Testament Ungültigkeitsgründe

Wann ist das Testament ungültig & unwirksam?

Das Wichtigste im Überblick

  • Ein Testament kann aus unterschiedlichen Gründen ungültig und somit unwirksam sein
  • Zu den Gründen zählen beispielsweise Formfehler, wenn ein Testament nicht handschriftlich verfasst wurde
  • Sittenwidrigkeit und gesetzliche Verbote führen ebenfalls dazu, dass ein Testament seine Gültigkeit verliert
  • Sollte die Testierfähigkeit fehlen oder ein früheres Testament dem aktuell Letzten Willen entgegenstehen, ist dies ebenfalls ein Ungültigkeitsgrund

Damit ein Testament rechtswirksam und somit gültig ist, werden bestimmte Anforderungen an den Letzten Willen und den Aussteller gestellt. Mehrere Gründe können dazu führen, dass ein Testament seine Gültigkeit verliert.

Testament Ungültigkeitsgründe sind zum Beispiel das Nicht-Einhalten der Formvorschriften, ein mangelnder Testierwille oder auch die Sittenwidrigkeit des Letzten Willens.

Testament Ungültigkeitsgründe: eine Übersicht

Es gibt viele Gründe, die dazu führen können, dass der Letzte Wille nicht rechtswirksam ist. Die wesentlichen Gründe sind:

  • Nichteinhaltung der Formvorschriften
  • Mangelnder Testierwille
  • Sittenwidrigkeit des Testaments
  • Verstoß gegen gesetzliches Verbot
  • Fehlende Höchstpersönlichkeit
  • Mangelnde Testierfähigkeit
  • Früherer letzter Wille steht dem Testament entgegen
  • Erfolgreiche Anfechtung des Testaments

Wann ist ein Testament ungültig: Formfehler

Recht oft ist ein Testament ungültig, weil die Formvorschriften nicht eingehalten wurden. Häufig ist der Letzte Wille entweder nicht handschriftlich verfasst oder nicht unterschrieben.

Paragraph 2247 BGB spricht von dem eigenhändigen Testament. Sind die Formvorschriften vom Testator nicht eingehalten, hat dies automatisch die Ungültigkeit des Testaments zu Folge. Eigenhändig ist ein Testament z.B. bereits dann nicht verfasst, wenn es entweder auf einer Schreibmaschine oder im Computer erstellt wurde.

Mangelnder Testierwille als weiterer Ungültigkeitsgrund

Ein Testament ist auch dann ungültig, wenn der Erblasser nicht über einen notwendigen Testierwillen verfügt. Daher muss beim Inhalt des Letzten Willens zwingend zu erkennen sein, dass der Verfasser ein Testament erstellen will. Den sogenannte Testierwillen können Sie dadurch verdeutlichen, dass im Schriftstück folgende Worte auftauchen:

  • Testament
  • Letzter Wille
  • Mein Letzter Wille

Ein reiner Entwurf eines Testaments würde zum Beispiel nicht ausreichen, denn dann mangelt es am Testierwillen.

Testament ist sittenwidrig oder verstößt gegen gesetzliches Verbot

Ein Testament ist ungültig bei einem Formfehler, aber auch unter der Voraussetzung, dass es sittenwidrig ist. Ein typisches Beispiel für die Sittenwidrigkeit eines Letzten Willens ist, falls ein Dritter eine psychische Notsituation des Testators ausnutzt und sich dadurch Vorteile im Hinblick auf das Erbe erschleicht.

Gegen die guten Sitten würde ein Letzter Wille auch verstoßen, wenn es sich um ein sogenanntes Geliebtentestament handelt. Hier setzt der Testator seine oder seinen Geliebten als Haupterben ein und stellt die entsprechende Person über seinen Ehepartner.

Ebenfalls ungültig ist ein Testament, falls dieses gegen geltende Gesetze und insbesondere gesetzliche Verbote verstößt. Dazu gehört zum Beispiel, wenn der Testator in der letzter Zeit vor dem Tod gepflegt wurde und das Pflegepersonal in seinem Letzten Willen bedenkt.

