Welche Online-Casinos sind legal?

Ob ein Online-Casino legal ist oder nicht, hängt davon ab, ob der Anbieter die im Glücksspielstaatsvertrag genannten Voraussetzungen erfüllt

Bis vor nicht allzu langer Zeit waren Online-Glücksspiele bis auf wenige Ausnahmen verboten. Nach einer in 2020 vereinbarten Übergangsregelung schafft nun der zum 1. Juli 2021 in Kraft getretenen dritte Glücksspielstaatsvertrag relativ große Klarheit. Viele Online-Glücksspiele sind nun mit vorhandener Konzession erlaubt.

Das Wichtigste im Überblick

  • Bis vor dem Juli 2021 eingetretenen dritten Glücksspielstaatsvertrag waren Online-Glücksspiele bis auf wenige Ausnahmen verboten
  • Viele Online-Glücksspiele sind seit Mitte diesen Jahres mit vorhandener Konzession erlaubt
  • Ob ein Online-Glücksspiel legal ist, erkennen Sie unter anderem an der Lizenznummer in der Fußzeile der Seite einem TÜV-Zertifikat oder eCOGRA-Siegel

Dritter Glücksspielstaatsvertrag ab 1. Juli 2021 in Kraft

Der aktuell gültige Glücksspielstaatsvertrag ist der dritte und trat zum 1. Juli 2021 in Kraft. Gleichzeitig handelt es sich um den Glücksspielstaatsvertrag, der in der Historie betrachtet die größten Veränderungen mit sich bringt. Die zentralen Änderungen beziehen sich vor allem auf die Legalisierung zahlreicher Online-Glücksspiele, die bislang größtenteils illegal waren.

Anbieter von Online-Casinos und anderen Glücksspiele im Internet haben auf Grundlage des aktuellen Glücksspielstaatsvertrages die Möglichkeit, eine Konzession zu erhalten. Dazu müssen allerdings relativ strenge Anforderungen erfüllt werden. Diese sind darauf zurückzuführen, dass der neue Glücksspielstaatsvertrag insbesondere die folgenden ambitionierten Ziele hat:

  • Bekämpfung und Vorbeugung der Spielsucht
  • Bekämpfung der Schwarzmarktes
  • Spieltrieb der Menschen in kontrollierten und geordneten Bahnen leiten
  • Spielerschutz gewährleisten
  • Jugendschutz gewährleisten
  • Verhinderung von den Manipulationen bei Sportwetten und anderen Glücksspielen

Durch den neuen Glücksspielstaatsvertrag haben zahlreiche Anbieter von Glücksspielen zum ersten Mal die Möglichkeit, ihr Angebot auf legale Art und Weise zu offerieren. Darüber hinaus besteht für bereits vorhandene, legale Anbieter die Option, ihr bisheriges Angebot zu erweitern.

Vor dem Inkrafttreten des aktuellen Staatsvertrages gab es eine Art Übergangsregelung, konkret seit Mitte Oktober 2020. Diese Regelung besagte in erster Linie, dass bisher illegale Online-Casinos zumindest geduldet wurden. Allerdings nur, wenn die bereits bekannten Voraussetzungen des neuen Glücksspielstaatsvertrages weitestgehend erfüllt werden konnten. Diese „Duldung“ wird nun seit Juli durch die eindeutigen Regelungen des neuen Glücksspielstaatsvertrages abgelöst.

Eine Neuerung des Glücksspielstaatsvertrages besteht ab 1. Juli 2021 unter anderem darin, dass der Vertrag für das gesamte Bundesgebiet gilt. Vorher galt in Schleswig-Holstein noch ein eigenes Glücksspielgesetz. Dieses wird nun durch den dritten Glücksspielstaatsvertrag ersetzt.

