Insolvenz der Hansa Castella

Insolvenzverwalter Dr. Moritz Sponagel fordert Ausschüttungen zurück

Video Einleitung zum Thema „Insolvenz der Hansa Castella“ von Rechtsanwältin Corinna Ruppel

Das Amtsgericht Lüneburg eröffnete bereits im Dezember 2016 das Insolvenzverfahren der Schiffahrts-Gesellschaft ‚Hansa Castella‘ mbH & Co. KG. Nun, etwa drei Jahre später, informiert der Insolvenzverwalter Dr. Moritz Sponagel die Anleger über die Rückforderung der Ausschüttungen. Zum Teil liegen die zurückgeforderten Ausschüttungen allerdings über 20 Jahre zurück. Wie Sie sich als betroffener Anleger verhalten können und was es mit der Insolvenz der Hansa Castella auf sich hat, erfahren Sie in diesem Artikel.

Hintergrund zur Insolvenz der Hansa Castella

Wie bei vielen Schifffonds konnten sich die Anleger als Kommanditisten am Unternehmen beteiligen. Das Projekt der Hansa Castella wurde sogar vom Staat gefördert. Dennoch konnte der Fond langfristig nicht die gewünschten Gewinne erzielen. Schließlich musste die Gesellschaft die Insolvenz anmelden. Die vorhandene Insolvenzmasse reichte jedoch nicht aus, um alle Gläubiger zu befriedigen. Deswegen fordert der Insolvenzverwalter Dr. Moritz Sponagel nun Ausschüttungen zurück, die die Anleger bereits erhalten haben.

Begründung der Rückforderung der Ausschüttungen

Die Rückforderung der Ausschüttungen begründet der Insolvenzverwalter der Hansa Castella mit den §§ 171, 172 Abs. IV HGB. Laut diesem besteht für Kommanditisten nicht nur das Risiko eines Totalverlustes. Auch erhaltene Ausschüttungen des Unternehmens können wieder zurückgefordert werden.

Die Rückforderung der Ausschüttungen nach §§ 172, 172 Abs. IV HGB ist ein scharfes Schwert. Allerdings müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein, sodass die Paragraphen auch wirklich als Begründung für die Rückforderung der Ausschüttungen herangezogen werden kann:

  1. Der Insolvenzverwalter muss darlegen, dass das Vermögen der Gesellschaft nicht ausreicht die bestehenden Forderungen zu befriedigen.
  2. Die zurückgeforderten Ausschüttungen dürfen nur für die Befriedigung der Gläubiger herangezogen werden.
  3. Es muss sich um gewinnunabhängige Ausschüttungen
  4. Der Anleger kann sich nicht auf Verjährung berufen.

Ob diese Voraussetzungen wirklich gegeben sind, sollten Sie als betroffener Anleger unbedingt überprüfen lassen. In vielen Fällen erfolgt die Berufung auf den § 172 HGB fast automatisch, ohne dass die Voraussetzungen detailliert dargelegt werden.

Was können Sie als Betroffener der Insolvenz der Hansa Castella tun?

Lassen Sie Ihren Einzelfall prüfen. Denn, es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Anspruch abzuwehren. Gehen Sie der Aufforderung zur Rückzahlung der Ausschüttungen nicht einfach nach. Wie bereits erwähnt, sollte zunächst geprüft werden, ob die Anwendung des § 172 HGB rechtens ist.

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Die Autorin

Corinna Ruppel – Rechtsanwältin für Bankrecht und Kapitalmarktrecht in Rosenheim (Oberbayern)

Corinna Ruppel nutzt ihre Fachexpertise aus ihrer langjährigen Tätigkeit als Kreditspezialistin und Syndikusanwältin, um Privatpersonen in allen Fragen rund um Bank- und Kapitalmarktrecht zu beraten und zu vertreten. Dabei legt Sie besonderen Wert auf Transparenz und eine vertrauensvolle Basis dem Mandanten gegenüber.

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