Wie steht es um die DWL Deutsche Wertlager GmbH?

DWL Gold – Alle Infos zum Insolvenzverfahren der DWL Deutsche Wertlager GmbH

Die DWL Deutsche Wertlager GmbH mit Sitz in Kolbermoor (Rosenheimer Straße 23) widmete sich dem Vertrieb und der Lagerung von Anlagegold. Es gab immer wieder Probleme bei dem Unternehmen. Nachdem das Amtsgericht Rosenheim im Sommer 2018 eine vorläufige Insolvenz und entsprechende Sicherheitsmaßnahmen veranlasst hatte, konnte das Unternehmen diese Maßnahmen jedoch wieder abwenden.

Hintergrund der DWL Deutsche Wertlager GmbH

Offiziell beschäftigt sich die DWL Wertlager GmbH mit dem Vertrieb von Edelmetallen als Anlagegold sowie dem Handel von Edelmetallen aller Art, Verwahrung für private, gewerbliche und institutionelle Kunden (Funktion als Lagerstätte).

Es gibt keine Instanz, die die Prozesse und die Qualität des Goldes überprüfen. Für die Führung eines Unternehmens in diesem Geschäftszweig benötigt ein Unternehmer lediglich eine Gewerbeerlaubnis. So konnten Herr Erdogan Asik und Frau Heike Schneider ihre Unternehmen gründen und führen. Frau Heike Schneider war zuvor Geschäftsführerin der Goldbarters GmbH.

Bereits im Sommer 2018 gab es Schwierigkeiten. Das Unternehmen konnte das Insolvenzverfahren aber abwenden. Allerdings nicht dauerhaft. Es befindet sich nun in Insolvenz.

Insolvenz der DWL – Deutsche Wertlager GmbH

Ansprüche von Anlegern des DWL Goldes

Ansprüche gibt es vielfältig. So hat die DWL den Rückkauf des Goldes versprochen. In der Insolvenz dürfte der Anspruch allerdings nicht mehr viel wert sein. Viele Anleger haben ihr Gold zwecks Rückkauf an die DWL gesendet. Diese warten zum Teil noch auf die Bezahlung. Bis zur Bezahlung sind sie jedoch weiterhin Eigentümer des Goldes. Sie können gegenüber der DWL daher ein Aussonderungsrecht geltend machen und das Gold herausverlangen. Sollte das Gold aber aus irgendeinem Grund nicht mehr vorhanden sein, sieht es auch für diese Anleger schlecht aus.

++ Update: Schreiben des Insolvenzverwalters an ehemalige Anleger der DWL ++

Ehemalige Anleger der DWL, die ihre Anlage bei der DWL schon längst abgeschlossen haben, bekommen nunmehr ebenfalls Post in Sachen DWL Gold. In dem Schreiben fordert der Insolvenzverwalter die Anleger auf, die von der DWL erhaltenen Zahlungen zurückzuzahlen. Für diese Anleger ist dies sicherlich unverständlich. Schließlich haben sie das Gold an die DWL zurückgesendet und dafür nur die vereinbarten Zahlungen erhalten.

Begründung des Anspruchs

  1. § 133 InsO – Anfechtung wegen vorsätzlicher Benachteiligung
    Durch die Zahlung an den Anleger seien andere Gläubiger der Gesellschaft benachteiligt worden. Das Geld fehlt der DWL und damit den anderen Gläubigern. Erfolgte die Zahlung an die Anleger im Juli 2018 oder später, so hatten die Anleger durch den ersten Insolvenzantrag im Sommer 2018 Kenntnis von den finanziellen Schwierigkeiten der DWL.
  2. §§ 134 InsO
    Laut Insolvenzverwalter handelt es sich bei der DWL um ein Schneeballsystem. Nach aktueller Rechtsprechung des BGH können Zahlungen in einem Schneeballsystem zurückverlangt werden.

Was können die Anleger dem entgegenhalten?

  1. Rückgabe des Goldes
    Teilweise berücksichtigt der Insolvenzverwalter bei seiner Forderung nicht, dass die Anleger Gold an die DWL zurückgegeben haben.
  2. Kenntnis von der vorläufigen Insolvenz
    Die Insolvenz wurde im Sommer 2018 nicht eröffnet. Kann man den Anlegern hierbei tatsächlich Kenntnis von den Zahlungsschwierigkeiten vorwerfen?
  3. Entreicherung
    Wofür haben die Anleger die Gelder verwendet? Ist evtl. der Einwand der Entreicherung möglich?

++ Update: Prüfung der zur Insolvenztabelle angemeldeten Forderungen ++

Am 04.06.2019 hat das Amtsgericht Rosenheim unter dem Aktenzeichen 610 IN 145/19 das vorläufige Insolvenzverfahren eröffnet. Dem von der Gesellschaft gestellten Antrag auf Eigeninsolvenz wurde nicht stattgegeben. Am 01.07.2019 wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Zum Insolvenzverwalter wurde bestellt Herr RA Florian Loserth, Richard-Wagner-Straße 12, 84453 Mühldorf. Die Insolvenzgläubiger sollten bis zum 13.08.2019 ihre Forderungen anmelden.

