Corinna Ruppel Rechtsanwältin
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PayPal behält Geld ein

Geld von PayPal zurückholen

PayPal ist mittlerweile für zahlreiche Inhaber von Geschäftskonten eine sehr wichtige Zahlungsmethode geworden. Sollte es zu Einschränkungen oder gar Sperrungen des PayPal Kontos kommen, kann dies im schlimmsten Fall sogar die Existenz von Onlinehändlern und anderen Inhabern von Geschäftskonten zur Folge bedrohen.

Daher ist es wichtig zu wissen, warum der US-amerikanische Zahlungsdienstleister überhaupt Geld einbehält. Wie lange das dauern kann und wie mit Kontoeinschränkungen sowie Kontosperren am besten umzugehen ist.

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Das Wichtigste im Überblick

  • Manchmal wird Geld von PayPal auf Geschäftskonten eingefroren, beispielsweise bei Online-Händlern
  • Es gibt mehrere Gründe, warum PayPal Geld einbehält, beispielsweise als sogenannte Reserven
  • Bei PayPal wird zwischen der dynamischen und der Mindestreserve unterschieden, sodass das Geld unterschiedlich lange einbehalten wird
  • Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie Sie die Reservebildung vermeiden können
  • Bei Kontoeinschränkungen und einer Kontosperrung sollten Sie umgehend Kontakt mit PayPal aufnehmen

Paypal behält Geld ein: Warum?

In der letzten Zeit häufen sich die Meldungen, dass PayPal Geld scheinbar grundlos einbehält und dementsprechend auf den entsprechenden Konten einfriert. Schaut man sich diesbezüglich die Erklärungen von PayPal an, so taucht in dem Zusammenhang immer wieder der Begriff der Reserven auf.

Dahinter verbirgt sich, dass der Zahlungsdienstleister häufig Geld vom eigentlichen PayPal Konto des Inhabers auf ein sogenanntes Reservekonto transferiert. Manche Experten vermuten dahinter einen Automatismus, der auf der Basis bestimmter Parameter greift. Ein Grund könnte sein, dass PayPal bestimmte Kunden für risikoreich hält und sich durch die Reserve vor finanziellen Ausfällen schützen möchte.

Das könnte zum Beispiel der Fall sein, wenn ein Online-Händler sein Geschäft beendet, jedoch noch Rückzahlungen an Kunden offen sind. Weil der US-amerikanischen Zahlungsdienstleister dieses Risiko naturgemäß nicht selbst tragen möchte, ist es üblich, einen bestimmten Prozentanteil des Guthabens auf dem Geschäftskonto einzubehalten.

Wie lange behält PayPal das Geld ein?

Einen offiziellen Zeitraum gibt es nicht, wie lange PayPal eingefrorenes Geld einbehält. Meistens wird ohnehin ein bestimmter Prozentsatz eingehalten und keineswegs das komplette Guthaben auf dem PayPal Konto. Nach einer gewissen Zeit findet dann für gewöhnlich wieder die Freigabe des eingefrorenen Geldes statt.

Aus der Praxis ergeben sich durchaus durchschnittliche Zeiten, wie lange der US Zahlungsdienstleister Geld einbehält. Dies trifft insbesondere bei der dynamischen Reserve zu, bei der zum Beispiel 10 Prozent des Guthabens für einen Zeitraum von 60 bis 90 Tagen einbehalten werden. So kann ein fortlaufender Prozess entstehen, indem stetig ein gewisser Betrag einbehalten und anschließend wieder freigegeben wird.

Manchmal wird das Geld seitens PayPal allerdings deutlich länger einbehalten, mitunter ohne zeitliche Befristung. Dies geschieht insbesondere bei der sogenannten Mindestreserve, die neben der dynamischen Reserve eine zweite Variante ist. In dem Fall gibt selbst der Support von PayPal oft keine Auskunft dazu, für welchen Zeitraum das Geld einbehalten wird.

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Wozu dienen Reserven bei PayPal?

Aus Sicht des Zahlungsdienstleisters macht das Einbehalten von Geld und die damit verbundenen Reserven durchaus Sinn. In regelmäßigen Abständen werden die PayPal Konten der Kunden überprüft. Dabei werden vor allem solche Konten identifiziert, die ein höheres Risiko beinhalten.

Ist das der Fall, bildet PayPal eine Reserve und behält dementsprechend einen bestimmten Prozentsatz des Guthabens auf dem Konto ein. Der Gedanke dahinter ist, dass es im Hinblick auf dieses Konto noch offene Konflikte mit anderen Kunden gibt. Dadurch wiederum könnten Rückbuchungen entstehen und das PayPal Konto ins Minus geraten. 

Die PayPal Reserven dienen dementsprechend der Absicherung, dass der Zahlungsdienstleister selbst keine Ausfälle erleidet. Zu diesem Zweck wird meistens die dynamische Reserve genutzt. In dem Zusammenhang wird fortlaufend ein bestimmter Prozentsatz der täglichen Transaktionen als Sicherheit einbehalten. Alternativ gibt es die Mindestreserve, bei der ein bestimmter Geldbetrag erst einmal ohne zeitliche Befristung eingefroren wird.

