Das Insolvenzverfahren – Ablauf und Phasen

Ablauf InsolvenzverfahrenDas Insolvenzverfahren – Ablauf und Phasen

Generell unterscheidet man im Insolvenzrecht zwei Abschnitte des Insolvenzverfahrens: Zunächst gibt es das Eröffnungsverfahren und anschließend das (eröffnete) Insolvenzverfahren. Während in dem Eröffnungsverfahren die Antragsprüfung und Sicherheitsmaßnahmen im Vordergrund steht, unterteilt sich das eigentliche Insolvenzverfahren in verschiedene Phasen der Abwicklung des Unternehmens. Diese möchten wir Ihnen in diesem Artikel näherbringen.

Wie läuft ein Insolvenzverfahren ab?

Ab dem Zeitpunkt der Eröffnung des Insolvenzverfahrens verändern sich die Machtverhältnisse im Unternehmen. Die Geschäftsführung darf keine wirtschaftlichen Aktivitäten mehr ausüben und nicht mehr über das Vermögen der Gesellschaft verfügen. Stattdessen erhält der Insolvenzverwalter alle rechtlichen Befugnisse. Mit der Folge, dass er nunmehr das gesamte Vermögen des insolventen Unternehmens verwaltet und die Geschäfte leitet. Sein oberstes Ziel ist es, durch Mehrung des Vermögens der Gesellschaft, die Forderungen der Gläubiger bestmöglich zu bedienen. Folgende Themen sind dabei für die Gläubiger immer wieder von Interesse.

Eröffnungsbeschluss

Das Insolvenzgericht eröffnet das Insolvenzverfahren auf Antrag des Schuldners oder der Gläubiger. Eine der Voraussetzungen dafür ist, dass das Vermögen des Schuldners wahrscheinlich ausreichen wird, die Kosten des Verfahrens zu decken. Außerdem veröffentlicht es den Eröffnungsbeschluss sofort im Internet und stellt ihn den Gläubigern und dem Schuldner gesondert zu. Damit verbunden sind eine Reihe von rechtlichen Konsequenzen für die Gläubiger. Mehr zum Eröffnungsbeschluss finden Sie hier.

Allgemeine Wirkungen der Verfahrenseröffnung

Die wohl wichtigste Auswirkung der Eröffnung des Insolvenzverfahrens ist der Übergang der Verwaltungs- und Verfügungsmacht (§ 80 InsO). Das Insolvenzgericht entzieht dem Schuldner die entsprechenden Befugnisse über sein Unternehmen und überträgt sie anschließend auf den bestellten Insolvenzverwalter. Lesen Sie hier mehr zu den Auswirkungen der Verfahrenseröffnung.

Einzelvollstreckung

Das Insolvenzverfahren ist ein Gesamtvollstreckungsverfahren. Es hat zum Ziel, die Insolvenzmasse gerecht und gleichmäßig unter den Gläubigern aufzuteilen. Um eine Beeinträchtigung dieses Ziels zu verhindern, erteilt das Insolvenzgericht deswegen Vollstreckungsverbote. Erfahren Sie hier mehr über die Einzelvollstreckung seitens der Gläubiger.

Absonderungsrecht

Durch das Absonderungsrecht erschafft das Insolvenzrecht eine Ausnahme der Gleichbehandlung aller Gläubiger im Insolvenzverfahren. Besitzt zum Beispiel ein Gläubiger ein Pfandrecht auf einen Gegenstand des Unternehmens, wird dieser bevorzugt behandelt. Mehr zum Absonderungsrecht finden Sie hier.

Aussonderungsrecht

Die Aussonderung im Insolvenzverfahren bezeichnet die Ausgliederung von Gegenständen, die nicht zur Insolvenzmasse gehören. So kann der Insolvenzverwalter also keine Objekte dem Unternehmensvermögen hinzufügen, die nicht dem Schuldner gehören. Beispiele für das Aussonderungsrecht finden Sie hier.

Aufrechnung

Das Insolvenzverfahren beeinflusst das Recht zur Aufrechnung grundsätzlich nicht. Der Gläubiger kann dem Insolvenzverwalter gegenüber eine Aufrechnung erklären und muss seine Forderung daher nicht im Insolvenzverfahren anmelden. Einige Besonderheiten sind allerdings dabei trotzdem zu beachten. Erfahren Sie hier mehr darüber.

Einfluss auf schwebende Prozesse

Es kann vorkommen, dass zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags Prozesse für bzw. gegen das Unternehmen anhängig sind. Laut § 80 Abs. 1 InsO endet jedoch das Prozessführungsbefugnis des Schuldners mit der Eröffnung des Verfahrens. Lesen Sie hier mehr über den Einfluss des Insolvenzverfahrens auf schwebende (anhängige) Prozesse.

Erfüllung schwebender Verträge

Da es sich bei dem Schuldner um ein Unternehmen handelt, das am Wirtschaftsleben teilnimmt, werden Verträge existieren, die noch nicht von beiden Seiten erfüllt sind. Ist ein gegenseitiger Vertrag zum Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung nur von einer Seite erfüllt, gelten die folgenden Vorschriften: Hat der Vertragspartner des Schuldners seinen Teil bereits ganz erfüllt, muss er seinen Gegenanspruch als Insolvenzforderung geltend machen. Hat jedoch nur der Schuldner seinen Teil erfüllt, muss der Vertragspartner seine Leistung noch erbringen. Mehr zu der Erfüllung schwebender Verträge finden Sie hier.

Zusammenfassung des Ablaufs eines Insolvenzverfahrens

Die Begriffe sind etwas verwirrend und werden oft nicht sauber getrennt. Aber grundsätzlich unterscheidet sich die Insolvenz in eine Vorprüfung (Eröffnungsverfahren) und dem Hauptverfahren (Insolvenzverfahren), in dem es darum geht, die Gläubiger bestmöglich zu befriedigen.

Sind Sie ein Gläubiger eines insolventen Unternehmens und möchten Ihre Ansprüche geltend machen? Sprechen Sie uns gerne an. In einem ersten Gespräch bewerten wir Ihre Chancen, beraten Sie im weiteren Vorgehen und unterstützen Sie weiterhin bei der Durchsetzung Ihrer Rechte.

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