PIM Gold Insolvenz – Die Folgen für Anleger

PIM Gold beantragt Insolvenz mit weitreichenden Folgen für die Anleger

Mit Aktenzeichen 8 IN 403/19 hat das Amtsgericht Offenbach am 30.09.2019 das vorläufige Insolvenzverfahren über die PIM Gold GmbH angeordnet. Vorläufiger Insolvenzverwalter der PIM ist Rechtsanwalt Dr. Renald Metoja von der Kanzlei Eisner, Land-Königshofen. Seine Aufgabe besteht nun darin, das Vermögen der PIM zu sichten und die Eröffnung des Insolvenzverfahrens in die Wege zu leiten. 

Das Geschäftsmodell

Die PIM selbst hat sich beschrieben als „einer der führenden Edelmetalllieferanten in Deutschland und auch in Europa“. Der jährliche Umsatz betrug angabegemäß 100 Millionen EUR, bei ca. 8.000 – 10.000 Kunden. Die Anleger kauften Gold, dieses wurde bei der PIM eingelagert. Im Gegenzug wurde den Anlegern eine Rendite in Form von Bonusgold versprochen. Die Parallelen zu dem vergleichbaren Fall der DWL, Deutsche Wertlager, sind nicht zu verkennen. Wie diese Rendite erwirtschaftet werden sollte, wurde offen gelassen. Zieht man noch in Betracht die erheblichen Provisionen, die an die Vermittler gezahlt wurden, so musste man wohl von Anfang an misstrauisch sein. 

PIM ein Schneeballsystem?

Im Zusammenhang mit dem Geschäftsmodell wird immer öfter die Frage gestellt, ob es sich um eine Schneeballsystem handelt. Von einem Schneeballsystem spricht man, wenn das Geschäftsmodell nur durch Einwerbung immer neuer Kunden funktionieren kann. D.h. nur mit neu eingeworbenen Geldern können die Versprechen gegenüber Altkunden erfüllt werden. Bleiben Neukunden aus, bricht das System zusammen. 

Weist der Insolvenzverwalter ein Schneeballsystem nach, hätte dies unangenehme Folgen auch für die Anleger, die bereits Zahlungen der PIM erhalten haben. Nach § 134 InsO kann der Insolvenzverwalter Zahlungen die auf einem Schneeballsystem beruhen nämlich zurückverlangen. Dies ist zum Beispiel der Fall bei der Premium Safe Limited. 

Aktueller Stand bei PIM

Bereits im September hat wohl die Staatsanwaltschaft die Geschäftsräume der PIM durchsucht. Der Chef der PIM ist in Untersuchungshaft. Sämtliche Unternehmensgegenstände der Gesellschaft wurden beschlagnahmt. Darunter natürlich auch Gold in nicht unerheblicher Menge. Offensichtlich aber nicht so viel Gold wie laut Verträgen mit Anlegern hätte vorhanden sein müssen. Auch hier die traurige Parallele zu einem andern Fall, der Cosma Gold Gruppe.

Gegen wen Anleger Schadenersatzansprüche geltend machen können

Anleger die durch die Anlage in PIM Gold Geld verloren haben, fragen sich nunmehr ob und gegen wen sie Schadenersatz geltend machen können.

1. Gegen die Gesellschaft?

Hier läuft das Insolvenzverfahren. Das Verfahren ist weitestgehend gesetzlich geregelt. Danach ist es Aufgabe des Insolvenzverwalters, die Vermögensgegenstände zu sichern und ausstehende Forderungen einzutreiben. Er wird die Anleger auffordern, ihre Ansprüche zu Insolvenztabelle anzumelden. Dabei ist es wichtig, dass Anleger ihre Forderungen genau bezeichnen und auch mittels entsprechender Unterlagen nachweisen. Dies gilt insbesondere für Anleger, die ihr Gold noch bei der PIM vermuten und ein Aussonderungsrecht geltend machen wollen.

Nach entsprechender Prüfung wird der Insolvenzverwalter die Forderungen entweder anerkennen oder bestreiten. Wird die Forderung bestritten, so kann der Anleger sich dagegen immer noch wehren. Spätestens dann, sollte er sich allerdings von einem Anwalt unterstützen lassen. 

2. Gegen die Geschäftsführer?

Sollte sich herausstellen, dass diese die Geschäfte nicht ordnungsgemäß geführt haben, so sind sie den Anlegern zum Schadenersatz verpflichtet. 

3. Gegen den Anlageberater bzw. Anlagevermittler?

Dieser hat den Anleger vor Zeichnung vollständig und richtig über die Anlage aufzuklären. Dazu muss er die Anlage vorab auf Plausibilität und Wirtschaftlichkeit prüfen. Aufgrund der Tatsache, dass bei einem zinslosen Goldinvestment ein nicht unerheblicher Bonus versprochen wurde, wäre aus unserer Sicht Zweifel an der Wirtschaftlichkeit der Anlage angebracht gewesen. 

Wie sollten die Anleger der PIM weiter vorgehen?

  1. Kann der Anleger sein Goldeigentum anhand der entsprechenden Nummern nachweisen, so ist die Herausgabe des Goldes beim Insolvenzverwalter geltend zu machen. 
  2. Forderungen gegen die PIM sind so bald als möglich zur Insolvenztabelle anzumelden.
  3. Daneben sind mögliche Schadenersatzansprüche gegen die Geschäftsführer und Anlagevermittler zu prüfen und geltend zu machen.

CDR Legal Rechtsanwalts GmbH ist tätig auf dem Gebiet des Bank- und Kapitalmarktrechts und hilft betroffenen Anlegern bei der Geltendmachung ihrer Ansprüche. Wir helfen Ihnen, Ihre Rechte geltend zu machen und Ihren Schaden zu minimieren. Rufen Sie uns an. Im Rahmen unseres kostenlosen Erstgespräches besprechen wir Ihren Fall und Ihre rechtlichen Möglichkeiten.

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Die Autorin

Corinna Ruppel – Rechtsanwältin für Bankrecht und Kapitalmarktrecht in Rosenheim (Oberbayern)

Corinna Ruppel nutzt ihre Fachexpertise aus ihrer langjährigen Tätigkeit als Kreditspezialistin und Syndikusanwältin, um Privatpersonen in allen Fragen rund um Bank- und Kapitalmarktrecht zu beraten und zu vertreten. Dabei legt Sie besonderen Wert auf Transparenz und eine vertrauensvolle Basis dem Mandanten gegenüber.

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