Corinna Ruppel Rechtsanwältin
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JuicyFields & BaFin: Betrug/Scam mit Schneeball-System?

Anleger müssen bei JuicyFields um die Rückzahlung ihres Kapital bangen

Zahlreiche Anleger mussten in der Vergangenheit bereits bittere Erfahrungen machen, weil sie ihr Geld in ein Schneeballsystem investiert haben. Damit sind in aller Regel hohe Verluste bis hin zum Totalverlust verbunden.

Aktuell gibt es wiederum Verdacht auf ein Schneeballsystem, nämlich im Zusammenhang mit JuicyFields. Mittlerweile ermittelt nicht nur die Aufsichtsbehörde BaFin, sondern ebenfalls die Staatsanwaltschaft gegen das Unternehmen.

Das Wichtigste im Überblick

  • JuicyFields hat in den letzten zwei Jahren Anlegern ein Investment in Cannabis über verschiedene Webseiten angeboten
  • Die BaFin hat dem Unternehmen seit Anfang Juni verboten, die Investition in Cannabis öffentlich anzubieten
  • Mittlerweile ermittelt auch die Staatsanwaltschaft gegen JuicyFields, denn es steht der Verdacht eines Schneeballsystems sowie damit einhergehend Anlagebetrug im Raum

Hintergrund: Wer ist JuicyFields?

Bei JuicyFields handelt es sich um ein Unternehmen, welches seit dem Jahre 2020 im Bereich E-Growing aktiv ist. Anlegern wurde ein Investment in Cannabis offeriert. Dazu gab es mehrere Webseiten, über die Investoren Summen zwischen 50 und bis zu über 100.000 Euro investieren konnten.

Konkret konnten sich Anleger sowohl am Anbau und der Ernte als auch am Vertrieb der Cannabispflanzen beteiligen. Diese sollten ausschließlich für medizinische Zwecke zum Einsatz gelangen. Dabei versprach JuicyFields den interessierten Anlegern Renditen von mehr als 100 Prozent.

Insgesamt sind es augenscheinlich rund eine halbe Millionen registrierte Kunden, welche sich auf der Plattform von JuicyFields angemeldet hatten. Die Investoren stammen nicht nur aus Europa, sondern ebenfalls aus Asien und Südamerika.

Verbot des Anlagegeschäfts durch die BaFin

Dem Unternehmen JuicyFields hat die BaFin mittlerweile untersagt, Anlegern die Investition in Cannabis-Pflanzen weiterhin öffentlich zu offerieren. Das Verbot wurde deshalb von der Bundesaufsichtsbehörde ausgesprochen, weil kein genehmigter Verkaufsprospekt für das Investment vorlag.

Zuvor hatte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht schon im März des Jahres vor einem etwas anderen Angebot der Juicy Holdings B.V. gewarnt. Damals handelt es sich um ein Nachrangdarlehen, dessen Vertrieb auch kurze Zeit nach der Warnung durch die BaFin eingestellt wurde.

Immer mehr verunsicherte Anleger bei JuicyFields

Aktuell gibt es immer mehr Anleger, die um ihr Geld fürchten. Augenscheinlich ist der Kundenservice von JuicyFields nicht erreichbar. Ferner haben die Investoren schon wochenlang keinen Zugriff mehr auf ihre entsprechenden Konten. Es gibt lediglich einige Erklärungen seitens des Unternehmens, die allerdings kaum überzeugend sind.

Insbesondere diese Tatsache hat vermutlich dazu geführt, dass mittlerweile der Verdacht bei JuicyFields auf ein Schneeballsystem existiert und sogar immer öfter von einem JuicyFields Scam oder einem JuicyFields Betrug gesprochen wird.

