Container

P&R Insolvenz – erste Stellungnahme des Insolvenzverwalters Jaffé

Die P&R Insolvenz schreitet voran. Wir hatten bereits über die Eröffnung des Verfahrens (hier) und mögliche rechtliche Probleme (hier) berichtet. Nun hat der Insolvenzverwalter Jaffé eine erste Stellungnahme veröffentlicht. Danach sieht er seine vordringliche Aufgabe darin, das Vermögen im Interesse aller Anleger und Gläubiger zu sichern und zu erhalten. Die Sichtung der Unterlagen zusammen mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PWC sei aber noch lange nicht abgeschlossen. Aufgrund der Komplexität des Verfahrens bleibt die Stellungnahme erwartungsgemäß im Vagen. Der Insolvenzverwalter spricht aber bereits einige strittige Punkte der P&R Insolvenz an. 

P&R Container Eigentumsfrage

Es scheint sich zu bestätigen, dass die meisten Anleger kein Eigentum an den Containern erworben haben. Hierzu hätte es einer Zuordnung individueller Containernummern zu den einzelnen Kauf- und Mietverträgen bedurft. Dies erfolgte nur auf Verlangen der Anleger mittels eines sogenannten „Eigentumszertifikates“. Dieses haben aber nur ca. 10 % der Anleger angefordert. Auch sei eine Zuteilung der Container über interne Unterlagen der Gesellschaft nicht möglich. In der Folge dürfte es auch schwierig sein, die Mieteinnahmen aus einzelnen Containern konkreten Anlegern zuzuordnen. 

P&R Container Rückkaufverpflichtung

P&R hat sich nicht verpflichtet, die Container zurückzukaufen. Oft findet sich in den Verträgen nur die Formulierung „P&R wird den Anlegern anbieten“. Der Insolvenzverwalter behauptet jedoch, aus den Verträgen liessen sich konkrete Forderungen ableiten, die zur gegebenen Zeit zur Insolvenztabelle angemeldet werden könnten. Das sehen wir skeptisch. Woher sollen diese konkreten Forderungen kommen, wenn sie nicht zu Beginn verbindlich vereinbart wurden? Es bleibt abzuwarten, wie diese Aussage des Insolvenzverwalters Jaffé zu verstehen ist. 

Haftung der Anleger

Der Insolvenzverwalter hat darauf hingewiesen, dass für ihn oberste Priorität die fortlaufende Vermietung der Container ist. Dies geschehe auch, um etwaige Schäden für Gläubiger und Anleger zu minimieren und eine theoretisch mögliche persönliche Haftung der Anleger zu vermeiden. Der Insolvenzverwalter verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass der Endmieter verpflichtet ist, die Standgebühren und bezahlen und die durch Container verursachten Schäden zu ersetzen. 

Sicherlich ist es wichtig, die Container weiter zu vermieten. Allerdings kann die Gefahr der persönlichen Haftung doch wohl nur die Anleger treffen, die auch das Eigentum an den Containern über das „Eigentumszertifikat“ erworben haben. 

P&R Insolvenz – Die Zukunft

Die Zukunft ist noch ungewiss. Hier verweist der Insolvenzverwalter darauf, dass sich die endgültige Bestandsaufnahme schwierig gestaltet. Klar scheint zu sein, dass die Mieteinnahmen aus den existierenden Containern die Ansprüche der Anleger nicht decken. Um die laufenden Verpflichtungen, Mieten und Rückkäufe, trotzdem zu erfüllen, hat P&R in den vergangenen Jahren, trotz fallender Preise, Teile der Container veräußert. Allein diese macht deutlich, dass die Anleger wohl Verluste in Kauf nehmen müssen. 

Anleger können ihre Ansprüche erst nach Eröffnung des regulären Insolvenzverfahrens anmelden. Sie erhalten hierzu ein entsprechendes Schreiben durch den Insolvenzverwalter. Bis dahin heißt es, abwarten. Keinesfalls sollte man jetzt in großem Aktionismus irgendwelchen Gläubigergruppen beitreten und auch noch Geld dafür zahlen. Solange der Insolvenzverwalter sich noch nicht endgültig positioniert hat, ist noch überhaupt nicht klar, welchen Risiken und Verluste die Anleger ausgesetzt sind. Und für die Anmeldung der Forderung zur Insolvenztabelle benötigen die Anleger keinen Anwalt. 

Sollten Sie Fragen zu dem Thema P&R Insolvenz haben, steht Ihnen die Kanzlei CDR-Legal Rechtsanwalts GmbH gerne zur Verfügung. Wir beraten Sie gerne und unterstützen Sie bei der Durchsetzung Ihrer Interessen. 

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