Insolvenz der Derivest GmbH

Anmeldung der Forderungen bis zum 27. Dezember 2019

Am 7. November 2019 hat das Amtsgericht Hof das Insolvenzverfahren über die Derivest GmbH eröffnet (Az.: IN 245/19). Grund dafür ist die Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens, die sich bereits im Jahr 2017 abzeichnete. Die Gläubiger können nun bis zum 27. Dezember ihre Forderungen schriftlich beim Sachverwalter anmelden. Dazu zählen auch die Anleger, die in Form von Nachrangdarlehen in das Unternehmen investiert haben.

Hintergrund der Insolvenz der Derivest GmbH

Seit 2011 konnten sich Anleger der Derivest GmbH in Form von Nachrangdarlehen am Unternehmen beteiligen. Im Frühjahr 2017 informierte die Derivest GmbH sie jedoch über die Kündigungen der gezeichneten Nachrangdarlehen. Daraufhin hätten die Betroffenen eigentlich eine Rückzahlung der Darlehen erhalten müssen. Allerdings vertröstete das Unternehmen sie immer wieder auf Ende des Jahres 2018. Da es die Zahlungen jedoch nie leistete, ist die Insolvenz des Unternehmens nun keine Überraschung.

Zudem kamen in der gleichen Zeit einige Unstimmigkeiten auf. Obwohl die Derivest GmbH im Jahr 2016 zur Derivest Verwaltungsgesellschaft mbH umfirmierte, erhielten die Anleger die Kündigungen der Derivest GmbH. Außerdem ermittelte die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts des Betrugs und der Untreue. Informationen veröffentlichte das Unternehmen über diese Umstände jedoch kaum.

Exkurs: Was ist ein Nachrangdarlehen?

Nachrangdarlehen gelten als eine sehr riskante Investitionsmöglichkeit. In einem entsprechenden Vertrag vereinbaren das Unternehmen und der Anleger einen sogenannten Rangrücktritt. Das bedeutet, dass im Falle einer Insolvenz zunächst alle anderen Gläubiger befriedigt werden, bevor die Forderungen durch Nachrangdarlehen beachtet werden. Somit droht ihnen stets der Totalverlust ihres Vermögens.

Was sollten Sie als Betroffener tun?

Da nur angemeldete Forderungen in einem Insolvenzverfahren betrachtet werden können, sollten sich betroffene Anleger unbedingt innerhalb der Frist an den zuständigen Sachverwalter wenden. Es gibt Hinweise darauf, dass in den Verträgen unter Umständen der Rangrücktritt nicht wirksam vereinbart wurde.

Die Insolvenzmasse wird sehr wahrscheinlich nicht ausreichen, um alle Forderungen der Gläubiger voll zu befriedigen. Deswegen sollten betroffene Anleger überprüfen, ob sie einen Schadensersatzanspruch gegenüber ihrem Finanzberater erheben können. Dieser ist schließlich gesetzlich dazu verpflichtet, seine Kunden umfangreich über entsprechende Risiken aufzuklären.

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Die Autorin

Corinna Ruppel – Rechtsanwältin für Bankrecht und Kapitalmarktrecht in Rosenheim (Oberbayern)

Corinna Ruppel nutzt ihre Fachexpertise aus ihrer langjährigen Tätigkeit als Kreditspezialistin und Syndikusanwältin, um Privatpersonen in allen Fragen rund um Bank- und Kapitalmarktrecht zu beraten und zu vertreten. Dabei legt sie besonderen Wert auf Transparenz und eine vertrauensvolle Basis dem Mandanten gegenüber.

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