Konzession für die Glücksspielangebote im Internet als Grundlage für die Legalität

Damit Online-Casinos, Sportwetten und andere Glücksspiele im Internet auf Grundlage des dritten Glücksspielstaatsvertrages legal sind, muss eine Konzession beantragt und erteilt werden. Das wiederum macht es erforderlich, dass die jeweiligen Anbieter eine Reihe von Voraussetzungen erfüllen können. Die wichtigsten Voraussetzungen sind in dem Zusammenhang:

  • Es muss gewährleistet werden, dass keine Minderjährigen am Glücksspiel teilnehmen können, zum Beispiel durch Identifikation mittels Ausweis
  • Glücksspieler dürfen seitens des Anbieters keinen Kredit erhalten und andere Kredite dürfen ebenfalls nicht aktiv beworben werden
  • Der Anbieter muss jedem Spieler ein separates Spielkonto zuordnen. Darüber hinaus dürfen pro Monat maximal 1.000 Euro auf Spielkonten eingezahlt werden
  • Spieler müssen die Möglichkeit haben, individuelle (geringere) Limits festzulegen
  • Glücksspielanbieter müssen im Rahmen eines sogenannten Sozialkonzeptes auf die Risiken des Glücksspiels hinweisen, wie zum Beispiel Spielsucht
  • Anbieter von Online-Casinos und anderen Internet-Glücksspielen müssen neben Beratungen auch Früherkennungssysteme nutzen, um spielsüchtige Glücksspiele zu identifizieren
  • Eine zentrale Spieler-Sperrkartei muss berücksichtigt werden, sodass die entsprechenden Glücksspieler das Angebot nicht nutzen dürfen
  • IT-Sicherheitskonzept muss umgesetzt und angewendet werden
  • Nach der Teilnahme an einem Glücksspiel muss der Anbieter gewährleisten, dass der Glücksspieler frühestens eine Minute später ein weiteres Glücksspiel durchführen kann

Neben diesen Vorgaben gibt es insbesondere für die Anbieter von Sportwetten, Slot-Machines sowie Poker-Spielen im Internet weitere Voraussetzungen, die zum Erhalt einer Konzession erfüllt werden müssen. Dazu gehört unter anderem, dass der Anbieter innerhalb der EU oder des EWR ansässig sein muss.

Darüber hinaus müssen die Anbieter ihre Beteiligungsverhältnisse offenlegen. Sie müssen über genügend Eigenmittel für die Geschäftstätigkeit verfügen sowie eine Sicherheitsleistung in Höhe von von meistens fünf Millionen Euro erbringen können.

Ein weiterer Inhalt des aktuellen Glücksspielstaatsvertrages ist, dass die erteilten Konzessionen zeitlich befristet sind. In der Regel gilt die Erstkonzession im Bereich Sportwetten und Online-Casino für einen Zeitraum von fünf Jahren. Im Anschluss daran kann jede weitere Erlaubnis für jeweils sieben Jahre seitens der Behörde erteilt würden.

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Zweiter Glücksspielstaatsvertrag trat am 1. Juli 2018 in Kraft

Der zweite Glücksspielstaatsvertrag als Vorgänger des aktuellen Staatsvertrages wurde zwar schon im März 2017 als Entwurf von den zuständigen Ministerpräsidenten unterschrieben. In Kraft trat der Glücksspielstaatsvertrag allerdings erst ein gutes Jahr später, nämlich zum 1. Juli 2018.

Vor der Ausfertigung dieses Glücksspielstaatsvertrages war eigentlich angedacht, Online-Casinos und andere Online-Glücksspiele zumindest teilweise zu liberalisieren. Damit sollten bis dato bestehende „Komplettverbote“ gelockert werden. Aufgrund unerwarteter Regierungskonstellationen in mehreren Bundesländern, insbesondere in Schleswig-Holstein und NRW, kam es allerdings doch nicht zu dieser Teilliberalisierung.

Daraus wiederum resultierte, dass Online-Glücksspiel auf Grundlage des zweiten Glücksspielstaatsvertrages in aller Regel illegal war. Trotzdem gab es bereits eine Art rechtliche Grauzone, denn nicht sämtliche Online-Wett- und Spielangebote waren in vollem Umfang illegal auf Basis des Glücksspielstaatsvertrages.

Insbesondere Sportwetten fielen in eine derartige Grauzone, während nahezu alle anderen Online-Glücksspiele sich in der Illegalität befanden. Ausnahme waren lediglich Anbieter von Internet-Glücksspielen, die in Schleswig-Holstein eine entsprechende Lizenz erworben hatten.

Grundsätzlich lässt sich zum zweiten Glücksspielstaatsvertrag aus dem Jahre 2018 festhalten, dass – bis auf einige Sportwetten-Anbieter – die weitaus meisten Online-Casinos und andere Online-Glücksspiele illegal gewesen sind.

