P&R Insolvenz – zweite Stellungnahme des Insolvenzverwalters Jaffé

P&R Insolvenz – die zweite Stellungnahme des Insolvenzverwalters Jaffé

Bei der P&R Insolvenz wird das Ausmass der wirtschaftlichen Probleme immer deutlicher. Wir hatten bereits über die Insolvenzeröffnung (hier) und die erste Stellungnahme des Insolvenzverwalters Jaffé (hier) berichtet. Nun befasst er sich in seiner zweiten Stellungnahme mit dem Containerbestand. Eine Frage die entscheidend ist für das weitere Schicksal der Gesellschaften und das Investment der 52.000 Anleger.

P&R Container Bestand

Die bereits von vielen Seiten geäußerte Befürchtung bestätigt sich. Es sind bei weitem weniger Container vorhanden, als verkauft wurden. 1,6 Mio. Container wurden an rund 54.000 Anleger verkauft. Tatsächlich vorhanden sind aber nur 600.000 Container. Dies entspricht einem Defizit von 2 Milliarden Euro. Damit dürfte klar sein, so gut wie jeder Anleger wird einen Ausfall erleiden. Auch die meisten Anleger mit Eigentumszertifikat. Dieses dürfte nämlich in den wenigsten Fällen den Übergang des Eigentums bewirkt haben.

Das Defizit zwischen ausgewiesenen und tatsächlich vorhandenen Containern hat sich in den letzten 10 Jahren entwickelt. Das Geld dürfte wohl dazu genutzt worden sein, Rückkäufe und versprochene, aber nicht existierende Mieteinnahmen zu finanzieren. Nach Aussagen des Insolvenzverwalters sind alle tatsächlich vorhandenen Container aber vermietet. Die Mietverträge sind offensichtlich sämtliche von der Schweizer P&R Gesellschaft als Zwischenmieter der Endmieter abgeschlossen. Er hofft daher, den Betrieb der Gesellschaften weiter fortführen zu können.

Strafrechtliche Konsequenzen

Die Staatsanwaltschaft München hat am 11.05.2018 gegen ausgeschiedene und aktive Geschäftsführer der P&R Gruppe Ermittlungsverfahren wegen möglichen Betrugs eingeleitet. Allerdings ist Werner F., der die Geschäfte mehr als zehn Jahre geführt hatte, bereits verstorben.

Die wirtschaftlichen Folgen für die P&R Anleger

1. Eigentum an den Containern

Die überwiegende Anzahl der Anleger sind nicht Eigentümer der Container geworden. Diese dürfte selbst für die Anleger gelten, die ein Eigentumszertifikat vorweisen können. Denn teilweise gibt es die auf den Zertifikaten ausgewiesenen Container wohl nicht. Teilweise entsprechen die Container nicht dem ausgewiesenen Kaufgegenstand. D.h. gekauft werden sollten neue Container, das Eigentumszertifikat verweist jedoch auf alte Container. Mangels Konsens konnte daher das Eigentum auch nicht übergehen.

2. Mieteinnahmen aus der Containervermietung

Es ist nicht zwingende Voraussetzung, dass nur der Eigentümer Mieteinnahmen generieren kann. Allerdings bedarf es auch hier einer Spezifizierung, aus welchen Container die Mieteinnahmen stammen. Zu diesem Thema haben wir auf der Seite Investmentcheck einen ausführlicheren Bericht geschrieben. Fazit: den Anlegern wurden in den meisten Fällen die Mieteinnahmen nicht abgetreten.

Anleger von P&R sollten sich gedulden

Der Insolvenzverwalter verweist darauf, dass noch vieles aufzuarbeiten ist. Er ist der Ansicht, dass eine Störung der Fortführung der weltweiten Container-Vermietung zum Totalverlust der Anleger führen könnte. Aus unserer Sicht haben die Anleger momentan auch nicht viel Möglichkeit, das Verfahren zu stören. Sie könnten ihre Container oder die Mieteinnahmen herausverlangen. Dazu müssten Sie aber nachweisen können, welche Container ihrem Vertrag zu Grunde liegen. Das mag im Einzelfall möglich sein, in der Masse aber nicht.

Schwierig könnte es erst werden, wenn der Insolvenzverwalter evtl. die Mieteinnahmen zurückverlangt. Aber davon ist bislang noch nicht die Rede.

Dies mag für die Anleger nicht befriedigend sein. Aber, so wie es momentan ausschaut, sind Container vorhanden. Es wird eine Insolvenzquote geben, die deutlich über der vieler anderer fehlgeschlagener Anlagen liegt.

Wir von CDR Legal Rechtsanwalts GmbH beraten und unterstützen Anleger fehlgeschlagener Investments. Gemeinsam mit Ihnen entwickeln wir Strategien, um Ihren Schaden so gering wie möglich zu halten.

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Über die Kanzlei

Corinna Ruppel – Anwältin für Bankrecht und Kapitalmarktrecht in Rosenheim

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