Geno eG – Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Betruges

Geno eG – Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Betruges

Nachdem die Geno eG Wohnungsbaugenossenschaft Mitte des Jahres 2018 die Insolvenz anmeldete, ermittelt nun die Staatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt Baden-Württemberg: Gemeinschaftlicher gewerbsmäßiger Betrug, Verdacht auf Untreue und Insolvenzverschleppung stehen in der Anklage. Setzt sich diese durch, könnten die Anleger der Genossenschaft ihr Recht auf einen Schadensersatz durchsetzen.

Schneeballsystem der Geno eG

Die Geno eG warb als Wohnungsbaugenossenschaft neue Immobilieninteressierte durch die niedrigen Einlagen während der Mitgliedschaft. Nach einigen Jahren sollten sie die Möglichkeit bekommen, in eine Immobilie der Genossenschaft zu ziehen; die regelmäßige Einlage wirkte als Form des Mietkaufs und sollte vom Kaufpreis der Immobilie beim Einzug abgezogen werden. Der Kaufpreis stand bereits im Vorhinein fest. Der Anleger soll 35 Jahre lang Zeit gehabt haben, diesen zu bezahlen. Schaffte er es nicht, musste er die Immobilie wieder räumen.

Unerlässlich für dieses Konzept war jedoch, dass immer wieder neue Mitglieder geworben wurden. Nur dann konnte die Gesellschaft das Konzept verwirklichen. Es handelt sich also vermeintlich um ein Schneeballsystem. Neue Teilnehmer investierten in die Genossenschaft, ohne direkt ein Produkt oder eine Dienstleistung zu erhalten – lediglich der Optionskauf stand in Aussicht.

Anleger der Geno eG

Etwa 10.000 Anleger bangen nun um ihre Einlagen, die insgesamt eine Höhe von 30 Millionen Euro betragen. Seit 2002 hat die Genossenschaft lediglich in einem Jahr Gewinne erzielt. Schließlich hat sie nur 100 Häuser für die Immobilieninteressenten gebaut. Die Mitglieder könnten sehr hohe oder sogar totale Verluste verbüßen müssen. Die Insolvenzverwalter werden sie wahrscheinlich dazu auffordern, ihren vertraglichen Pflichten nachzukommen und die Einlagen weiterhin zu leisten.

Vorgehen gegen die Falschberatung der Geno eG

Sind Sie von diesem Fall betroffen, holen Sie sich rechtlichen Rat ein. In Einzelfällen besteht die Möglichkeit, Schadensersatzansprüche im Rahmen einer fehlerhaften Anlageberatung geltend zu machen. Wurden die Investitionen ohne entsprechenden Hinweis auf das Risiko empfohlen, können Sie einen Totalverlust Ihres Vermögens umgehen. Auch Ihre Forderungsanmeldung im Insolvenzverfahren sollten Sie nicht verpassen. Dies ist auch noch nach dem Prüfungstermin möglich. Wir von CDR Legal unterstützen Sie dabei, Ihre Rechte zu vertreten. In einem kostenlosen Beratungsgespräch besprechen wir gemeinsam mit Ihnen Ihre Ausgangslage und geben Ihnen Handlungsempfehlungen für das weitere Vorgehen.

++ Update 14.01.2020 – Verhaftung des Vorstands ++

Der Verdacht der Untreue, der Insolvenzverschleppung und des gemeinschaftlichen gewerbsmäßigen Betrugs spitzt sich zu. Die Staatsanwaltschaft ermittelte bereits seit 2015 gegen drei Vorstandsmitglieder der Genossenschaft. Nach erneuten Durchsuchungen hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart am 26. November 2019 einen ehemaligen Vorstandsvorsitzenden verhaftet.

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Die Autorin

Corinna Ruppel – Rechtsanwältin für Bankrecht und Kapitalmarktrecht in Rosenheim (Oberbayern)

Corinna Ruppel nutzt ihre Fachexpertise aus ihrer langjährigen Tätigkeit als Kreditspezialistin und Syndikusanwältin, um Privatpersonen in allen Fragen rund um Bank- und Kapitalmarktrecht zu beraten und zu vertreten. Dabei legt Sie besonderen Wert auf Transparenz und eine vertrauensvolle Basis dem Mandanten gegenüber.

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