Wie komme ich aus einer Bürgschaft raus?

Was kann der Bürge tun, wenn der Gläubiger zur Zahlung auffordert?

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Immer wieder geben Personen eine Bürgschaft ab, um ihren Mitmenschen zu helfen. Im Falle dessen, dass der Hauptschuldner nicht zahlen kann, ziehen die Gläubiger die Bürgschaft. Der Bürge zahlt die Forderung. Allerdings gibt es einige Wege, sich der Pflicht zu entziehen und sich gegen die Inanspruchnahme zu wehren.

Voraussetzung einer Bürgschaft

Oft zahlen die Bürgen die Forderung, obwohl sie es nicht müssten.

Es gibt viele Formalitäten, die einzuhalten sind, um einen wirksamen Bürgschaftsvertrag zu entwerfen.

  1. Der Bürgschaftsvertrag muss schriftlich verfasst und am unteren Ende unterschrieben werden.
  2. Nur ein Vollkaufmann kann eine Bürgschaft auch mündlich abschließen.
  3. Der Gläubiger muss den Vertrag ebenfalls in Originalform erhalten.
  4. Inhalte des Vertrages bilden die Entstehung, den Fortbestand, den Umfang und die Durchsetzbarkeit der Hauptforderung.
  5. Zudem gilt das Prinzip der Akzessorietät (§ 767 BGB). Die Verpflichtung des Bürgen hängt somit vom Bestand der Hauptverbindlichkeit ab. Verringern sich die Forderungen durch vergangene Zahlungen des Hauptschuldners, kommt dies dem Bürgen zugute.

Hier finden Sie einen Artikel, der sich nur um die Voraussetzungen für eine Bürgschaft dreht.

Welche Gründe gibt es für den Bürgen, sich der Forderung des Gläubigers zu entziehen?

Viele Gründe können zur Nichtigkeit eines Bürgschaftsvertrages führen. Im Folgenden führen wir Ihnen einige Argumente für die Unwirksamkeit eines Vertrages auf:

  • Formalität: Die Verfassung der Bürgschaft fand in mündlicher oder elektronischer Form statt.
  • Sittenwidrigkeit: Die finanzielle Belastung ist für den Bürgen zu hoch, er hat sich lediglich aus emotionaler Verbundenheit verpflichtet.
  • Überraschung: Der Bürgschaftsvertrag enthält Allgemeine Geschäftsbedingungen oder der Bürge soll über den angegebenen Vertrag hinaus haften.
  • Irrtum: Dem Bürgen war beim Vertragsabschluss nicht klar, dass er eine Haftung übernimmt oder welche Höhe die Summe beträgt.
  • Rechtswidrigkeit: Der Bürge wurde bedroht oder arglistig getäuscht.
  • Verjährung: Der Gläubiger hält die Verjährungsfrist nicht ein. (Mehr zur Verjährung einer Bürgschaft)
  • Widerrufsrecht: Der Hauptschuldner räumt dem Bürgen im Vertrag ein Widerrufsrecht ein.

Der Bürge kann sich der Forderung des Gläubigers entziehen

Die Forderungen des Gläubigers gegenüber dem Bürgen können aus verschiedenen Gründen nicht berechtigt sein. Vor einer Zahlung dieser Forderungen sollte der Bürge demnach rechtlich prüfen lassen, ob er dazu verpflichtet ist. Dass ein Bürgschaftsvertrag zu seinem Zeitpunkt wirksam war, bedeutet nicht gleich, dass er dies auch heute noch ist. Lassen Sie sich in einem ersten gemeinsamen Gespräch beraten, wir unterstützen Sie bei der Durchsetzung Ihrer Rechte!

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Die Autorin

Corinna Ruppel – Rechtsanwältin für Bankrecht und Kapitalmarktrecht in Rosenheim (Oberbayern)

Corinna Ruppel nutzt ihre Fachexpertise aus ihrer langjährigen Tätigkeit als Kreditspezialistin und Syndikusanwältin, um Privatpersonen und Unternehmen in allen Fragen rund um Bank- und Kapitalmarktrecht sowie Insolvenzrecht zu beraten und zu vertreten. Dabei legt sie besonderen Wert auf Transparenz und eine vertrauensvolle Basis dem Mandanten gegenüber.

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