Musterfeststellungsklage Wirecard: KapMuG-Musterverfahren laufen an

Sollen sich Geschädigte der Wirecard dem Musterverfahren anschließen?

Bereits mehrfach hat die Kanzlei CDR-Legal über die Entwicklung der Wirecard AG berichtet, die bekanntlich vor mehr als einem Monat einen Antrag auf Insolvenz gestellt hat. Aktuell laufen und die ersten Musterklagen an, die nach dem KapMuG-Musterverfahren durchgeführt werden.

Zum Hintergrund: Verluste für Anleger bei Wirecard

Falls Sie sich noch nicht intensiver mit dem Thema Wirecard beschäftigt haben, kurz noch etwas zum Hintergrund der nun anlaufenden Musterfeststellungsklagen. Das DAX Unternehmen Wirecard hat von mehreren Wochen einen Antrag auf Insolvenz gestellt, weil ein erheblicher Betrag in der Kasse fehlt.

Zwischenzeitlich hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen mehrere Ex-Vorstände erhoben. In der Zwischenzeit ist die Aktie bis nahezu ins Bodenlose gefallen. Daher haben zahlreiche Anleger enorme Verluste durch den Kursrutsch erlitten, sodass nun intensiv Ansprüche gegenüber den ehemaligen Vorständen der Wirecard AG, aber auch gegenüber der BaFin und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young (EY) geprüft werden.

Welche Kapital-Musterverfahren gibt es aktuell?

Aktuell gibt es im Wesentlichen drei Musterklagen, die anberaumt wurden. In der Übersicht richten sich diese Klagen an folgende Gegner:

  • Amtshaftungsklage gegen die BaFin (Antrag auf Einleitung KapMuG-Musterverfahren beim Oberlandesgericht Frankfurt)
  • Musterverfahren gegen Wirecard (Antrag auf Musterverfahren beim Landgericht München I)
  • Klage (Musterverfahren) nach dem KapMuG-Musterverfahren gegen Ernst & Young sowie den Ex-Vorstandsvorsitzenden Dr. Markus Braun vor dem Landgericht München I

Die aktuell anberaumten Musterfeststellungsklagen richten sich demnach sowohl gegen die Wirecard AG selbst und deren ehemalige Vorstände als auch gegen die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young. Gegen die BaFin wird ebenfalls ein Musterverfahren beantragt.

Gegenüber der BaFin lautet der Vorwurf, dass über Jahre hinweg ein Amtsmissbrauch im Fall Wirecard stattgefunden habe. Zentrales Element ist der Vorwurf, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ihre Pflichten im Bereich Aufklärung und der Anzeige von Manipulationen am Markt verletzt habe.

Eine Musterfeststellungsklage richtet sich ebenso gegen die Wirecard AG, die vermutlich in großem Umfang sowohl gegen deutsches als auch gegen europäisches Kapitalmarktrecht verstoßen habe. Dabei stehen im Besonderen die ehemaligen Führungskräfte im Visier, vor allem der ehemalige Vorstandsvorsitzende Dr. Markus Braun und der ehemalige COO Jan Marsalek.

Eine Klage nach dem KapMuG-Musterverfahren wurde ebenfalls gegen die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young GmbH eingereicht. Der Vorwurf lautet hier, dass Bilanzmanipulationen deutlich früher erkannt und vor allen Dingen öffentlich gemacht hätten werden müssen.

Worum handelt es sich bei einer Musterklage?

Im Zusammenhang mit Wirecard wird nun immer öfter von einer Musterklage, einer Musterfeststellungsklage oder dem KapMuG-Musterverfahren berichtet. Doch worum handelt es sich eigentlich bei einer Musterklage bzw. einem Musterverfahren?

Vereinfacht dargestellt ist eine Musterklage eine Klage, die nicht von lediglich einer Person oder einem Unternehmen gestellt wird, sondern an der zahlreiche Parteien mit den gleichen Interessen beteiligt sind. Der wesentliche Vorteil einer Musterklage nach dem KapMuG ist, dass es ohne hohes finanzielles Prozessrisiko möglich ist, selbst kleinere Summen einzuklagen.

Wie funktioniert das Musterverfahren?