Erster Glücksspielstaatsvertrag trat am 1. Juli 2012 in Kraft

Der erste Glücksspielstaatsvertrag in Deutschland geht auf den Dezember 2011 zurück. In Kraft trat dieser Glücksspielstaatsvertrag im darauf folgenden Jahr, exakt zum 1. Juli 2012.

Festzuhalten zum ersten Glücksspielstaatsvertrag ist, dass Schleswig-Holstein diesen als einziges Bundesland nicht unterzeichnete. Mit diesem sonst bundesweit gültigen Glücksspielstaatsvertrag wurden in erster Linie Vertriebsverbote für Lottospiele, die online stattfanden, beendet. Eine Folge war, dass nun grenzüberschreitende Lotto-Jackpots erlaubt wurden.

Darüber hinaus beinhaltete der erste Glücksspielstaatsvertrag eine Aufhebung staatlicher Monopole im Bereich der Sportwetten. Dazu muss allerdings seitens der Anbieter eine Ausnahmeregelung beantragt werden, die auf sieben Jahre begrenzt gewesen ist. Die Konzessionen für den Bereich Sportwetten gab es allerdings nicht ohne Grenzen. Im Glücksspielstaatsvertrag wurden stattdessen 20 zu vergebende Konzessionen festgelegt.

Online-Casinos waren hingegen auf Grundlage des Glücksspielstaatsvertrages verboten. In einem ersten Entwurf waren sogar noch Internetsperren für die entsprechenden Webseiten enthalten. Diese fanden sich dann in der Endversion des ersten Glücksspielstaatsvertrages jedoch nicht mehr wieder.

Ein weiterer Inhalt des ersten Glücksspielstaatsvertrages bezog sich nicht auf die Internetangebote, sondern insbesondere auf Spielhallen vor Ort. Diesen wurde unter anderem eine Sperrstunde auferlegt. Zudem wurde ein Verbot von Außenwerbung und der Abgabe von Essen und Getränken erlassen.

Zusammenfassend können wir zum ersten Glücksspielstaatsvertrag feststellen, dass Online-Casinos und andere Online-Glücksspiele nahezu ausnahmslos illegal waren. Lediglich für Sportwetten gab es eine Art Experimentierphase von sieben Jahren, wobei allerdings lediglich 20 Konzessionen vergeben wurden.

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Wie stelle ich fest, ob das Online-Casino nach aktuellem Stand legal ist?

Der aktuelle Glücksspielstaatsvertrag hat deutlich mehr an Klarheit gebracht, welche Glücksspiele und Angebote im Internet legal und welche illegal sind. Das bedeutet allerdings nicht, dass es für den jeweiligen Spieler einfach wäre, legale von illegalen Angeboten zu unterscheiden.

Dennoch gibt es eine Reihe von Anzeichen, wie sie als Spieler feststellen können, ob der Anbieter ein legales oder illegales Angebot unterbreitet. Die im Folgenden genannten Eigenschaften, Hinweise und Merkmale können Ihnen dabei helfen, voraussichtlich legale Online-Casinos und Internet-Glücksspiele zu erkennen.

