Antrag auf Insolvenzeröffnung

Vor der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens muss das entsprechende Unternehmen einen schriftlichen Antrag beim zuständigen Amtsgericht einreichen (§13 Abs. 1 InsO). Den Antrag auf die Insolvenzeröffnung können sowohl der Schuldner, als auch die Gläubiger vorlegen. Leitet der Schuldner selbst diesen Prozess ein, spricht man von einem Eigenantrag. Einen Fremdantrag legt ein Gläubiger vor. Die rechtlichen Voraussetzungen hierfür sind allerdings sehr hoch.

Voraussetzungen für den Fremdantrag

Ein Insolvenzverfahren kann beantragt werden, wenn ein Insolvenzgrund vorliegt. An der Eröffnung dieses Verfahrens muss allerdings ein rechtliches Interesse bestehen. Das Amtsgericht lehnt zum Beispiel Anträge ab, wenn ein Gläubiger damit versucht, eine Ratenzahlung zu erzwingen. Auch ein Versuch des Gläubigers, an Informationen über das Insolvenzverfahren zu gelangen, gilt als Grund einer Ablehnung. Eine weitere Voraussetzung für die Insolvenzeröffnung ist die glaubhafte Darlegung der Forderung und des Insolvenzgrundes. Diese Glaubhaftmachung ist ein Beweis, der den Richter von der Wahrscheinlichkeit der Tatsache überzeugen soll. Ohne die Einsicht eines Gläubigers in firmeninterne Informationen ist dieser Beweis allerdings schwierig zu erbringen. Ein Nichtzahlen der Rechnung oder eine Zwangsvollstreckung reichen dabei nicht aus.

Voraussetzung für den Eigenantrag

Sind die Voraussetzungen der Zahlungsunfähigkeit oder der Überschuldung erfüllt, trifft das Unternehmen eine Antragspflicht. Dementsprechend müssen die Geschäftsführer bzw. Vorstände eines Unternehmens den Antrag auf die Insolvenzeröffnung stellen. Die Pflicht gilt für jeden Geschäftsführer einzeln. Sie müssen den Antrag unverzüglich und ohne schuldhaftes Zögern einreichen, spätestens allerdings innerhalb von drei Wochen, nach Auftreten des Insolvenzgrundes. Besitzt das Unternehmen keine Führung, sind die Gesellschafter zu Stellung des Antrags auf Insolvenzeröffnung verpflichtet (§15a Abs. 3 InsO).

Beinhaltet der Antrag Fehler oder wird zu spät eingereicht, handelt es sich um den Strafbestand der Insolvenzverschleppung. Dieser kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe, die auch das Privatvermögen der Geschäftsleitung betreffen kann, geahndet werden.

Beratung bei der Antragsstellung

Deswegen sollten Sie sich unbedingt bei der Antragsstellung beraten lassen. Die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens ist komplex und sollte unbedingt juristisch begleitet werden. Sprechen Sie uns an! Wir unterstützen Sie in Ihrem Vorhaben und bleiben während des gesamten Prozesses an Ihrer Seite.

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Die Autorin

Corinna Ruppel – Rechtsanwältin für Bankrecht und Kapitalmarktrecht in Rosenheim (Oberbayern)

Corinna Ruppel nutzt ihre Fachexpertise aus ihrer langjährigen Tätigkeit als Kreditspezialistin und Syndikusanwältin, um Privatpersonen und Unternehmen in allen Fragen rund um Bank- und Kapitalmarktrecht sowie Insolvenzrecht zu beraten und zu vertreten. Dabei legt sie besonderen Wert auf Transparenz und eine vertrauensvolle Basis dem Mandanten gegenüber.

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