Nach KapMuG hat jeder Anleger, der Schadensersatzansprüche geltend machen möchte, die Möglichkeit, ein solches Verfahren einleiten zu lassen. Ist der Antrag auf eine Musterfeststellungsklage bekannt gemacht, findet zunächst eine Unterbrechung des Verfahrens statt. Gehen beim Gericht mindestens zehn gleich gerichtete Musterfeststellungsanträge in demselben Rechtsstreit ein, holt das Gericht einen Musterentscheid beim übergeordneten Oberlandesgericht ein.

Welche Vorteile hat ein Musterfeststellungsverfahren?

Musterklagen bzw. Musterfeststellungsverfahren gibt es in Deutschland immer öfter, weil diese Verfahren für den Betroffenen mehrere Vorteile haben. Dazu gehören in erster Linie:

  • Effektive Umsetzung der Schadensersatzansprüche einzelner Anleger
  • Deutliche Reduzierung des Prozesskostenrisikos (für den Anleger)
  • Einmalige Klärung komplexer Rechtsfragen
  • Beschleunigung bei der Abwicklung zahlreicher Klagen
  • Urteil gilt für alle angeschlossenen Parteien

Sollte ich an der Musterfeststellungsklage gegen Wirecard teilnehmen?

Falls Sie als Noch-Aktionär oder ehemaliger Aktionär durch die Vorgänge bei der Wirecard AG Verluste erlitten haben, haben Sie selbstverständlich das Recht, Ihre Ansprüche geltend zu machen. Empfehlenswert ist es, sich zunächst an eine im Bereich Bank- und Kapitalmarktrecht tätige Anwaltskanzlei wie CDR-Legal zu wenden.

Im ersten Schritt hilft die Kanzlei Ihnen dabei, als Geschädigter ins entsprechende Insolvenzregister eingetragen zu werden. Dort können Gläubiger ihre Ansprüche anmelden. Im zweiten Schritt berät CDR-Legal gerne bezüglich der Durchsetzung Ihres Schadenersatzanspruches und ob es sinnvoll ist, an den Kapitalmusterklagen teilzunehmen.

Die Musterfeststellungsklagen im Fall Wirecard kommen für Sie vor allem dann infrage, wenn Sie auf der einen Seite einen größeren Betrag verloren haben, jedoch auf der anderen Seite nicht bereit sind, ein höheres Prozesskostenrisiko einzugehen.

In diesem Fall berät Sie die Kanzlei CDR-Legal gerne. Zusammen klären wir, ob für Sie eine Musterfeststellungsklage infrage kommt oder vielleicht doch eine individuelle Klage der sinnvollere Weg ist.

Lassen Sie sich helfen von der Anwältin & Autorin Corinna Ruppel

Corinna Ruppel – Rechtsanwältin für Bankrecht und Kapitalmarktrecht in Rosenheim (Oberbayern)

Ihr kostenloses Erstgespräch:
08031 7968029

Melden Sie sich gerne zum monatlichen Rundmail mit über 500 Abonnenten an und erhalten Sie alle wichtigen Neuigkeiten zu der Entwicklung des Sachverhalts.

Wie hilfreich fanden Sie den Artikel?

Klicken Sie auf die Sterne, um den Artikel zu bewerten

Durchschnittliche Bewertung: 0 / 5. Anzahl der Bewertungen: 0

Bisher gibt es keine Bewertungen des Artikel

We are sorry that this post was not useful for you!

Let us improve this post!

Tell us how we can improve this post?


Die Autorin

Corinna Ruppel – Rechtsanwältin für Bankrecht und Kapitalmarktrecht in Rosenheim (Oberbayern)

Corinna Ruppel nutzt ihre Fachexpertise aus ihrer langjährigen Tätigkeit als Kreditspezialistin und Syndikusanwältin, um Privatpersonen und Unternehmen in allen Fragen rund um Bank- und Kapitalmarktrecht sowie Insolvenzrecht zu beraten und zu vertreten. Dabei legt sie besonderen Wert auf Transparenz und eine vertrauensvolle Basis dem Mandanten gegenüber.

Ihr kostenloses Erstgespräch:
08031 / 7968029

Die Kanzlei

Persönliche Betreuung
Über 20 Jahre Erfahrung
Ex-Bankmitarbeiterin
Deutschlandweite Vertretung
Kostenloses Erstgespräch

Bekannt aus

Bekannt aus Kommentar der Frankfurter AllgemeinenBekannt aus Kommentar Süddeutschen