Fehlende Höchstpersönlichkeit des Verfassers

Ein klassisch juristischer Begriff ist die fehlende Höchstpersönlichkeit, die ebenfalls zur Unwirksamkeit eines Testaments führen kann. Damit ist gemeint, dass der Erblasser das Testament nicht selbst, also höchstpersönlich, verfasst hat. Der Testator darf demzufolge keinen Stellvertreter damit beauftragen, für ihn das entsprechende Testament zu verfassen. Ausnahme, das sogenannte Nottestament.

In den Bereich der fehlenden Höchstpersönlichkeit fällt auch die Fremdbestimmung beim Aufsetzen des Testaments. Dies basiert insbesondere auf den Paragraphen 2064 und 2065 BGB. In einem solchen Fall gibt der Erblasser faktisch die Entscheidungsgewalt an eine dritte Person ab. Diese dritte Person bestimmt dann den Inhalt des Testamens.

Mangelnde Testierfähigkeit

Grundsätzlich ist ein Testament ohne Notar gültig, jedoch nicht bei mangelnder Testierfähigkeit. Gleichzeitig handelt es sich dabei um einen der Hauptgründe, warum der Letzte Wille unwirksam sein kann. Genannt werden die Merkmale der Testierfähigkeit insbesondere im Paragraph 2229 Abs. 4 BGB.

Die dort aufgeführten Kriterien muss ein Testator besitzen, damit der Letzte Wille nicht aufgrund mangelnder Testierfähigkeit unwirksam ist. Die Testierfähigkeit ist in der Regel dann nicht gegeben, wenn zum Zeitpunkt der Ausstellung des Testaments folgende Situationen vorliegen:

  • Bewusstseinsstörung
  • Geistige Störungen
  • Geistesschwäche

Früheres Testament oder Erbvertrag stehen aktuellem Testament entgegen

Ein ebenfalls relativ häufiger Ungültigkeitsgrund für ein Testament ist, dass ein zuvor verfasster Erbvertrag oder ein Ehegatten-Testament dem aktuellen Letzten Willen entgegenstehen. Der Grund besteht darin, dass sowohl ein gemeinschaftliches Ehegatten-Testament als auch der Erbvertrag zweiseitig bindend sind.

Das gewöhnliche Testament ist jedoch nur eine einseitige Willenserklärung, welche diese gemeinschaftliche Bindung nicht aufheben kann. Damit das Testament gültig bleibt, müsste der Erblasser mit Zustimmung seines Ehepartners das gemeinschaftliche Testament ändern bzw. widerrufen oder den Erbvertrag für nicht mehr gültig erklären lassen.

Erfolgreiche Anfechtung des Testaments

Ein Ungültigkeitsgrund für ein Testament ist ebenfalls die erfolgreiche Anfechtung. Allerdings bleibt das Testament nach einer erfolgreichen Anfechtung meistens zumindest teilweise wirksam. In der Regel geht es nämlich um die Anfechtung einzelner Verfügungen und Vermächtnisse, sodass nicht das gesamte Testament ungültig wird.

So kann CDR Legal Ihnen helfen

Sollten auch Sie mit einem möglicherweise ungültigen Testament konfrontiert sein, sollten Sie anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen. Es kann dabei um viel Geld gehen und die gesetzlichen Voraussetzungen für eine gültiges Testament sind vielseitig und kompliziert zu prüfen. Das ist ein klassischer Fall, bei dem Ihnen eine kompetente Rechtsanwaltskanzlei wie CDR-Legal helfen kann.

Gleiches gilt unter der Voraussetzung, dass zum Beispiel mehrere Testamente vorhanden sind und nicht klar ist, welcher Letzte Wille gilt. Bei solchen und anderen Auseinandersetzungen rund ums Testament berät Sie die auf dem Gebiet des Erbrechts tätige Kanzlei CDR-Legal gerne.

Wir erörterten mit Ihnen die Möglichkeiten, wie Sie Ihre Ansprüche im Hinblick auf ein Testament durchsetzen können.

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