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MPC Deutschland 10 – Anlegern drohen Verluste

Anleger sollen Verkauf zustimmen

Seit 2011 gibt es den geschlossenen Fonds MPC Deutschland 10, der seitens MPC Capital aufgelegt wurde. Es handelt sich um einen sogenannten geschlossenen Immobilienfonds, bei dem Anleger durch ihr Kapital den Erwerb einer Büroimmobilie in Erlangen finanziert haben.

Vor wenigen Wochen hat die Gesellschaft die Anteilsinhaber allerdings um die Zustimmung gebeten, diesen Büroimmobilien-Komplex zu veräußern. Der Mindestverkaufspreis liegt jedoch erheblich unter dem damaligen Kaufpreis. Daher drohen Anlegern nun erhebliche Verluste, falls der geplante Verkauf realisiert werden sollte. Sogar eine mögliche Insolvenz beim Scheitern des Verkaufs steht im Raum.

 MPC Capital: Wer steckt hinter dem MPC Deutschland 10?

Aufgelegt wurde der MPC Deutschland 10 seitens der Hamburger Gesellschaft MPC Capital. Dieses Unternehmen bietet seit 1994 die Beteiligung an Fonds an. Dazu zählen insbesondere geschlossene Fonds.

In dem Segment ist MPC Capital sogar das größte, an der Börse notierte Emissionshaus in Deutschland für geschlossene Immobilienfonds. In der Vergangenheit hat die Gesellschaft mehr als 100 Immobilienfonds aufgelegt.

Investition des MPC Deutschland 10

Beim MPC Deutschland 10 handelt es sich um einen geschlossenen Immobilienfonds, der in einen Büroimmobilien-Komplex investiert ist. Es handelt sich um drei Büroimmobilien und ein Parkhaus nebst einer Kantine in Erlangen.

Der Fonds hat ein Gesamtvolumen von rund 74 Millionen Euro und die geplante Laufzeit beträgt (ab 2011) zehn Jahre. Ein Hauptmieter der Bürogebäude ist Siemens.

Für Anleger gab es vor neun Jahren die Möglichkeit, in diese Büroimmobilien zu investieren. Die Gewinne sollten aus den Mieteinnahmen dem späteren Verkauf der Immobilie erzielt werden. Der Kaufpreis betrug damals 69 Millionen Euro.

Aktuell: MPC bittet Anleger um Zustimmung für den Verkauf

Bis zum Beginn des vergangenen Jahres liefen seitens des MPC Deutschland 10 sämtliche Aus- und Rückzahlungen wie im Prospekt dargestellt. Seit diesem Zeitpunkt gibt es allerdings keine Auszahlungen mehr, sodass Anleger bereits Sorge um ihr Kapital haben.

Aktuell kommt nun hinzu, dass der Verkauf der Büroimmobilien geplant ist. Das Problem ist, dass dieser Verkauf für Anleger voraussichtlich zu einem erheblichen Verlust führen würde. Grund dafür ist, dass der Mindestverkaufspreis bzw. das aktuelle Angebot lediglich bei knapp 39 Millionen liegt. Deutlich unter dem ursprünglichen Preis von 69 Million Euro.

Kritik seitens der Anteilsinhaber

Einerseits würde der Verkauf für Anleger bedeuten, dass die Schlusszahlung sich auf unter 19 Prozent belaufen würde. Zudem existiert ein wesentlicher Interessenkonflikt seitens MPC. Dieser besteht darin, dass sie für den Verkauf den Makler MPC Real Estate Solutions GmbH beauftragten. Dieser erhält eine Provision von knapp einem Prozent beim Verkauf, trotzdem bereits Verluste erwirtschaftet werden.

Darüber hinaus gibt es den Anlegern mit Recht zu denken, dass Verhandlungen aktuell lediglich mit einem möglichen Käufer existieren, der bereits auf gewisse Art und Weise mit MPC „verflochten“ ist. Der erste Verkaufsversuch bzw. der Erhalt der notwendigen Zustimmung scheiterte angeblich aufgrund technischer Probleme. Daher wurde eine zweite Abstimmung für den 28. Oktober anberaumt.

Beunruhigend für Anleger ist: Die Fondsgesellschaft stellt eindeutig klar, dass vermutlich die Insolvenz des MPC Deutschland 10 die einzige Alternative wäre, sollte der geplante Kauf aufgrund mangelnder Zustimmung nicht zustande kommen. Dann müssen Anleger befürchten, ihr restliches Kapital nicht zurückzuerhalten, da die Gesellschaft zahlungsunfähig wäre.

Was können Anteilsinhaber jetzt tun?

Zahlreiche Anleger werden vermutlich gegen den Verkauf stimmen. Dies wird unter anderem damit begründet, dass durchaus andere Interessenten für den Kauf vorhanden sind. Diese würden sogar einen höheren Preis als das bisher einzig offizielle Angebot beinhaltet zahlen.

Zudem sehen es nicht wenige Gesellschafter als Skandal an, wie sie derzeit zur Zustimmung gedrängt und unter Druck gesetzt werden. Daher stellt sich die Frage, was die betroffenen Anteilsinhaber jetzt tun können.

Für Inhaber von Anteilen des MPC Deutschland 10 Fonds ist die Situation nicht einfach. Ein Verlust zumindest eines Teils der Einlage bzw. des kalkulierten Ertrages scheint derzeit relativ wahrscheinlich. Es könnte jedoch noch deutlich schlimmer kommen, wenn nämlich die Fondsgesellschaft tatsächlich Insolvenz anmelden muss. Aktuell geht es vor allem um die noch ausstehende Schlussausschüttung, die mit 18,7 Prozent beziffert wird.

Da Anleger also zunächst in der „Warteschleife“ stehen, ist es definitiv wichtig, sich bereits jetzt kompetent beraten zu lassen. Daher bietet es sich an, ein kostenloses Erstgespräch mit der auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten Anwaltskanzlei CDR-Legal zu führen.

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Die Autorin

Corinna Ruppel – Rechtsanwältin für Bankrecht und Kapitalmarktrecht in Rosenheim (Oberbayern)

Corinna Ruppel nutzt ihre Fachexpertise aus ihrer langjährigen Tätigkeit als Kreditspezialistin und Syndikusanwältin, um Privatpersonen und Unternehmen in allen Fragen rund um Bank- und Kapitalmarktrecht sowie Insolvenzrecht zu beraten und zu vertreten. Dabei legt sie besonderen Wert auf Transparenz und eine vertrauensvolle Basis dem Mandanten gegenüber.

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