Insolvenz der MS Euro Snow

Rückforderung von Ausschüttungen durch Insolvenzverwalter Undritz

Schon seit viereinhalb Jahren ist die Insolvenz des Schifffonds „Reederei MS EURO SNOW UG & Co. KG“ bekannt. Im April 2015 eröffnete das Amtsgericht Niebüll das Insolvenzverfahren. Aufgrund dessen sahen bereits damals viele Anleger ihr investiertes Vermögen in Gefahr. Doch nicht nur das: Nun informiert der Insolvenzverwalter Dr. Sven-Holger Undritz die Kommanditisten über die Rückforderung der geleisteten Ausschüttungen.

Beteiligungsform an der MS Euro Snow

Die Anleger des von der GHF aufgelegten Schifffonds konnten sich in Form eines Kommanditisten am Unternehmen beteiligen. Dies ist eine durchaus riskante Investitionsmöglichkeit, da laut § 172 Abs. IV HGB das Risiko des Totalverlustes besteht. Laut Gesetz verlieren die Anleger im Falle einer Insolvenz also nicht nur ihre Einlage, sondern müssen auch erhaltene Ausschüttungen zurückzahlen.

Bewertung der Aufforderung zur Rückzahlung der Ausschüttungen

Der § 172 HGB ist ein beliebter Ansatz der Insolvenzverwalter, um die Insolvenzmasse zu erhöhen. Allerdings müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein, damit die Anleger wirklich verpflichtet sind, die erhaltenen Ausschüttungen zurückzuzahlen:

  • Es muss sich um gewinnunabhängige Ausschüttungen.
  • Das eingeforderte Geld darf nur für die Befriedigung der Gläubiger verwendet werden.
  • Der Insolvenzverwalter muss darlegen, dass das Vermögen der Gesellschaft die Gläubigerforderungen nicht deckt.

Es gilt demnach zu überprüfen, ob die Ausschüttungen der MS Euro Snow tatsächlich gewinnunabhängig waren. Schließlich besitzt die Fondgesellschaft eine hundertprozentige Beteiligung an der Tulip Maritime Limited, deren Gewinne auch die MS Euro Snow betreffen könnten.

Darüber hinaus sprach der Insolvenzverwalter Undritz die Anleger pauschal an, ohne die einzelnen Umstände zu beachten. Denn nicht alle Anleger sind gesetzlich von der Rückforderung der Ausschüttungen betroffen. Zudem legte Herr Dr. Undritz noch keine Insolvenztabelle nach §178 InsO vor, wodurch die Verwendung der Insolvenzmasse hervorgehen würde.

Unsere Empfehlung

Wenn Sie sich als Kommanditist an der „Reederei MS EURO SNOW UG & Co. KG“ beteiligt haben und sich nun mit der Rückforderung der Ausschüttungen konfrontiert sehen, kommen Sie der Aufforderung auf keinen Fall ungeprüft nach. Als Rechtsanwälte im Bereich Bank- und Kapitalmarktrecht können wir von CDR Legal Ihnen behilflich sein. Wir besprechen mit Ihnen  Ihre Ausgangslage in einem ersten kostenlosen Beratungsgespräch und legen gemeinsam mit Ihnen das weitere Vorgehen.

Neben den bereits genannten Varianten einer Verweigerung der Zahlung gibt es zudem die Möglichkeit, Ihren Finanzberater zur Rechenschaft zu ziehen. Wenn dieser Sie nicht ausführlich über die Risiken der Anlage informiert hat, könnten Sie einen Anspruch auf einen Schadensersatz erheben.

Sprechen Sie uns gerne an, wir unterstützen Sie bei der Durchsetzung Ihrer Rechte!

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Die Autorin

Corinna Ruppel – Rechtsanwältin für Bankrecht und Kapitalmarktrecht in Rosenheim (Oberbayern)

Corinna Ruppel nutzt ihre Fachexpertise aus ihrer langjährigen Tätigkeit als Kreditspezialistin und Syndikusanwältin, um Privatpersonen und Unternehmen in allen Fragen rund um Bank- und Kapitalmarktrecht sowie Insolvenzrecht zu beraten und zu vertreten. Dabei legt sie besonderen Wert auf Transparenz und eine vertrauensvolle Basis dem Mandanten gegenüber.

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