rawpixel 567016 unsplash 1024x683 - Der Insolvenzverwalter: Aufgaben und KompetenzenDer Insolvenzverwalter: Aufgaben und Kompetenzen

Nun ist es soweit: Das Gericht hat dem Antrag auf das Eröffnungsverfahren zugestimmt und bestellt einen Insolvenzverwalter. Seine Hauptaufgabe ist es, die Insolvenzmasse des Unternehmens zu ermitteln und sie unter den fordernden Gläubigern aufzuteilen. Doch was sind eigentlich genau die Aufgaben eines Insolvenzverwalters und wie bewertet man seine Kompetenzen? Was ist der Unterschied zwischen einem starken und einem schwachen? In diesem Artikel beantworten wir Ihre Fragen.

Der vorläufige Insolvenzverwalter

Vor der Zulassung des Insolvenzverfahrens bestellt das Gericht zumeist schon einen vorläufigen Insolvenzverwalter. Dieser soll während der Überprüfung des Antrags auf das Eröffnungsverfahren sicherstellen, dass sich die finanzielle Lage des Unternehmens nicht noch weiter verschlechtert. Er gilt also als einer der Sicherheitsmaßnahmen. Der vorläufige Insolvenzverwalter besitzt nur eingeschränkte Rechte und Pflichten, die das Insolvenzgericht zuvor individuell festlegt. Unterschieden wird zwischen einem „schwachen“ und einem „starken“ vorläufigen Insolvenzverwalter. Letzterer geht häufig in den „endgültigen“ Insolvenzverwalter über.

„Schwacher“ vorläufiger

Besitzt ein Insolvenzverwalter nur die Aufgabe, die Insolvenzmasse ohne verfügungsbeschränkende Befugnisse zu sichern, gilt er als „schwach“. Mit ihm möchte das Insolvenzgericht verhindern, dass die Gläubiger eine vorhergehende Vollstreckung erwirken. Denn oft versuchen die Gläubiger, sobald sie von der drohenden Insolvenz des Unternehmens erfahren, ihre Forderungen vorab noch beglichen zu bekommen. Da allerdings eine gleichberechtigte Verteilung der Insolvenzmasse angestrebt wird, gilt es dies zu verhindern.

„Halbstarker“ vorläufiger

Erhält er zudem noch verfügungsbeschränkte Anforderungen in Form eines Zustimmungsvorbehalts, spricht man von einem „halbstarken“ Insolvenzverwalter. So kann der Schuldner unter der Zustimmung des Insolvenzverwalters über das Vermögen seines Unternehmens verfügen und Entscheidungen treffen. Diese Variante ist besonders sinnvoll, wenn das Unternehmen während des Insolvenzverfahrens weiterhin unter dem Inhaber bzw. dem Geschäftsführer geführt werden soll.

„Starker“ vorläufiger

Im Falle des Auftretens eines „starken“ Insolvenzverwalters hat der Schuldner selbst keine Macht mehr über das Vermögen seines Unternehmens. Es liegt ein allgemeines Verfügungsverbot vor. Die Beauftragung eines „starken“ Insolvenzverwalters entspricht oft auch der Beauftragung des endgültigen, der das eröffnete Insolvenzverfahren begleiten wird.

Insolvenzverwalter als Begleiter des Insolvenzverfahrens

Obwohl das Gericht den Insolvenzverwalter bestellt, kann eine Gläubigerversammlung für den Austausch dieser Person sorgen. Schließlich sollte es sich um eine kompetente Person handeln, die beiden Parteien gegenüber gerecht wird. Zum einen ist er der Interessenvertreter der Gläubiger, da er das vorhandene Vermögen des Unternehmens gerecht unter ihnen aufteilen soll. Zum anderen sollte er sich allerdings auch dem Schuldner gegenüber verpflichtet fühlen. Denn ein Ziel des Insolvenzverwalters ist es, dass das insolvente Unternehmen seine Schulden begleichen und trotzdem fortbestehen kann.

Die Vermögensbefugnis des insolventen Unternehmens geht mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens auf den Insolvenzverwalter über. Somit kann er die Insolvenzmasse sichten und sich einen Überblick über die bestehenden Forderungen der Gläubiger schaffen. Es ist seine Pflicht, in den Gläubigerversammlungen die Teilnehmer über den aktuellen Stand des Insolvenzverfahrens zu informieren. Ansonsten hat er allerdings keine Auskunftspflicht ihnen gegenüber. In der Versammlung selbst haben die Gläubiger die Möglichkeit, über den Insolvenzverwalter Einfluss auf das Insolvenzverfahren zu nehmen.

Letztendlich entscheidet nämlich dieser über die Zukunft des insolventen Unternehmens: Sanierung oder Liquidierung? Um diese Entscheidung treffen zu können, benötigt er viel Zeit für die Einarbeitung in die Probleme des Schuldners. Sieht er die Möglichkeit, das Unternehmen zu retten, wird er einen Sanierungsplan erstellen. Hierbei handelt es sich um das Konzept der Sanierung. Der Plan liegt zudem dem Gericht vor. Die Arbeit eines Insolvenzverwalters endet mit dem Abschluss des Insolvenzverfahrens, welches sich über einige Jahre hin erstrecken kann.

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