P&R Gruppe Geschäftsmodell

Von der Gründung bis zur Insolvenz

Seit inzwischen über drei Jahren ist das Insolvenzverfahren über das Vermögen der P&R Gruppe mit fünf Gesellschaften eröffnet. Das Geschäftsmodell bestand darin, Privatanlegern das Investment in Container zu offerieren. Immer wieder gab es Vorwürfe, dass es sich um ein klassisches Schneeballsystem gehandelt hätte.

Noch bis heute wissen manche Anleger nicht, worin ihr Investment im Detail bestanden hat. Ferner sind manche Daten und Zahlen nur schwer herauszufinden. Das gilt unter anderem für die Frage, welche Aufgabe die verschiedenen Gesellschaften hatten, die zur P&R Gruppe gehören.

Anwältin Corinna Ruppel Portrait

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Das Wichtigste im Überblick

  • Das Geschäftsmodell der P&R Gruppe bestand darin, Container an private Investoren zu veräußern, mit einer gleichzeitig in Aussicht gestellten Rücknahme durch die Gesellschaft
  • Seit 2018 sind die fünf Gesellschaften der Unternehmensgruppe insolvent, was bis heute als einer der größten Anlegerskandale in Deutschland gilt
  • Die Vermutung liegt nahe, dass es sich beim Geschäftsmodell der P&R Gruppe um ein sogenanntes Schneeballsystem gehandelt hat. Die Auszahlungen an Investoren konnten vermutlich nur durch Einzahlungen neuer Anleger finanziert werden
  • Stand Februar 2022 bangen noch immer viele Anleger um die Rückzahlung Ihres Kapitals

Daten zur P&R Gruppe

Gründungsjahr 1975
Gründungsort Grünwald bei München
Gründer Heinz Roth und eine Partnerin
Namen der Gesellschaften P&R Container Vertriebs- und Verwaltungs- GmbH
P&R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs- GmbH
P&R Container Leasing GmbH
P&R Transport-Container GmbH
P&R AG
Gegenstand der Unternehmung Container-Direktinvestment für Privatanleger
Vermietung der Container
Geschäftsführer Heinz Roth, Werner Feldkamp und Wolfgang Stömme
Beteiligungen Blue Sky Intermodal (UK) Ltd. (40%)
Anlegerzahl und Volumen ca. 54 Anleger mit rund 3,5 Milliarden Euro
Insolvenzverfahren Mitte 2018

Das Geschäftsmodell sah vor, dass Anleger im ersten Schritt einen Kauf- sowie Mietvertrag mit der P&R Transport-Container GmbH abschließen sollten. Diese Gesellschaft stellte auch im Rahmen einer Absichtserklärung die spätere Rücknahme der Container in Aussicht.

Für die Beschaffung der Container war das Unternehmen P&R Equipment & Finance Corp. verantwortlich. Die Beschaffung war für die P&R Transport-Container GmbH vorgesehen. Die Aufgabe der P&R Container Leasing GmbH war es schließlich, die entsprechenden Container an Interessenten zu vermieten.

Die Historie der P&R Gruppe

Die Geschichte der P&R Gruppe reicht bis in das Jahr 1975 zurück. Zu diesem Zeitpunkt fand die Gründung der P&R GmbH als erste Firma der Unternehmensgruppe in Grünwald bei München statt. Gründer war zur damaligen Zeit Heinz Roth mit einer weiteren Partnerin.

Ein erster, nennenswerter Meilenstein in der Historie geht auf das Jahr 2004 zurück. Zum damaligen Zeitpunkt erwarb die P&R Gruppe eine 40-prozentige Beteiligung am aus Großbritannien stammenden Unternehmen Blue Sky Intermodal (UK) Ltd.. Allerdings gibt es dort bereits die ersten Ungereimtheiten, denn diese Beteiligung wurde in den Prospekten der Gruppe nie genannt.

Im Jahre 2017 gab es gesetzliche Neuregelungen. Diese führten dazu, dass die P&R Gruppe erstmals unter die Prospektpflicht fiel. In diesem Jahr wurde seitens der Gruppe auch erstmals ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Anleger mit dem Geschäftsmodell ein hohes Risiko bis hin zum Totalverlust eingehen.

Im gleichen Jahr (2017) folgt auch erstmals ein Warnhinweis seitens der Stiftung Warentest. Nachdem es im März 2018 zu einem Vertriebstopp der P&R Gruppe kam, wurde seitens des Amtsgerichts München eine vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet. Diese betraf zunächst die folgenden drei Gesellschaften:

  • P&R Container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH
  • P&R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH
  • P&R Container Leasing GmbH

In den darauf folgenden Jahren gab es im weiteren Verlauf folgende, relevante Daten:

  • 24. Juli 2018: Eröffnungsbeschluss für die Insolvenzverwaltung
  • 25. September 2018: Mitgründer Heinz Roth muss Untersuchungshaft
  • 27. bzw. 18. Oktober 2018: Ablauf Frist für Anleger zur Anmeldung der Ansprüche
  • 28. August 2019: Mitteilung an Anleger, dass Insolvenzverwalter Ausschüttungen anfechtet
  • 29. März 2019: Insolvenzverfahren über das Privatvermögen Heinz Roth
  • 30. Dezember 2019: Tod Heinz Roth
  • 31. Juli 2020: Landgericht Karlsruhe weist einer der Pilotklagen von Insolvenzverwalter Jaffé ab
  • 3. Quartal 2021: Insolvenzverwalter fordert Anleger erneut zur Abgabe einer Verjährungsverzichtserklärung für 2021 auf
  • Dezember 2021: Anleger, die der Aufforderung nicht nachgekommen sind, erhalten Mahnbescheide

Seit dem eröffneten Insolvenzverfahren gab es in der Vergangenheit mehrere Urteile. Dort ging es in erster Linie darum, ob die Investoren ein Eigentum an den Containern erwerben hatten. Darüber hinaus sollte geklärt werden, ob der zuständige Insolvenzverwalter bereits geflossene Mietzahlungen anfechten darf. Auf die bisherigen Gerichtsurteile gehen wir in einem separaten Beitrag näher ein.

Weiterführende Links

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/container-p-r-skandal-1.5300014

https://www.capital.de/geld-versicherungen/wie-der-container-spezialist-pr-in-seenot-geriet

https://de.wikipedia.org/wiki/P%26R-Gruppe

https://www.manager-magazin.de/finanzen/geldanlage/p-r-alles-was-sie-ueber-den-p-r-skandal-wissen-muessen-a-1233581.html

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