V+ Fonds in Liquidation

Müssen Anleger Nachzahlungen leisten?


Video Einleitung zum Thema „V+ Fonds – muss ich die noch ausstehenden Raten jetzt auf einmal zahlen?“ von Rechtsanwältin Corinna Ruppel

Anleger des V+ Fonds 1 haben Anfang April 2020 Post von der Rechtsanwaltskanzlei Pforr bekommen. Ihnen wird mitgeteilt, dass sich der V+ Fonds in Liquidation befindet. Die Anleger werden aufgefordert, sämtliche ausstehenden Ratenzahlungen in einer Summe zu leisten. Dies ist ein weiterer Schlag für die Anleger des Fonds. Denn schon lange dürften die meisten geahnt haben, dass sich ihr Investment nicht rentiert.

Hintergrund des V+ Fonds

Der Fonds wurde 2005 gegründet. Mit einem Emissionsvolumen von 50 Mio. EUR wurden tausende Anleger eingeworben. Die Anleger konnten ihre Beteiligung einmalig oder in Raten zahlen. Der Fonds investierte nicht direkt in eine Anlageklasse, z.B. eine Immobilie, sondern in verschiedene andere Fonds. Davon versprach man sich eine Streuung des Risikos.

Ende 2019 wurde die Liquidation des V+ Fonds beschlossen. Liquidator ist die Xolaris Service Kapitalverwaltungs-AG, kurz Xolaris KVAG.

Schreiben der Rechtsanwaltskanzlei Pforr

Die Kanzlei macht in ihrem Schreiben den Innenausgleich geltend. Sie legt dar, dass diejenigen Anleger des V+ Fonds in Liquidation, die noch nicht alle Raten bezahlt haben, verpflichtet sind, nicht nur die ausstehenden, sondern auch alle künftigen Raten in einer Summe sofort zu zahlen. Diese Verpflichtung ergebe sich aus der Liquidation und dem damit verbundenen Innenausgleich. Zur Bekräftigung ihres Anspruchs verweist die Kanzlei auf eine Entscheidung des Bundesgerichtshofes vom 30.01.2018, II ZR 108/16. Auszüge des Urteils werden beigelegt, die die Rechtmäßigkeit des Anspruchs untermauern sollen. Zum Schluss wird den Ratenzahlern ein fraglicher Vergleich angeboten.

Besteht ein Anspruch des V+ Fonds?

Mit zwei Themen wird der Anleger in dem Schreiben konfrontiert:

Innenausgleich und Liquidation

Eine Liquidation ist keine Insolvenz. Eine Liquidation ist immer dann möglich, wenn das Vermögen der Gesellschaft ausreicht, um alle externen Gläubiger zu befriedigen. Übrig bleiben die Anleger. Unter ihnen findet der Innenausgleich statt. Ziel ist es, dass am Ende alle Anleger prozentual den gleichen Verlust tragen. Dies ist nämlich dann nicht der Fall, wenn wie hier Vollzahler und Ratenzahler vorhanden sind. Ausführliches zu diesem Thema finden Sie in dem Artikel Innenausgleich und Liquidation der Gesellschaft.

BGH-Urteil vom 30.01.2018, II ZR 108/16

Der BGH hat entschieden, dass der Liquidator grundsätzlich berechtigt ist, ausstehende und auch zukünftige Ratenzahlungen einzufordern. Allerdings, und dieser Hinweis wird in dem Schreiben der Anleger unterschlagen, muss der Liquidator nachweisen, dass die Nachzahlung für eine gleichmäßige Belastung aller Anleger erforderlich ist. Hierzu ist der Liquidator verpflichtet einen Auseinandersetzungsplan zu erstellen. Dieser Plan enthält u.a. das aktuelle Vermögen der Gesellschaft, eine Berechnung der geleisteten und ausstehenden Einlagen und die Quote, die voraussichtlich jeder Anleger zu tragen hat. Dieser Plan ist dann mit dem aktuellen Kapitalkonto des Anlegers abzugleichen. Erst dann kann man sagen, ob der Anleger noch etwas zahlen muss.

Was sollen Anleger des V+ Fonds tun?

Nach dem jetzigen Stand ist eine Zahlung nicht ratsam. Vor einer Zahlung sind viele offene Punkte zu klären: Welche Raten stehen überhaupt noch aus? Wie hoch ist die Quote, die jeder Anleger zu zahlen hat? Wo ist der Auseinandersetzungsplan? Hat der Anleger seine Anlage vielleicht schon gekündigt? Bei der Klärung dieser Fragen kann CDR Legal Sie unterstützen. Die Kanzlei ist schwerpunktmäßig auf dem Gebiet des Bank- und Kapitalmarktrechts tätig. Rufen Sie an. In einem gemeinsamen Gespräch können wir das weitere Vorgehen besprechen.

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Die Autorin

Corinna Ruppel – Rechtsanwältin für Bankrecht und Kapitalmarktrecht in Rosenheim (Oberbayern)

Corinna Ruppel nutzt ihre Fachexpertise aus ihrer langjährigen Tätigkeit als Kreditspezialistin und Syndikusanwältin, um Privatpersonen und Unternehmen in allen Fragen rund um Bank- und Kapitalmarktrecht sowie Insolvenzrecht zu beraten und zu vertreten. Dabei legt sie besonderen Wert auf Transparenz und eine vertrauensvolle Basis dem Mandanten gegenüber.

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