P&R Insolvenz – Was passiert mit den Containern und gibt es die auch?

P&R Insolvenz – Was passiert mit den Containern und gibt es die auch?

P&R Insolvenz: Die Münchner Anlagefirma P&R Container ist insolvent. Das Insolvenzverfahren wurde eingeleitet. Rund 50.000 Anleger fragen sich nun, wie es mit ihrem Containerinvestment weiter geht. Bereits vor gut einer Woche häuften sich die warnenden Stimmen, die auf eine mögliche Schieflage der Gesellschaft hinwiesen, nachdem P&R überraschend den Vertrieb eingestellt hatte.

Zum Hintergrund der P&R Container

Die P&R Gruppe hat 3,5 Milliarden Euro von 50.000 Anlegern eingesammelt. Mit der Beteiligung kauft der Anleger einen Container, den er zu einem fest vereinbarten Preis an P&R vermietet. P&R kümmert sich um die Weitervermietung an eine Reederei. Am Ende einer vereinbarten Laufzeit von 5 Jahren kauft P&R die Container zu einem vorab vereinbarten Preis zurück. Versprochen wurden Mieteinnahmen von 8 Prozent des investierten Kapitals. Unter Berücksichtigung des Rückkaufpreises konnte der Anleger so in 5 Jahren eine Rendite von 4 Prozent erwirtschaften. Schaut man sich die Zahlen von P&R jedoch genauer an, fällt auf, dass in den Jahren 2014 – 2016 die von P&R erzielten Mieteinnahmen aus den Containern deutlich unter dem lagen, was an die Anleger als Mietpreis bezahlt wurde. Das Defizit soll bei rund 173 Millionen EUR liegen. Hier drängt sich der Verdacht auf, dass dies nur durch die Einwerbung neuer Anlegergelder möglich war.

Die Folgen der P&R Insolvenz für die Anleger

Die Anleger haben bei P&R das Eigentum an den Containern erworben. Damit haben sie auch die für Eigentum immanenten Pflichten erworben. Z.B. müssen sie die laufenden Kosten des Containers tragen. Damit geht die finanzielle Verantwortung des Anlegers über sein ursprüngliches Investment hinaus. Weitere Kosten sind daher durchaus denkbar.

Was können Anleger tun?

Erst einmal ist festzuhalten, der Anleger ist Eigentümer eines Containers geworden. Allerdings muss er nachweisen, welcher spezifische Container ihm gehört. Nur dann kann er die Herausgabe aus der Insolvenzmasse verlangen. Aber was bringt ihm das? Kaum ein Anleger wird in der Lage sein, einen Container zu vermieten. Er wird daher auf den Insolvenzverwalter angewiesen sein, was wieder mit Kosten verbunden ist.

Denkbar ist eine außerordentliche Kündigung auch vor Beendigung des 5 Jahres Vertrages, um sich so von den zukünftigen finanziellen Verpflichtungen frei zu stellen. Daneben sind Schadensersatzansprüche denkbar. Forderungen können sich z.B. gegen den Vermittler richten. Dieser ist verpflichtet, den Anleger umfassend über die Risiken aufzuklären. Dazu gehört bei P&R neben der Tatsache des Totalverlusts sicherlich ich die besonderen Umstände des Direktinvestments und die daraus sich ergebenden Pflichten eines Eigentümers. Klärt der Vermittler darüber nicht vollständig auf, ist er schadenersatzpflichtig. Mehr zum Thema Falschberatung finden sie hier.

Zusammenfassend lässt sich sagen, Direktinvestments wie vorliegend waren über Jahre kaum geregelt. Erst seit 2016 gibt es eine Prospektpflicht. Anlegern ist daher dringend zu raten, nicht zuzuwarten, sondern rechtliche Beratung einzuholen. Die Kanzlei CDR-Legal wird in einem ersten Schritt mit Ihnen zusammen die Unterlagen sichten. Es gilt zu ermitteln, ob Sie überhaupt Eigentümer eines bestimmten Containers geworden sind. Es genügt nämlich nicht nachzuweisen, dass Sie ein, zwei oder drei Container gekauft haben. Sie müssen anhand der spezifischen Merkmale eines Containers beweisen, dass Sie Eigentümer dieses ganz bestimmten Containers sind. Wenn diese Frage geklärt ist, sind mögliche Ansprüche gegen die Gesellschaft oder Vermittler zu prüfen.

Gerne unterstützen wir Sie bei der Wahrung Ihrer Interessen sowohl außergerichtlich als auch gerichtlich.

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Über die Kanzlei

Corinna Ruppel – Anwältin für Bankrecht und Kapitalmarktrecht in Rosenheim

Corinna Ruppel
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