Insolvenzmasse

Was ist mit Insolvenzmasse gemeint?

Laut §35 Abs. 1 InsO umfasst die Insolvenzmasse zum einen das gesamte Vermögen, das das Unternehmen zur Zeit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens besitzt. In die Insolvenzmasse gehört zum anderen auch das gesamte Vermögen, das der Insolvenzverwalter während des Verfahrens erlangt.

Was gehört zur Insolvenzmasse?

Es zählen sowohl bewegliche als auch unbewegliche Vermögensgegenstände des insolventen Unternehmens zur Insolvenzmasse.

  • Zum beweglichen Vermögen gehört z.B. das Barvermögen.
  • Das unbewegliche Vermögen umfasst unter anderem Immobilien und Grundstücke.

Den Wert dieser Vermögensgegenstände ermittelt der Insolvenzverwalter mit den Informationen, die er während des Verfahrens erlangt. Dabei richtet er sich hält er sich stets an die Anforderungen des §35 InsO.

Einflüsse auf die Insolvenzmasse

In der Zeit nach der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens ermittelt der Insolvenzverwalter zunächst auf Grundlage der ihm vorliegenden Dokumenten die Insolvenzmasse des Unternehmens. Während des Verlaufs des Insolvenzverfahrens besitzt er jedoch die Möglichkeit, etwas Einfluss auf den Umfang dieses pfändbaren Vermögens zu nehmen.

Die Einführung von Sicherheitsmaßnahmen soll z.B. eine Verschmälerung der Insolvenzmasse verhindern. Mittels Insolvenzanfechtungen oder schwebenden Verträgen kann der Insolvenzverwalter allerdings auch die Vermögenssumme des Schuldners steigern. Letzteres ist besonders im Sinne der Insolvenzgläubiger, da die Insolvenzmasse ihre gestellten Forderungen decken soll.

Zum Schluss wird der Insolvenzverwalter die Insolvenzquote berechnen. Diese legt fest, wie viel Prozent seiner Forderungen jeder Gläubiger zurückerhält.

Rangfolge in der Verteilung

Nachdem der Insolvenzverwalter nun den Wert des Schuldnervermögens festsetzen konnte, beginnt er mit der Verteilung der Insolvenzmasse. Zunächst deckt er die Kosten des Insolvenzverfahrens und die Masseverbindlichkeiten, also die Verbindlichkeiten, die der Insolvenzverwalter nach der Verfahrenseröffnung begründet hat.

Erst danach folgt die Befriedigung der Insolvenzforderungen oder Insolvenzverbindlichkeiten. Hierbei handelt es sich um die Forderungen, bzw. Verbindlichkeiten, die schon vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens bestanden und in der Insolvenztabelle notiert sind.

Zum Schluss werden nachrangige Insolvenzanforderungen in Betracht gezogen. Diese sind zum Beispiel die seit der Verfahrenseröffnung laufenden Zinsen der Forderungen, die Verfahrenskosten für die Insolvenzgläubiger, Ordnungsgelder, Forderungen auf unentgeltliche Leistungen des Schuldners und Forderungen aus Gesellschaftsdarlehen. Die nachrangigen Forderungen werden in der aufgeführten Reihenfolge nacheinander befriedigt.

Obwohl das Ziel eines eröffneten Insolvenzverfahrens die gleichberechtigte Verteilung der Insolvenzmasse ist, kommt es in der Praxis immer wieder vor, dass nachrangige Insolvenzforderungen gar keine Befriedigung erhalten. Sind Sie Gläubiger eines insolventen Unternehmens und besitzen den Anspruch auf Forderungen, sollten Sie sich rechtlich beraten lassen. Melden Sie sich gerne bei uns, wir unterstützen Sie bei der Durchsetzung Ihrer Rechte!

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Die Autorin

Corinna Ruppel – Rechtsanwältin für Bankrecht und Kapitalmarktrecht in Rosenheim (Oberbayern)

Corinna Ruppel nutzt ihre Fachexpertise aus ihrer langjährigen Tätigkeit als Kreditspezialistin und Syndikusanwältin, um Privatpersonen und Unternehmen in allen Fragen rund um Bank- und Kapitalmarktrecht sowie Insolvenzrecht zu beraten und zu vertreten. Dabei legt sie besonderen Wert auf Transparenz und eine vertrauensvolle Basis dem Mandanten gegenüber.

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