  1. Online-Glücksspiel Anbieter hat gültige Lizenz: Ein seriöser Online-Glücksspiel Anbieter besitzt nicht nur eine Lizenz bzw. Konzession, sondern stellt diese zusätzlich transparent auf einer Webseite dar. Meistens finden Sie die Lizenz mit der angegebenen Nummer im unteren Bereich der Seite.
  2. Verschlüsselte Übertragung der Daten: Die IT-Sicherheit ist ebenfalls eine Anforderung, die sich aus dem aktuellen Glücksspielstaatsvertrag ergibt. Daher deutet es auf ein seriöses und legal arbeitendes Online-Casino hin, wenn die Daten gesichert übertragen werden. Das erkennen Sie zum Beispiel an dem „https“ in der Browserzeile.
  3. Erfüllbare Bonusbedingungen: Ein Merkmal, an dem Sie ein legales Angebot erkennen könnten, sind erfüllbare Bonusbedingungen. Diese zeigen nämlich, dass der Glücksspielanbieter um die Zufriedenheit der Spieler bemüht ist. Als erfüllbare gelten die Bonusbedingungen dann, wenn der Spieler eine realistische Chance hat, das Spiel bzw. die Wette(n) zu gewinnen, um den Bonus zu erhalten.
  4. TÜV-Zertifikat und eCOGRA-Siegel: Laut des aktuellen Glücksspielstaatsvertrages hat der Schutz der Spieler sowie die Sicherheit des Angebotes eine äußerst tragende Rolle. Legale Glücksspielanbieter sind daher selbst an einem fairen Spielablauf ohne Manipulation interessiert. Sie können das häufiger durch ein TÜV-Zertifikat (technische Kontrolle) sowie durch das eCOGRA-Siegel nachweisen. ECOGRA steht als Abkürzung für „eCommerce & Online Gaming Regulation & Assurance“. Es handelt sich dabei um eine unabhängige Online Glücksspiel Organisation.
  5. Einfache Ein- und Auszahlungen: Ein weiterer Hinweis auf das legale Glücksspielangebot können die Ein- und Auszahlungen sein. Beide Transaktionsarten sollten schnell, einfach und sicher abgewickelt werden können. Darüber hinaus ist es ein gutes Zeichen, wenn der Glücksspielanbieter mehrere Zahlungsmöglichkeiten offeriert.
  6. Gut erreichbarer Kundenservice: Ein legales Online-Casino hat Interesse daran, die eigenen Kunden zufriedenzustellen. Daher ist es ein weiteres Zeichen für Seriosität, wenn der Kontakt zum Kundenservice mehrfach auf der Webseite dargestellt wird und leicht zu finden ist. Das bedeutet vor allem, dass der Anbieter sich nicht vor seinen Kunden „versteckt“. Im Idealfall kann der Kundensupport in mehreren Sprachen kontaktiert werden, mindestens auf Englisch, bestenfalls zusätzlich auf Deutsch.
  7. Software arbeitet ohne offensichtliche Fehler: Ein fairer und strukturierter Spielablauf ist auch bei Online-Casinos nur möglich, wenn die Software fehlerfrei und zuverlässig arbeitet. So sollte es beispielsweise nicht zu häufigeren Abstürzen der Programme kommen oder ungewöhnlich lange dauern, bis ein Spiel beendet wird. Hellhörig werden sollten Sie bei häufigeren Systemausfällen, Abstürzen im Spiel oder falls die Webseite öfter nicht erreichbar ist.
  8. Präventionsmaßnahmen und Hinweise zu Risiken: Mehrere Eigenschaften, die auf einen legalen Online-Glücksspiel Anbieter hindeuten, lassen sich unter dem Oberbegriff der Kundenzufriedenheit und des Services zusammenfassen. Dazu gehört unter anderem, dass der Anbieter Präventionsmaßnahmen ergreift. Diese sollen der Verhinderung oder Ausweitung der Spielsucht dienen. Wenn es also zum Beispiel einen möglichen Selbstausschluss des Spielers oder Einzahlungslimits gibt, deutet das auf ein nach aktuellem Glücksspielstaatsvertrag legales Angebot hin.
  9. Glücksspielanbieter bekannt und über Jahre am Markt: Bei einem bekannten Glücksspiel- oder Sportwetten Anbieter, der schon Jahre am Markt ist, können Sie mit großer Wahrscheinlichkeit von der Legalität des Angebotes ausgehen. Dahinter steckt der Gedanke, dass über viele Jahre illegale Angebote voraussichtlich in der Form nicht mehr existieren würden.

Unserer Auflistung konnten Sie entnehmen, dass es eine Reihe von Anzeichen gibt, an denen Sie nach dem aktuellen Glücksspielstaatsvertrag legale Online-Glücksspiele erkennen können. Wenn Sie absolut sicher sein möchten, dass Sie ein legales Angebot nutzen, können Sie selbstverständlich bei der neu gegründeten gemeinsamen Glücksspielanstalt der Länder nachfragen.

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Die Autorin

Corinna Ruppel – Rechtsanwältin für Bankrecht und Kapitalmarktrecht in Rosenheim (Oberbayern)

Corinna Ruppel nutzt ihre Fachexpertise aus ihrer langjährigen Tätigkeit als Kreditspezialistin und Syndikusanwältin, um Privatpersonen und Unternehmen in allen Fragen rund um Bank- und Kapitalmarktrecht sowie Insolvenzrecht zu beraten und zu vertreten. Dabei legt sie besonderen Wert auf Transparenz und eine vertrauensvolle Basis dem Mandanten gegenüber.

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