Insolvenz der MS Northern Endurance

Rückforderung von Ausschüttungen durch den Insolvenzverwalter Penzlin

Video Einleitung zum Thema „Insolvenz der MS Northern Endurance“ von Rechtsanwältin Corinna Ruppel

Bereits Ende 2016 eröffnete das Amtsgericht Hamburg das Insolvenzverfahren der MS Northern Endurance. Etwa drei Jahre später fordert der Insolvenzverwalter des Fonds der Deutsche Schifffahrtstreuhand AG nun die Ausschüttungen der Anleger zurück. Laut der vorgelegten Tabelle belaufen sich die Forderungen der Insolvenzgläubiger auf etwa 2,8 Mio. €. Erfahren Sie in diesem Artikel, wie Sie als betroffener Anleger vorgehen sollten.

Hintergrund der MS Northern Endurance

Interessierte Anleger konnten sich an dem Schifffonds in der Rolle eines Kommanditisten beteiligen. Doch die durchaus riskante Investitionsmöglichkeit konnte im Laufe der Jahre nicht genügend Gewinne einbringen. So wurde schließlich im Dezember 2016 das Insolvenzverfahren eröffnet. Das Amtsgericht Hamburg ernannte den Rechtsanwalt Dr. Dietmar Penzlin zum Insolvenzverwalter.

Die Insolvenzmasse reichte allerdings nicht aus, um die Forderungen aller Gläubiger zu befriedigen. Deswegen beauftragte er nun den Rechtsanwalt Volker Hey, die Kommanditisten über die Rückforderung der Ausschüttungen zu informieren. Es handelt sich dabei um Ausschüttungen, die die Anleger zwischen den Jahren 2002 und 2008 erhalten haben.

Begründung der Rückforderung von Ausschüttungen der MS Northern Endurance

Die Rückforderung von Ausschüttungen begründet der Insolvenzverwalter Dr. Dietmar Penzlin mit dem § 172 HGB. Dieser besagt, dass Kommanditisten bei einem negativen Kapitalkonto gewinnunabhängige Ausschüttungen zurückzahlen müssen. Dadurch verlieren die Anleger nicht nur ihr investiertes Vermögen, sondern unter Umständen auch gezahlte Ausschüttungen.

Bewertung des Falls

Sich auf den § 172 HGB zu berufen, ist in Insolvenzfällen von Schifffonds eine gestattete Maßnahme, die Insolvenzmasse zu erhöhen. Häufig nutzen die Insolvenzverwalter diese Vorgehensweise allerdings automatisch, ohne den Sachverhalt detailliert zu prüfen und vor allem darzulegen. Damit der § 172 HGB gilt, gibt es einige zu erfüllende Voraussetzungen.

So muss der Insolvenzverwalter eindeutig und nachvollziehbar darstellen, wofür er die zurückgezahlten Summen verwendet. Er kann nicht einfach ohne Grundlagen die Insolvenzmasse erhöhen wollen, sodass womöglich einige Beteiligte davon profitieren. Das eingeforderte Vermögen darf ausschließlich der Befriedigung der Gläubiger dienen. Zudem muss es sich um gewinnunabhängige Ausschüttungen handeln. Aus dem Schreiben des Rechtsanwalts Volker Hey geht allerdings nicht eindeutig hervor, zu welchen Zwecken er die zurückgeforderten Ausschüttungen verwenden will.

Außerdem ist zu prüfen, ob die Rückforderung der Ausschüttungen nicht verjährt ist. Bereits im Jahr 2009 war abzusehen, dass der Schifffonds nicht die erwünschten Gewinne erzielen kann. Die HSH Nordbank, die als alleiniger Finanzierer auftrat, erhielt die ausstehende Tilgung des Kredits nicht zum vereinbarten Zeitpunkt. Die Bank wusste also bereits zu diesem Zeitpunkt, dass wahrscheinlich geleistete Ausschüttungen hätten zurückgefordert werden können.

Was können Sie als Betroffener der Insolvenz der MS Northern Endurance tun?

Zunächst sollten Sie auf gar keinen Fall der Zahlungsaufforderung einfach nachgehen. Lassen Sie Ihren Einzelfall unbedingt überprüfen. Denn ob der Insolvenzverwalter den § 172 HGB wirklich herbeiziehen kann, muss noch geklärt werden. Genauso sollte die Verjährung des Anspruches überprüft werden.

Außerdem besteht die Möglichkeit, gegenüber Ihrem Finanzberater einen Schadensersatzanspruch zu erheben. Wenn er Ihnen die Investition als sichere Geldanlage empfohlen hat, verletzte er somit seine Pflicht der Risikoaufklärung.

Wir von CDR Legal können Sie in dem Fall der MS Northern Endurance gerne unterstützen. Als Rechtsanwälte für Bank- und Kapitalmarktrecht bieten wir Ihnen ein kostenloses Erstgespräch. Gemeinsam mit Ihnen bewerten wir Ihre Ausgangssituation und besprechen das weitere Vorgehen. Wir unterstützen Sie bei der Durchsetzung Ihrer Rechte!

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Die Autorin

Corinna Ruppel – Rechtsanwältin für Bankrecht und Kapitalmarktrecht in Rosenheim (Oberbayern)

Corinna Ruppel nutzt ihre Fachexpertise aus ihrer langjährigen Tätigkeit als Kreditspezialistin und Syndikusanwältin, um Privatpersonen in allen Fragen rund um Bank- und Kapitalmarktrecht zu beraten und zu vertreten. Dabei legt Sie besonderen Wert auf Transparenz und eine vertrauensvolle Basis dem Mandanten gegenüber.

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