Vermittler der P&R Container: Schadenersatz & Haftung

Anleger sollten an die Verjährungsfrist denken

Die Vermittler der P&R Container werden immer wieder wegen Falschberatung auf Schadenersatz verklagt. Besteht hier eventuell eine Chance für die Anleger ihren Verlust zu kompensieren?

Bereits mehrfach hat CDR-Legal über die Insolvenz der P&R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs GmbH berichtet. Im Juli 2018 wurde bekanntlich das Insolvenzverfahren eröffnet. Damit hatten rund 54.000 Anleger die Möglichkeit, ihre Forderungen gegenüber P&R anzumelden. Aktuell ist insbesondere das Thema der Verjährung zu beachten.

P&R Hintergrund: Anlegern droht Totalverlust

Kurz zum Hintergrund: Im Juli 2018 meldete die P&R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs GmbH Insolvenz an, da Verbindlichkeiten nicht mehr beglichen werden konnten. Zur damaligen Zeit handelte es sich bei P&R um einen der größten Anbieter im Sachwertbereich. Das Investment der Anleger galt hier vor allem den Containern. Im zweiten Halbjahr 2018 wurde dann bekannt, dass es sich augenscheinlich um ein Schneeballsystem gehandelt habe.

Wie sich im Laufe des Insolvenzverfahrens herausstellte, wurden in den Büchern 1,6 Millionen verkaufte Container ausgewiesen. Davon existierten jedoch lediglich 618.000 Stück. Für die Differenz wurden dennoch Verträge abgeschlossen, sodass selbstverständlich auch die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen aufgenommen hatte. In die Schieflage war das Unternehmen damals insbesondere aufgrund von Absatzschwierigkeiten geraten. Allein im Jahre 2016 stellte sich ein Verlust von über 170 Millionen Euro ein.

Klagen gegen Vermittler: Welche Chancen hat der Anleger?

Seit der Insolvenz sind nunmehr knapp zwei Jahre vergangen. In der jüngeren Vergangenheit gab es bereits mehrere Klagen gegen die damaligen P&R Vermittler, die allerdings nicht selten erfolglos blieben. So wies beispielsweise das Mainzer Landgericht eine Klage ab und entschied im Sinne des Vermittlers. Dies dürfte in der Folge auch Auswirkungen auf weitere Urteile gehabt haben.

Die Begründung des Landgerichtes lautete, dass der damalige Vermittler nicht dazu in der Lage gewesen sei, die Insolvenz vorherzusehen. Darüber hinaus war es ihm nach Ansicht des Gerichts nicht möglich, aufgrund der Verträge zu erkennen, dass die Anleger kein Eigentum an den entsprechenden Container erworben hatten.

Allerdings gab es durchaus auch für Anleger positive Urteile. In diesen verurteilten die Gerichte die Vermittler zu Schadenersatzzahlungen. Ein Beispiel ist das Urteil des Landgerichtes Erfurt (Az.: 9 O 736/18). Das Gericht sprach damals Anlegern gegenüber den Vermittlern aufgrund einer Falschberatung Schadenersatz in Höhe von etwa 120.000 Euro zu. Insbesondere dieses Urteil gibt Anlegern durchaus Hoffnung, dass sich Ansprüche gegen die P&R Vermittler auf Schadenersatz durchsetzen lassen.

Grundsätzlich wird vor allem die Verletzung der Aufklärungspflicht durch die Vermittler bemängelt, die mehrere Punkte umfasste:

  • Fehlende Aufklärung über Totalverlustrisiko
  • Nicht vorhandene Aufklärung über Folgen des Mieterausfalls
  • Fehlende Aufklärung über entstehende Kosten wegen Eigentümerstellung
  • Verharmlosung von Risiken

Aktuelle Situation bei P&R

Derzeit wird der Betrieb der P&R Gruppe weitergeführt, sodass kurioserweise sogar die Vermietung und Verwertung von etwa 600.000 Containern relativ stabil läuft. Dies gab der Insolvenzverwalter Michael Jaffé erst kürzlich bekannt. Daher ist er durchaus optimistisch, dass weitere Erlöse erwirtschaftet werden könnten, sodass sich letztendlich eine Insolvenzquote von 30 % ergeben könne.

Verjährungsfrist für Ansprüche aus Falschberatung gegen Vermittler läuft Ende 2021 ab

Die Insolvenz von P&R kam im zweiten Halbjahr 2018 zum Tragen. Daher sollten Anleger, die ihren Vermittler wegen Falschberatung in die Haftung nehmen wollen, wissen, dass die Verjährungsfrist vermutlich Ende 2021 auslaufen wird. Bis dahin muss Klage erhoben werden.

Was sollten Anleger tun?

Es gibt immer noch eine ganze Reihe von Anlegern, die sich noch nicht entschieden haben, ob sie ihren Vermittler in Anspruch nehmen wollen. Tatsächlich haben die vergangenen Gerichtsurteile gezeigt, dass es keine einheitliche Rechtsprechung gibt.

Daher stellen sich die Klagen als durchaus riskant dar. CDR Legal empfiehlt daher die Deckung der Verfahrenskosten durch die Rechtsschutzversicherung oder einen Prozessfinanzierer.

Ohne Rechtsschutz oder Prozessfinanzierer ist ein besonderes Augenmerk auf die Finanzkraft des Vermittlers zu legen. Lediglich unter der Voraussetzung, dass die P&R Vermittler eine Berufshaftpflichtversicherung haben oder Anleger gegenüber den Banken Schadenersatz einfordern können, wäre eine Klage sinnvoll.

Die Überlegung: „Klage oder nicht?“ ist demzufolge keine einfache. Daher sollten Sie sich an eine Kanzlei wenden, die sich auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisiert hat, wie es bei CDR Legal der Fall ist.

Gemeinsam besprechen wir, ob eine Klage sinnvoll ist und wie die weitere Vorgehensweise sein könnte. Dabei profitieren Sie davon, dass die Kanzlei schon viele Erfahrungen im Bereich Bank- und Kapitalmarktrecht sammeln konnte.

Nehmen Sie also gerne die Möglichkeit in Anspruch und kontaktieren die Anwaltskanzlei für ein erstes Gespräch.

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Die Autorin

Corinna Ruppel – Rechtsanwältin für Bankrecht und Kapitalmarktrecht in Rosenheim (Oberbayern)

Corinna Ruppel nutzt ihre Fachexpertise aus ihrer langjährigen Tätigkeit als Kreditspezialistin und Syndikusanwältin, um Privatpersonen und Unternehmen in allen Fragen rund um Bank- und Kapitalmarktrecht sowie Insolvenzrecht zu beraten und zu vertreten. Dabei legt sie besonderen Wert auf Transparenz und eine vertrauensvolle Basis dem Mandanten gegenüber.

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