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Vorteilsanrechnung im Falle einer Falschberatung bei Kapitalanlagen

Vorteilsanrechnung bei Falschberatung. Immer wieder verweisen die Anlageberater darauf, dass der Anleger mit anderen Anlageempfehlungen Gewinne erzielt hat. zu Recht?

Mit ihrem fundierten Fachwissen sind Finanzberater die Vertrauensquelle für fast jeden Kapitalanleger. Meistens erzielen die Investitionen Gewinne, ab und zu kommt es aufgrund einer Falschberatung allerdings zu Verlusten. Diese schmerzen dem Investor, er verlangt Schadensersatz von seinem Berater. Der BGH hat sich nun mit seinem Urteil vom 18.10.2018, III ZR 497/16 erstmals zur Frage geäußert, ob sich der Anleger Gewinne aus anderen empfohlenen Anlagen anrechnen lassen muss.

Falschberatung des Finanzberaters

Of empfiehlt der Finanzberater dem Kapitalanleger verschiedene Anlagemöglichkeiten. Die Investitionen betreffen dabei nicht nur eine Anlage, sondern viele verschiedene. Unter dem Strich sollten die Investitionen insgesamt Gewinne erbringen. Dabei ist es durchaus möglich, dass der Finanzberater eine Investition vorschlägt, die am Ende Verluste erzielt. Kann der Anleger seinem Anlageberater in diesem Fall Falschberatung nachweisen, kann er Schadensersatz verlangen.

Urteil des BGH zur Vorteilsanrechnung

Laut des Urteils vom 18.10.2018, III ZR 497/16 muss ein Anleger unter Umständen die Gewinne aus anderen, von dem Finanzberater empfohlenen Geschäfte, auf Verluste die auf Falschberatung beruhen, anrechnen lassen. Die Grundlage hierfür ist, dass der Anlageberater in einem einheitlichen Beratungsgespräch zwei verschiedene, aber der Struktur nach ähnliche Anlagemodelle vorgeschlagen hat. Somit handelt es sich bei beiden Investitionen um die gleiche Beratung, nur dass ein Geschäft Gewinne erzielen konnte, das andere jedoch nicht.

Der Sachverhalt des Urteils: Ein Anleger verklagte seinen Finanzberater wegen einer Falschberatung auf Schadensersatz. Im April 2005 investierte der Kläger 20.000 € in einen geschlossenen Immobilienfonds. Am selben Tag beteiligte er sich mit 60.000€ an einem weiteren Immobilienfonds. Somit folgte er mehreren Anlagevorschlägen seines Beraters. Allerdings nur eine der Investitionen entwickelte sich im Gegensatz zur anderen positiv. Mit der Behauptung, dass der Berater das Risiko eines Totalverlustes nicht erläutert habe, verlangte der Kläger die Rückzahlung seiner Einlage des negativen Geschäftes. Interessant dabei, auch bei der gewinnträchtigen Anlage hatte der Anlageberater nicht über das Risiko des Totalverlustes aufgeklärt.

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Unter folgenden Voraussetzungen kommt es nach dem BGH zur Vorteilsanrechnung:

  • Die Anlagen wurden aufgrund eines einheitlichen Beratungsgesprächs gekauft. Die Beratung hat das Gesamtvermögen des Anlegers im Auge.
  • Es handelt sich um gleichartige Anlagemodelle. Im strietgegensständlichel Fall waren es Immobilienfonds.
  • Der Anleger macht die Rückabwicklung nur eines Geschäfts gelten.
  • Der Aufklärungsfehler betrifft bei Anlageentscheidungen.

Vorgehen gegen eine Falschberatung des Finanzberaters

Sind Sie von einer ähnlichen Situation betroffen und haben aufgrund einer Falschberatung Verluste verbüßen müssen, sollten Sie sich rechtlich beraten lassen. Es gilt zu prüfen, welche Chancen eine Klage auf Schadensersatz, auch unter dem Gesichtspunkt der Vorteilsanrechnung, bietet. Sprechen Sie uns gerne an, wir werden Sie umfassend beraten. Wir unterstützen Sie bei der Durchsetzung Ihrer Rechte!

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