweisen, gibt es einen Ausweg: Sie melden die Forderung bei der Gesellschaft an, an die Sie das Geld überwiesen haben.

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Die Beschlagnahme von Gold und Geld durch die Staatsanwaltschaft

Auch das Landeskriminalamt Baden-Württemberg und die Staatsanwaltschaft Mannheim wurden tätig. Und hier gibt es einen kleinen Hoffnungsschimmer für die Anleger. Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat im Wege dinglicher Arreste erhebliche Vermögenswerte, Gold und Geld, sichern können – allerdings bei weitem nicht genug, um sämtliche Forderungen abzudecken. Offensichtlich wurde nämlich für wesentlich weniger als die 70 % der Anlegergelder Gold gekauft.

Wem diese Werte, insbesondere das Gold, nunmehr zustehen, ist strittig. Die Insolvenzverwalter behaupten, dass es sich um Gold handelt, dass den Gesellschaften gehört und somit zur Insolvenzmasse. Im Interesse des einzelnen Anlegers liegt es dagegen nachzuweisen, dass es sich um sein Gold handelt, dass an ihn persönlich herauszugeben ist. Hierbei ist entscheidend, ob die Zuordnung der einzelnen Barren zu dem einzelnen Anteilszeichner gelingt. Dies kann schwierig sein, da die Gesellschaft das Gold mehrerer Anteilszeichner gemeinsam in sogenannten „Safebags“ aufbewahrt hat. Damit ist eine Zuordnung zu dem einzelnen Anteilszeichner nicht mehr möglich. Aber nur wenn diese spezifische Zuordnung gelingt, können Sie die Aussonderung des Goldes verlangen.

Was tun?

Nehmen Sie sich einen sachkundigen Anwalt, am Besten jemand der bereits mit dem Fall betraut ist. Er kann für Sie:

1. Die Ansprüche im Insolvenzverfahren sichern – Die Forderungen sind zur Tabelle anzumelden und/oder die Aussonderung des Goldes ist geltend zu machen. Auch wenn der Insolvenzverwalter die Forderung nicht anerkennen will. Haben Sie Geld an die Cosma gezahlt, haben Sie auch einen Anspruch auf die Aufnahme in die Insolvenztabelle einer der Cosma Gesellschaften. Versäumen Sie die Geltendmachung Ihrer Forderung, nehmen Sie auch nicht an der Verteilung des Vermögens der Cosma Gesellschaften teil. Da ein nicht unbeträchtliches Vermögen sicher gestellt wurde, lohnt es sich für die Aufnahme in der Insolvenztabelle zu kämpfen.

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2. Das strafrechtliche Ermittlungsverfahren verfolgen und evtl. bereits hier die Aussonderung des Goldes bewirken.

3. Schadenersatzansprüche gegenüber Vermittlern geltend machen.

Anlageberater und Anlagevermittler sind verpflichtet, die Anleger über die Risiken einer Anlage aufzuklären. Dazu gehörte im Fall der COSMA zum Beispiel die Tatsache, dass auch Gold an Wert verliert und nicht das gesamte Geld in Gold investiert wurde. Wurden die Risiken verschwiegen oder war das Geschäftsmodell von Anfang an nicht plausibel sein, wonach es momentan ausschaut, können auch gegenüber Anlageberater und Anlagevermittler Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden (näheres zur Falschberatung können Sie hier lesen).

Gerne beraten wir Sie und unterstützen Sie bei der Durchsetzung Ihrer Interessen.

Ein update zum Thema Cosma Gruppe finden Sie hier.

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  1. […] Cosma Gruppe ist insolvent. Darüber hatten wir bereits hier berichtet. Im Zusammenhang mit der Cosma Gruppe gibt es nunmehr die ersten Urteile. Das Landgericht […]