Vorläufiges Ergebnis der Tabellenanmeldung

Das Amtsgericht Rosenheim, das zuständige Insolvenzgericht für die DWL, hat die zur Insolvenztabelle angemeldeten Forderungen geprüft. Der Insolvenzverwalter hat den Anlegern die entsprechenden Auszüge mit einer Erläuterung zukommen lassen. Der Inhalt dürfte die Anleger der DWL nicht beruhigen. Wir gehen davon aus, dass es kaum Anmeldungen gibt, die nicht zumindest zum Teil bestritten werden.

Gründe für das Bestreiten von angemeldeten Forderungen

Der Insolvenzverwalter nennt exemplarisch folgende Gründe für das Bestreiten:

  1. Bonusgold
    Es gibt offensichtlich Hinweise, dass es sich bei der Anlage um ein Schneeballsystem handelt. Das Gesetz verbietet solche Systeme. Damit einhergehend sind sämtliche Verträge nichtig. Anleger können offene Ansprüche aus den Verträgen, wie die Bonuszahlungen, nicht mehr geltend machen. Sollte die Prüfung ergeben, dass es sich nicht um ein Schneeballsystem handelt, will der Insolvenzverwalter den Widerspruch zurücknehmen. Aus unserer Sicht kann das aber nur für Verträge gelten, bei denen das Bonusgold bereits von der DWL schriftlich, nach Rückgabe des Goldes, errechnet und zugesagt wurde. Denn den Verträgen an sich können wir kein festes Bonusversprechen entnehmen. Für die Anleger ist dies daher nur ein geringer Trost, wenn das Gold verschwunden ist.
  2. Festsetzung des Goldkurses
    Für den Fall, dass es sich um ein Schneeballsystem handelt, sind die Verträge rückgängig zu machen. Jede Seite muss das Erhaltene herausgeben. Dabei sind die Forderungen zu saldieren. Hierzu wird für das Gold ein Kurs festgesetzt.
  3. Wiederanlageverträge
    Hier kann es selbst für die Anleger unangenehm werden, die in der Vergangenheit Geschäfte mit der DWL gemacht haben. Denn bei einem Schneeballsystem können nach § 134 InsO alle Verträge angegriffen werden, die innerhalb von vier Jahren vor Insolvenzeröffnung getätigt wurden. Haben Anleger einen Zweit- oder Drittvertrag angemeldet, so wird dieser in voller Höhe bestritten. Der Insolvenzverwalter erkennt nur den ersten mit der DWL abgeschlossene Vertrag an.
  4. Provisionsforderungen
    Offensichtlich haben Vermittler offene Provisionsforderungen zur Tabelle angemeldet. Auch diese werden vorläufig bestritten. Hier könnte es für alle Vermittler unangenehm werden. Denn nach § 134 InsO kann der Insolvenzverwalter auch diese Zahlungen, wenn es sich um ein Schneeballsystem handelt, anfechten.

Anleger sollten daher genau prüfen, aus welchen Gründen ihre Forderung bestritten wurde. Gegenbenenfalls sind Unterlagen nachzureichen, oder die Forderung ist neu zu beziffern. Gerne unterstützen wir Sie dabei.

Wie sollten Anleger sich verhalten?

Die aktuelle Situation ist nicht besonders vielversprechend. Wir empfehlen daher den betroffenen Anlegern, sich rechtliche Unterstützung zu suchen und den Umstand nicht einfach hinzunehmen. Wir von CDR Legal stehen Ihnen gerne für eine kostenlose Erstberatung zur Verfügung. In diesem Gespräch bewerten wir Ihre Ausgangslage und besprechen gemeinsam das mögliche weitere Vorgehen. Wir unterstützen Sie bei der Durchsetzung Ihrer Rechte!

 

Fernsehbeitrag zur DWL „Glänzender Betrug im Kolbermoor“

Fernseh Interview zum Thema DWL Gold – DWL Deutsche Wertlager GmbH aus dem Kolbermoor (Bayern)
„Glänzender Betrug im Kolbermoor“ – Fernsehinterview mit Rechtsanwältin Corinna Ruppel von CDR Legal, 9.7.2019 @rfo – Regional Fernsehen Oberbayern

Das rfo Fernsehn berichtete nunmehr am 9. Juli über die Insolvenz der Deutschen Wertlager (DWL) GmbH mit Sitz an der Mangfall in Kolbermoor.

Hier finden Sie den Fernsehbeitrag „Glänzender Betrug in Kolbermoor“ inkl. Kommentar von CDR Legal Rechtsanwältin Corinna Ruppel.

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Die Autorin

Corinna Ruppel – Rechtsanwältin für Bankrecht und Kapitalmarktrecht in Rosenheim (Oberbayern)

Corinna Ruppel nutzt ihre Fachexpertise aus ihrer langjährigen Tätigkeit als Kreditspezialistin und Syndikusanwältin, um Privatpersonen in allen Fragen rund um Bank- und Kapitalmarktrecht zu beraten und zu vertreten. Dabei legt sie besonderen Wert auf Transparenz und eine vertrauensvolle Basis dem Mandanten gegenüber.

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