Lassen sich Reserven verhindern?

Es ist keineswegs so, dass PayPal bei allen Geschäftskunden automatisch eine Reserve bildet. Tatsächlich existieren mehrere Maßnahmen, durch welche Sie im besten Fall verhindern können, dass überhaupt erst eine Reserve von Ihrem PayPal Konto gebildet wird. Hilfreich sind in dem Zusammenhang vor allem die folgenden Maßnahmen:

  • Mögliche Verzögerungen frühzeitig kommunizieren
  • Händler sollten möglichst kein Geld annehmen, bevor die Waren nicht versandbereit sind
  • Schnelle Rückzahlung an Kunden vornehmen
  • Schneller Versand der relevanten Daten an Käufer

Diese Maßnahmen können dazu führen, dass es mit dem PayPal Konto keine Probleme gibt und der Zahlungsdienstleister somit auch nicht zur Bildung einer Reserve greift.

Wie ist mit PayPal Konto Einschränkungen umzugehen?

Kontoeinschränkungen bei PayPal können unterschiedliche Gründe haben. Daher sollten Sie sich als erstes mit dem Zahlungsdienstleister in Verbindung setzen und den Grund für die Einschränkung erfragen. Manchmal werden schlichtweg weitere Informationen benötigt, sodass die Einschränkung anschließend wieder aufgehoben werden kann. 

Bezieht sich die Kontoeinschränkung allerdings auf die zuvor angesprochene Reserve-Bildung? Dann gibt es in vielen Fällen keine Möglichkeit, daran etwas zu ändern. Mitunter helfen lediglich die beschriebenen, vorbeugenden Maßnahmen. Oder aber, Sie müssten sich auf einen Rechtsstreit mit dem Zahlungsdienstleister einlassen.

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Wie gehe ich mit einer Kontosperrung um?

Sollten auf Ihrem PayPal Konto nicht nur Einschränkungen bestehen, sondern ist es zu einer Kontosperrung gekommen, ist schnelles Handeln ratsam. In dem Fall sollten Sie sich unbedingt sofort mit dem Kundenservice in Verbindung setzen.

Mögliche Gründe für die Kontosperrung seitens PayPal sind insbesondere:

  • Konto befindet sich Minus
  • Offene Käuferschutzanträge
  • Es fanden aus Sicht von PayPal verdächtige Bewegungen auf dem Konto statt

Die meisten Ursachen für eine Kontosperrung lassen sich einvernehmlich mit PayPal klären. Befindet sich das Konto beispielsweise im Minus, lässt sich die Sperrung in der Regel dadurch aufheben, dass Sie den Saldo ausgleichen. Offene Käuferschutzanträge sollten Sie möglichst schnell klären, denn auch dann wird die Sperrung für gewöhnlich wieder aufgehoben.

So kann CDR Legal Ihnen helfen

In der Praxis erweist es sich häufig als schwierig, von PayPal einbehaltenes Geld (sofort) zurückzuholen. Nicht selten kommt in solchen Fällen die 180-Tage Frist zum Tragen. Gleichzeitig handelt es sich dabei um den Zeitraum, innerhalb dessen Kunden des Kontoinhabers die Möglichkeit haben, eine Beschwerde beim Zahlungsdienstleister einzureichen.

Pay Pal beruft sich in diesen Fällen meistens auf seine AGB. Diese sehen vor, entsprechende Guthaben als möglichen Schadenersatz einbehalten zu können. Pauschal lässt sich allerdings nicht sagen, ob diese Verhaltensweise rechtswidrig oder rechtskonform ist. 

Daher kommt es wie so oft in rechtlichen Fragen auf den Einzelfall an, ob Sie einbehaltene Gelder zurückholen können oder nicht. Sollten Sie der festen Meinung sein, dass Ihr Geld zu Unrecht einbehalten wird, sollten Sie einen Rechtsanwalt kontaktieren.

Ist eine gütliche Einigung mit dem Kundenservice nicht möglich, besteht die Option, die Rückbuchung des Geldes auf Ihr PayPal Konto durch einen Rechtsanwalt per Gericht durchsetzen zu lassen. 

Die Kanzlei CDR Legal unterstützt Sie hierbei gerne. Im Rahme eines kostenlosen Erstgespräches können wir Ihre Möglichkeiten besprechen.

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Die Autorin

Corinna Ruppel – Rechtsanwältin für Bankrecht und Kapitalmarktrecht in Rosenheim (Oberbayern)

Corinna Ruppel nutzt ihre Fachexpertise aus ihrer langjährigen Tätigkeit als Kreditspezialistin und Syndikusanwältin, um Privatpersonen und Unternehmen in allen Fragen rund um Bank- und Kapitalmarktrecht, Insolvenzrecht und Erbrecht zu beraten und zu vertreten. Dabei legt sie besonderen Wert auf Transparenz und eine vertrauensvolle Basis dem Mandanten gegenüber.

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