Ermittlungsverfahren durch das Landeskriminalamt Berlin

Dass die Vorwürfe eines Anlagebetrugs keineswegs unberechtigt zu sein scheinen, zeigt unter anderem eine Razzia diverser Wohnungen seitens des Landeskriminalamtes Berlin. Diese wurde am 16. August 2022 durchgeführt, wobei zusätzlich auch eine Reihe von Büroräumen durchsucht wurden.

Auf Grundlage der momentanen Ermittlungen ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich bei JuicyFields um ein Schneeballsystem handeln könnte. Dafür sprechen unter anderem die folgenden Anhaltspunkte:

  • Kein auf den Anbau von Cannabis basierendes Geschäftsmodell
  • Kein Hinweis auf Existenz von Büroräumen an der vom Unternehmen angegebenen Geschäftsadresse
  • Außergewöhnlich hohe Rendite Versprechungen

Die Ermittler gehen momentan davon aus, dass es sich – zumindest zum Teil – um ein illegales Schneeballsystem gehandelt haben dürfte. Daher stehen Anleger aktuell vor der Frage, wie sie sich am besten verhalten sollten.

Was sollten Anleger aktuell wissen?

Abgesehen von strafrechtlichen Ermittlungen stellt sich für betroffene Anleger natürlich die Frage, wie sie ihr investiertes Geld zurück erhalten und ob Sie eventuelle Schadensersatzansprüche geltend machen können. Falls JuicyFields tatsächlich ein illegales Schneeballsystem betrieben haben sollte, hätten Anleger vermutlich Ansprüche gegenüber dem Unternehmen. Zusätzlich kommen eventuell Haftungsansprüche gegen Anlageberater und Vermittler infrage.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft haben derzeit insbesondere das Ziel herauszufinden, ob es sich um einen Kapitalanlagebetrug handelt und in welchem Umfang die entsprechenden Investoren geschädigt wurden. Dazu richten sich die Ermittlungen gegen zwölf Verantwortliche.

Damit Anleger ihre Haftungsansprüche erheben bzw. durchsetzen können, müssen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft – und auch der BaFin – dazu führen, dass ein solcher Anlagebetrug vorliegt. Aber auch unter der Voraussetzung, dass dies nicht nachgewiesen werden kann, haben betroffene Anleger das Recht, ihr Kapital – unter Einhaltung der Bedingungen (Kapitalbindung, Kündigungsfrist etc.) zurückzufordern.

Was sollten Anleger jetzt tun und wer kann helfen?

Anleger haben momentan zwei Möglichkeiten, die auch miteinander kombiniert werden können. Im ersten Schritt besteht die Option, gegen das Unternehmen und die Verantwortlichen eine Strafanzeige wegen Anlagebetrugs zu stellen. Darüber hinaus ist es sinnvoll, sich im Hinblick auf die zivilrechtlichen Ansprüche (Schadenersatz) an einen kompetenten Rechtsanwalt zu wenden

Empfehlenswert ist in dem Fall die Kanzlei CDR-Legal, die sich auf Bank-und Kapitalmarktrecht spezialisiert hat. Im ersten Schritt können Anleger in einem kostenfreien, telefonischen Erstgespräch ihre Lage darlegen. Sollten die zuvor genannten Voraussetzungen erfüllt sein, vertritt Sie die Anwaltskanzlei CDR-Legal anschließend gerne beim Durchsetzen Ihrer Haftungsansprüche gegen JuicyFields und eventuelle Anlageberater bzw. Vermittler.

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Corinna Ruppel – Rechtsanwältin für Bankrecht und Kapitalmarktrecht in Rosenheim (Oberbayern)

Corinna Ruppel nutzt ihre Fachexpertise aus ihrer langjährigen Tätigkeit als Kreditspezialistin und Syndikusanwältin, um Privatpersonen und Unternehmen in allen Fragen rund um Bank- und Kapitalmarktrecht, Insolvenzrecht und Erbrecht zu beraten und zu vertreten. Dabei legt sie besonderen Wert auf Transparenz und eine vertrauensvolle Basis dem Mandanten gegenüber.

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